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Anklage wegen Zahlung an kriminelle Organisationen

Yakuza fordern in Tokyo immer noch Schutzgelder

Zwar versucht die Polizei in Japan die Yakuza kleinzubekommen, in Tokyo fordern Banden aber immer noch Schutzgelder von Ladenbesitzern.

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Wenn ein Ladenbereiter dieser Aufforderung nachkommt, begeht er allerdings eine Straftat. Die Polizei der japanischen Hauptstadt hat im Juli erst drei Fälle an die Staatsanwaltschaft übergeben, da die Zahlungen (mikajimeryo) ein Verstoß gegen eine Verordnung zum Ausschalten von Syndikaten darstellt.

Anklage wegen der Zahlung von Schutzgeld

Die Polizei argumentiert, dass die drei Geschäftsbetreiber durch die Zahlung von Schutzgeld die Yakuza dazu ermutigt haben, weitere Erpressungen vorzunehmen. Neben den drei Geschäften sollen auch mehrere andere Shops bereit gewesen sein, Schutzgeld zu zahlen.

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Die Polizei von Kanda schätzt, dass die drei Geschäftsführer der Shops zwischen Oktober 2019 und Januar dieses Jahres insgesamt 720.000 Yen (ca. 5.114 Euro) an ein ranghohes Mitglied einer mit der Sumiyoshi-kai verbundenen Bande zahlten.

Der Geldeintreiber wurde bereits im März verhaftet, zusammen mit drei weiteren Mitgliedern der Bande, da sie einen Inhaber eines Izakaya über einen Zeitraum von fünf Jahren erpresst haben.

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Japan versucht seit Jahren gegen die Yakuza vorzugehen und hat eine Reihe von Gesetzen erlassen, um kriminelle Banden aus dem Geschäft zu drängen.

Japan kämpft gegen die Yakuza

Zwar genießen die Yakuza im Ausland einen gewissen Ruf und werden von einigen „Japan-Fans“ romantisiert, allerdings gehören zu ihren Geschäftsfeldern neben der Schutzgelderpressung auch Frauen- und Drogenhandel.

Durch die Gesetze, die die Regierung gegen kriminelle Syndikate erlassen hat, ist die Zahl der Mitglieder der Yakuza mittlerweile auf 24.100 geschrumpft und es gibt ein Nachwuchsproblem, da die Mehrheit der Mitglieder mittlerweile über 50 Jahre alt ist. Zudem ist die gesellschaftliche Akzeptanz mittlerweile nicht mehr vorhanden.

Dazu kommt, dass die Polizei immer härter durchgreift und auch nicht mehr davor abschreckt, das Anwesen eines der Anführer zu stürmen. Eine Aktion, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

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