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Yokota Air Base der USA verzeichnet 134 Vorfälle, von denen sie nur drei Japan meldeten

US-Militär ist sich keiner Schuld bewusst

Viele Japaner sind nicht besonders glücklich über die zahlreichen Militärbasen der USA in ihrem Land. Etwas dagegen unternehmen können sie jedoch nicht wirklich, obwohl sich die Vorfälle mit dem Militär in den letzten Jahren häuften. Kürzlich kamen Zahlen ans Licht, die für einen neuen Skandal sorgen sollten. Auf der Yokota Air Base westlich von Tokyo ereigneten sich in den letzten Jahren 134 Vorfälle, von denen Japan aber nur drei kennt.

Die Mainichi Shimbun berichtete, dass die Zahlen aus einem internen Dokument der US-Streitkräfte hervorgehen. In erster Linie handelt es sich bei den verschwiegenen Fällen um ausgelaufenes Kerosin oder andere Stoffe zwischen 2010 und 2017. Trotzdem weiß das japanische Außenministerium nur von drei Vorfällen.

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Eigentlich einigten sich beide Länder in der Vergangenheit darauf, Informationen auszutauschen, wenn es zu Unfällen kommt, die die Umwelt beeinflussen können. Doch schön öfter zeigten die USA kein großes Interesse an der Abmachung und verschleierten oder spielten Vorfälle herunter. Das sorgte vor allem bei der Bevölkerung in der Nähe der Basen für großen Unmut.

Das US-Militär verteidigt jedoch sein Vorgehen. Angeblich beseitigten sie in den meisten Fällen den verschütteten Stoff sofort. Eine Gefahr für die Menschen bestand demnach nicht, weswegen sie die Vorfälle nicht meldeten. Die Dokumente zeigen jedoch durchaus etwas anderes. Unter anderem verschüttete die Yokota Air Base 2.770 Liter Diesel im Februar 2012. 2016 liefen 9.000 Kilogramm an Kerosin von einem C-130 Transportflieger während des Fluges aus.

Meldung von Vorfällen ist gesetzlich geregelt

Insgesamt gab es 42 Fälle mit 37 Litern oder mehr an ausgekipptem Kraftstoff. Einige Stoffe endeten dabei vermutlich im Boden oder in Entwässerungssystemen. Zusätzlich kommt hinzu, dass in den 42 Fällen nicht die Fälle enthalten sind, bei denen die Menge des verschütteten Stoffes unklar ist.

Nach den japanischen Umweltstandards (JEGS) muss das Militär Verschüttungen ab 416 Litern Erdöl, Öl oder Schmiermittel (POL) sofort als beachtlichen Vorfall deklarieren. Eine sofortige Benachrichtigung ist nötig, wenn die Basis mit einer beachtlichen Verschüttung kämpft, die sich nicht eindämmen lässt oder die Anwohner um die Basis gefährdet. Berichte von kleineren Vorfällen sind trotzdem im Rahmen der Abmachung erwünscht.

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Wie bereits erwähnt, weiß Japan nur von drei Fällen. Einen mit ungefähr 37 Litern ausgelaufenem Kerosin aus einem Schlauch zum Betanken Juli 2010. Bei dem zweiten handelt es sich um ein Leck bei einem Transportflugzeug, das um die 378 Liter an Kraftstoff im März 2017 in die Umwelt beförderte. 189,271 Liter Hydraulikflüssigkeit von einem Transportflugzeug im Juli dieses Jahres waren es im letzten Fall.

Zuständige reagieren nur zaghaft auf die Zahlen der Yokota Air Base

Schon beim zweiten Vorfall reagierte der Verbindungsrat, der aus Tokyo und den Städten, in denen sich eine Basis befindet, besteht. Sie forderten das Militär auf, alle weiteren Unfälle sofort den japanischen Behörden zu melden. Ein Vorfall im August 2017 erreichte die Behörden nicht.

Das 374. Airlift Wing Public Affairs Office sieht die Sache laut Mainichi Shimbun jedoch gelassen. Zwar ist ihnen die Beziehung zu den lokalen Regierungen wichtig, sie sehen beim Militär wohl jedoch kein Fehlverhalten. Die Basis ist nur verpflichtet, Verschüttungen nach dem Umweltstandart zu melden. Zusätzlich ließen sich meldepflichtige und nicht meldepflichtige Vorfälle schnell problemlos beseitigen und stellten keine Gefahr für die Bevölkerung dar oder verursachten Schäden.

Die staatliche Abteilung für US Militäreinrichtungen schlägt einen ähnlichen Ton an. Sie wollen jedoch die Bevölkerung von Tokyo besser schützen und weiter die Zentralregierung und US-Streitkräfte um angemessene Informationen für die lokalen Behörden bitten. Lediglich die zuständige Abteilung des Außenministeriums regiert etwas direkter. Sie können zwar nicht sagen, welche Fälle meldepflichtig sind, aber sie wollen nun die Fakten überprüfen und mit den USA abgleichen, um eine angemessene Reaktion zu zeigen.

Quelle MS

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