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Gemeinden nehmen an erster Untersuchungsphase teil

Zwei Orte in Hokkaido wollen Atommüllendlager werden

MS – Japan fährt immer weiter seine Atomkraftwerke wieder hoch und plant auch in der Zukunft mehr auf Kernkraft zu setzen. Allerdings wird das Land dabei erneut mit einem Problem konfrontiert, das sie bereits vor der nuklearen Katastrophe 2011 hatten, es fehlt an Endlagern. Nun haben offiziell zwei Gemeinden in Hokkaido sich als Lager angeboten.

Am Freitag wurde bestätigt, dass zwei Städte in der Präfektur an der Untersuchung der Zentralregierung teilnehmen, um zu prüfen, ob sie sich als unterirdisches Atommüllendlager eignen. Bei den beiden Gemeinden handelt es sich um Suttsu und Kamoenai, die am Freitag die Anträge bei der Nuclear Waste Management Organization (NUMO) einreichten.

Gemeinden sind vom Aussterben bedroht

Ursprünglich wollte die Stadt Tokyo in der Präfektur Kochi ebenfalls an der Ausschreibung teilnehmen. Sie zogen sich jedoch kurz nach der Ankündigung zurück, da es großen Widerstand in der Bevölkerung gab. Auch bei den anderen beiden Orten sind die Anwohner wenig zufrieden über die Entscheidung, auch wenn sie als aussterbende Gemeinden gelten.

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In Suttsu eskalierte die Stimmung sogar und es kam zu einem Angriff auf das Haus des Bürgermeisters, der mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Entscheidung zum Endlager zusammenhängt.

Insgesamt gibt es in Suttsu nur 2.900 Einwohner und in Kamoenai sogar nur 820. Sie liegen zueinander 40 Kilometer entfernt und kämpfen schon lange mit finanziellen Problemen, was vor allem am Rückgang der lokalen Fischereiindustrie liegt. Es wird deswegen gehofft mit den Lagern die Orte wieder wirtschaftlich wiederzubeleben.

Atommüllendlager muss absolut sicher sein

Die Gemeinden werden nun demnächst die erste der drei Stufen zur Qualifikation als Lager beginnen. Es wird dabei genauestens kontrolliert, ob sich die Orte wirklich als sicher erweisen. Laut einer Karte der Regionen von 2017, die geeignete Gebiete zeigt, hat Suttsu ein große geeignete Fläche, während es bei Kamoenai nur ein kleiner Teil ist.

Besonders vulkanische Aktivitäten und andere extreme Umwelteinflüsse spielen bei der Bewertung eine große Rolle. Da der Atommüll 300 Meter tief in einer Betonkonstruktion gelagert werden soll, muss die Umgebung stabil sein. Der komplette Prozess zur Untersuchung der Gebiete wird vermutlich um die 20 Jahre dauern. Für zwei Jahre können die Städte dabei eine Subvention von bis zu umgerechnet 15,9 Millionen Euro erhalten.

Gouverneur ist noch nicht überzeugt

NUMO-Che Shunsuke Kondo bedankte sich bereits für die Anträge und nannte sie einen mutigen Schritt. Auch Industrieminister Hiroshi Kajiyama zeigte sich dankbar und erklärte, dass sie alles versuchen, um das Verständnis der Städte zu gewinnen. Zweifel bleiben jedoch trotzdem.

Der Gouverneur von Hokkaido, Naomichi Suzuki, und Mitglieder der Fischereiindustrie sind nämlich gegen das Projekt in der Region. Suttsus Bürgermeister Haruo Kataoka gab dazu an, dass sie anliegenden Städten ihre Entscheidung Ende des Jahres genauer erklären wollen und ihre Akzeptanz erreichen wollen.

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