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Unternehmen rechnen mit Schließungen

Zahlreiche traditionelle Handwerksbetriebe in Japan könnten wegen des Coronavirus verschwinden

Der Coronavirus hat vielen Betrieben in Japan schwer zugesetzt. Bis jetzt war davon die Rede, dass besonders Restaurants, Unterhaltungseinrichtungen und Hotels stark betroffen sind. Allerdings leiden auch viele kleine traditionelle Handwerksbetriebe, von denen vermutlich viele bald verschwinden werden.

Eine Umfrage von aeru Co. ergab, dass viele Handwerksbetriebe in Japan Probleme haben und vor dem Ruin stehen. Das Unternehmen befragte zwischen dem 9. Mai und 15. Mai Online 367 Betriebe, die mindestens eins der 235 Produkten verkaufen, die von der Regierung als traditionelles Handwerk ausgewiesen sind. 70 Prozent von ihnen galten mit fünf oder weniger Mitarbeitern als kleine Unternehmen.

Existenzen stehen auf der Kippe

Bei der Mehrheit war im April der Umsatz auf weniger als die Hälfte gesunken und bei fast 30 Prozent lag der Umsatzeinbruch bei 70 Prozent. Um die 20 Prozent gaben an, dass sie ihren Laden Ende September schließen müssen, wenn sich der Umsatz nicht wieder normalisiert. 40 Prozent sprachen davon Ende des Jahres dichtzumachen, wenn sich die Lage nicht verbessert.

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Grund für den starken Rückgang waren Schließungen von Einzelhandelsgeschäften, Absagen von Verkaufsveranstaltungen, Rückgang des Verkaufs von Artikeln an touristischen Zielen und die Absage von Workshops. Ein Beamter von aeru erklärte, dass viele Verkaufswege von teuren oder Luxus-Artikeln nun einfach weg sind.

Sie betrachten die Situation besorgt. Da viele Mitarbeiter der Betriebe schon ziemlich alt sind, wird es eine Zunahme an Schließungen geben, wenn die Wirtschaft sich nicht erholt. Das bedeutet jedoch, dass manche Traditionen einfach verschwinden.

Internet als große Alternative

Eine der Betroffenen ist die Lackkünstlerin Yuri Kojima. Die 44-Jährige musste schon im April zehn Vorträge absagen, da der Umsatz nur noch 10 Prozent der Zahlen vom Vorjahr entsprach. Als dann auch noch eine Ausstellung im noblen Ginza-Bezirk von Tokyo wegbrach, versuchte sie ihre Produkte online auszustellen.

Da das jedoch bei Weitem nicht reichte, beantragte sie die staatliche Subvention für kleine Unternehmen. Neben der Übernahme von Betriebskosten wünschte sie sich bei einer Ausweitung des Programmes auch Hilfe beim Onlineverkauf.

Areou versucht selber zu helfen. In Reaktion auf die Umfrage haben sie eine Online-Galerie erstellt, wo 76 Produkte von 16 Betrieben verkauft werden. Unter anderem ist der Betrieb Oyama Seizai aus Asahi, Toyama zu finden, die unter anderem traditionell Essstäbchenhalter herstellen.

Präsident Yoshihiko Oyama gab an, dass sie es zurzeit schwer haben, da die Rohstoffe für ihre Produktion nicht geliefert werden. Sie hoffen jedoch trotzdem darauf über das Internet neue Kunden zu finden und die Krise so zu überstehen.

TAS

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