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Wirkliche Bären oder nur die Angst?

Zahlreiche Bärensichtungen in Sapporo beunruhigen Behörden

In Sapporo werden seit Ende April immer wieder Bärensichtungen gemeldet, allerdings sind tatsächliche Spuren oder Hinterlassenschaften der Tiere nicht auffindbar.

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Daher gehen die Behörden davon aus, dass eine erhöhte Angst der Bevölkerung, die vor allem von mehreren Bärenangriffen im vergangenen Jahr herrührt, zu vielen falschen Meldungen führt.

23 Bärensichtungen in zwei Wochen

So rief etwa in der Nacht des 19. April eine junge Frau bei der Polizei an und berichtete, ein „bärenähnliches Tier“ in einer Straße im Bezirk Kita von Sapporo gesehen zu haben. Doch die Beamten fanden keine Spur eines Bären.

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Insgesamt gingen bis zum 6. Mai 23 Bärensichtungen in Hokkaido ein, in drei Grund- und Mittelschulen im Bezirk Higashi in Sapporo wurde der Unterricht abgesagt, nachdem drei Sichtungen gemeldet worden waren.

Bärensichtungen nur Einbildung?

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Die Zahl der Bärensichtungen in Hokkaido belief sich im Jahr 2021 auf insgesamt 2.197, das sind 381 mehr als im Vorjahr und die Zahl der Opfer einschließlich der Todesfälle stieg von drei auf 12 – beides Rekordwerte. Auch in Sapporo wurde 2021 die zweithöchste Zahl von Bären gesichtet, während vier Bewohner des Bezirks Higashi bei Bärenangriffen verletzt wurden.

In den meisten Fällen, die 2022 gemeldet wurden, waren die Tiere später von den eintreffenden Kräften aber nicht mehr gesichtet worden, auch Videoaufnahmen der Bären gab es nicht.

Daher ist es möglich, dass es nur eine „Illusion“ der Tiere gibt, die in Zusammenhang mit der Sorge der Menschen stehen. Je mehr Bärensichtungen es gibt, desto mehr fürchten sich die Menschen und desto mehr Sichtungen von vermeintlichen Bären gehen ein.

Informationsfluss muss verbessert werden

Tsutomu Mano, Forschungsspezialist der Hokkaido Research Organization, ist der Meinung, dass die Weitergabe von Informationen dazu beitragen kann, die Ängste der Einwohner zu lindern.

Unmittelbar vor dem Bärenangriff von 2021 im Bezirk Higashi, bei dem vier Menschen angegriffen wurden, waren am Ufer des Flusses Ishikari kurz hinter der Stadtgrenze Fußspuren entdeckt worden, die vermutlich zu einem Braunbären gehören. Diese Information wurde jedoch nicht ordnungsgemäß an die lokalen Behörden weitergegeben.

Tiere dürfen die Scheu vor Menschen nicht verlieren

Neben der Identifizierung von Problemtieren und ihrer Beobachtung ist es von entscheidender Bedeutung, die Bewirtschaftung von Wasserwegen, Windschutzstreifen und Bewässerungskanälen zu verbessern, die ihnen als Wege dienen, wenn sie in städtische Gebiete eindringen und sich vor Menschen verstecken. Es gibt jedoch keinen Rahmen für den Informationsaustausch zwischen Zentral- und Lokalregierungen, der größere Gebiete abdeckt.

Mano sagte der Mainichi Shimbun: „Braunbären, die gelernt haben, dass Menschen nichts tun, zögern nicht in die Stadt zu kommen. Die Behörden müssen mit einem gemeinsamen Gespür für Krisen zusammenarbeiten, bevor Braunbärenangriffe zum Alltag werden.

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