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HomeNachrichten aus JapanZwei Erdbeben in Japan lassen weitere seismische Aktivitäten befürchten

Erneute Angst vor Mega-Beben

Zwei Erdbeben in Japan lassen weitere seismische Aktivitäten befürchten

Gestern kam es am nördlichen Fuß des Mt. Fuji zu einem Erdbeben der Stärke 4,8 auf der Shindo-Skala. Ein weiteres Beben ereignete sich in der Stadt Gobo mit einer Stärke von 5,4.

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Die Behörden warnen davor, dass es innerhalb einer Woche zu weiteren Beben kommen kann. Nach Angaben der Behörden gab es keine Berichte über Verletzte oder schwere Schäden an der Infrastruktur.

Erdbeben gehören in Japan zum Alltag

Erdbeben gehören in Japan zum Alltag, da die Inselgruppe auf bzw. an der Grenze von vier tektonischen Platten und sich entlang des pazifischen Feuerrings befindet. Nach Angaben des japanischen Ministeriums ereignen sich 18,5 Prozent der weltweiten Erdbeben in Japan. Das bedeutet, dass es überall in Japan zu jeder Zeit zu Beben kommen kann.

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Das Beben am Freitagmorgen löste Alarm aus, da ihm früher Beben der Stärke 4,1 und 3,6 vorausgingen, die sich um 2:18 und 2:23 Uhr ereigneten.

Die Beben lösten bei vielen Menschen die Befürchtung aus, dass ein Vulkanausbruch auf Japans größten Berg ausgelöst werden könnte. Die meteorologische Agentur versuchte zu beschwichtigen und erklärte, es gebe keine besonderen Veränderungen bei den Beobachtungsdaten für den 3.776 Meter hohen Fuji.

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Kurze Zeit später erfolgte allerdings ein Erdbeben in der Stadt Gobo, in der Präfektur Wakayama. Es wurden zwar keine Verletzten gemeldet, allerdings gehört das Gebiet zu den Regionen, die als gefährdet für ein „Mega-Erdbeben“ gelten, das sich im Nankai-Trog ereignen könnte.

Beim Nankai-Trog handelt es sich um einen Graben am Meeresboden, der sich von der Südküste Japans von der Präfektur Shizuoka bis zur Insel Kyushu erstreckt.

Großes Beben mit hoher Wahrscheinlichkeit in ca. 30 Jahren

Laut Schätzungen der japanischen Regierung besteht eine Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent, dass es in den nächsten 30 Jahren zu einem Beben der Stärke 8 bis 9 entlang des Trogs kommen wird. Das Beben könnte bis zu 320.000 Menschenleben kosten.

Forscher warnen, dass die seismischen Aktivitäten seit dem 11. März 2011 zugenommen haben. Damals kam es vor der Küste Japans zu einem Erdbeben der Stärke 9, das einen Tsunami auslöste, bei dem fast 16.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Das Beben, das als schwerste in der japanischen Geschichte gilt, wurde von Krustenverschiebungen begleitet, die Spannungen erzeugen und weitere Erdbeben auslösen können.

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Der Großraum Tokyo, zu dem auch die Präfektur Yamanashi gehört, wo sich die Beben am Freitag ereigneten, liegt auf drei Plattenschichten: der Ochotskischen Platte aus dem Norden, der Philippinischen Platte aus dem Süden, die sich unter sie schiebt, und der Pazifischen Platte aus dem Osten, die unter beiden Platten liegt. Diese Platten reiben ständig aneinander und lösen Beben aus.

Großes Beben für den Großraum Tokyo erwartet

Im Oktober erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,9 Tokyo und die umliegenden Präfekturen. Alle Zug- und U-Bahnlinien in und um die Hauptstadt wurden vorübergehend stillgelegt,  Wasserleitungen platzten und Brände ausbrachen. Zwar gab es keine Todesopfer, doch die Erschütterungen schürten erneut die Angst vor einem Riesenbeben, das die Hauptstadt treffen könnte.

2013 veröffentlichte die Regierung einen Bericht, in dem die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens der Stärke 7 in der Hauptstadtregion in den nächsten 30 Jahren auf 70 Prozent geschätzt wurde. Im schlimmsten Fall könnte das Beben bis zu 23.000 Menschen töten und 610.000 Häuser zerstören.

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