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HomeNachrichten aus JapanZahlreiche Beschwerden wegen US-Militärflugzeugen über Japan

Weil sie oft zu tief flogen

Zahlreiche Beschwerden wegen US-Militärflugzeugen über Japan

In vielen Gebieten Japans gibt es Probleme mit dem US-Militär. In Okinawa sorgten mal wieder die Militärflugzeuge für Aufregung.

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Die Präfekturversammlung hat sich über Tiefflüge von US-Militärflugzeugen ausgetauscht und diese kritisiert. Flüge der Armee fanden direkt über einem lokalen Nationalpark statt. Die Versammlung forderte inmitten wachsender Sicherheitsbedenken der Anwohner deswegen einen Stopp der Flüge.

Beschwerde wegen Sicherheitsbedenken

Eine offizielle Beschwerde wurde am 14. Januar herausgegeben, in der die Flüge über dem öffentlichen Raum, der oft von den Anwohnern genutzt wird, gerügt werden und eine Überprüfung des japanisch-amerikanischen Abkommens über den Status der Streitkräfte gefordert wird.

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Joji Miyahira, ein Mitglied der Gemeindeversammlung des Dorfes Zamami, das zum Keramashoto-Nationalpark in der Präfektur gehört, wurde am Nachmittag des 28. Dezember 2020 Zeuge eines US-Militärflugzeugs, das am westlichen Rand der Insel Zamami im Tiefflug über den Himmel flog. Die Höhe des Flugzeugs war so niedrig, dass es über die Traufe der Aussichtsplattform streifte.

„Ich hatte solche Angst, dass es etwas treffen würde“, sagte Miyahira, der die Szene mit seinem Smartphone festhielt.

Zahlreiche Beschwerden von Anwohnern

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In der Gegend gibt es zahlreiche Dörfer und Campingplätze. „Es scheint, dass das Militärflugzeug sich entschieden hat, tief durch ein enges Tal zwischen den Bergen zu fliegen“.

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Mehrere Bewohner des Dorfes Zamami beobachteten ähnliche Tiefflüge am 28. und 29. Dezember sowie am 6. Januar, so die Dorfverwaltung. Die Dorfbeamten informierten die Präfekturregierung über die Vorfälle, die dann einen Bericht an das Okinawa Defense Bureau schickte.

Das Büro erkundigte sich bei den US-Streitkräften nach den Vorfällen und diese bestätigten, dass ihr Spezialtransportflugzeug MC-130J Commando, das zur Kaneda Air Base in der Präfektur gehört, eine Tiefflugübung in Formation um die Kerama-Inseln durchgeführt hatte.

Flüge im Abkommen abgedeckt

Offizielle der US-Streitkräfte sagten, es sei ein Training für den effektiven Einsatz des Flugzeugs zur Verlegung von Bodentruppen und anderen Personen. Das Training wurde auf der Grundlage der entsprechenden Vereinbarungen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten durchgeführt, so die Militärbeamten.

Verteidigungsminister Nobuo Kishi sagte auf einer Pressekonferenz am 8. Januar, dass die Zentralregierung das Tiefflugtraining toleriert habe, obwohl das Gebiet nicht dafür vorgesehen sei. „Es ist ein wichtiges Training, um die Ziele des japanisch-amerikanischen Sicherheitsabkommens zu erreichen“, sagte Kishi.

Versammlung beruft Dringlichkeitssitzung ein

Die Dorfbewohner sind allerdings anderer Meinung. „Wir haben in der Vergangenheit Flugübungen gesehen“, sagte ein Dorfvertreter. „Aber es ist beispiellos, Militärflugzeuge so oft und so unglaublich niedrig in der Luft fliegen zu sehen.“ Das Sonderkomitee der Präfekturversammlung, das sich mit Fragen zu den US-Militärbasen befasst, hielt am 14. Januar eine Dringlichkeitssitzung ab und verfasste schnell eine Protesterklärung.

„Wenn ein Flugzeug abstürzt, könnte das katastrophale Folgen haben“, hieß es in der Erklärung. „Wir können ein solches Training einfach nicht akzeptieren.“ Die Erklärung forderte die US-Streitkräfte außerdem auf, das Flugtraining über Wohngebieten einzustellen und verlangte eine grundlegende Überarbeitung des japanisch-amerikanischen Abkommens über den Status der Streitkräfte, damit für die US-Streitkräfte Mindesthöhenbeschränkungen gelten.

Keine Präsenzveranstaltung wegen Corona

Die Erklärung wurde im Namen des Ausschussvorsitzenden verfasst. Alle Ausschussmitglieder stimmten der Erklärung einstimmig zu. In normalen Zeiten würde die Präfekturversammlung eine außerordentliche Plenarsitzung einberufen, damit die Erklärung formell verabschiedet werden kann. Aufgrund des Risikos der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Versammlung jedoch beschlossen, dies nicht zu tun.

Da die Entscheidung einstimmig war und von Ausschussmitgliedern getroffen wurde, die alle Parteien und Fraktionen repräsentieren, wird die Erklärung als gleichwertig mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution der Vollversammlung behandelt.

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