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Wut über veraltete Vergewaltigungsgesetze in Japan wächst

Alte Gesetze schützen nicht

Das die Vergewaltigungsgesetze in Japan veraltet sind, wurde bereits öfters bemängelt. Nachdem ein Mann freigelassen wurde, obwohl er sich an seiner Tochter jahrelang sexuell vergangen hat, hat allerdings einen nicht abreißende Welle an Protesten in Japan ausgelöst.

Ein Gericht entschied, dass der Vater sein Kind zwischen dem 13. und 19. Lebensjahr sexuell missbraucht hatte und merkte auch an, dass die Tochter sich wehrte. Er wurde jedoch freigesprochen, da die Staatsanwaltschaft in Japan nachweisen muss, dass das Opfer überwältigt wurde, eine Bedrohung gab oder das Opfer völlig handlungsunfähig war.

Freispruch löste Welle von Protesten in Japan aus

Das Urteil, gegen das Berufung eingelegt wurde, löste in Japan eine Welle der Empörung aus. Viele Menschen gingen auf die Straße, um gegen die veralteten Gesetze zu protestieren. Auch vergangenen Mittwoch gingen erneut tausende Menschen in ganz Japan auf die Straße, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Außerdem wurde eine Petition eingereicht, in der der japanische Staat aufgefordert wird, dass Sex ohne Einwilligung als Vergewaltigung definiert wird.

Viele AktivistInnen sehen das Gesetz als Teil eines umfassenderen Geschlechterproblems in Japan, das trotz relativ hoher Ausbildungsquoten von Frauen und Erwerbsbeteiligung in vielerlei Hinsicht ungleich bleibt.

Mehr zum Thema:
Nach Freisprüchen in Vergewaltigungsfällen fordern Japaner Verschärfung der Gesetze

Sexistische Normen, die in das Rechtssystem eingebettet bleiben und systematisch die Rechte der Frauen untergraben, führen zur Ungleichheit. Ein Grund wieso Japan im jüngsten Bericht des Weltwirtschaftsforums über geschlechtsspezifische Unterschiede auf Platz 110 von 149 Ländern steht.

Jahrhundert alte Gesetze schützen nicht

Aktivisten und Anwälte warnen, dass das über ein Jahrhundert alte japanische Strafgesetzbuch Opfer von sexuellem Missbrauch nicht schützen kann.

„Als das Strafgesetzbuch 1907 erstellt wurde, war Japan rein patriarchalisch“, erklärte Anwältin Yukiko Tsunoda. „Der Zweck der Kriminalisierung der Vergewaltigung besteht darin, zu gewährleisten, dass eine Frau nur von ihrem Ehemann ein Kind zur Welt bringt und von anderen Männern niemals angefasst werden soll … Es war ein Gesetz der Keuschheit, das nur einem Ehemann oder dem Vater einer Familie zugutekommen würde.“

2017 überarbeitete Japan zum ersten Mal seit 110 Jahren das Strafgesetzbuch für Sexualstraftaten. Nun werden auch männliche Opfer anerkannt und die Strafen für Vergewaltigung wurde von mindestens drei auf fünf Jahre erhöht.

Allerdings muss ein Opfer immer noch nachweisen, dass es eine Vergewaltigung nicht abwehren konnte.

Quelle: TJT

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