Kumamoto, Japan
Kumamoto, Japan | Flickr © Lakuda-San (CC BY-NC 2.0)

1 Jahr nach den verheerenden Erdbeben in Kumamoto haben die Menschen gestern den zahlreichen Opfern der Katastrophe gedacht. An der offiziellen Gedenkzeremonie nahm u.a. auch Premierminister Shinzo Abe teil.

Vor einem Jahr – am 14. und am 16. April 2016 – wurde die Region Kumamoto auf der Insel Kyushu von zwei verheerenden Erdbeben der Stärke M6,5 und M7,3 heimgesucht. Die Naturkatastrophe forderte tausende Verletzte und über 200 Todesopfer aus den Präfekturen Oita und Kumamoto. Dabei starben 50 Menschen an den direkten Folgen des Bebens und weitere 170 an den Spätfolgen der Katastrophe. 42,000 Häuser wurden durch die Erdbebenserie oder anschließende Erdrutsche zerstört und 196,000 Menschen mussten aus der Katastrophenregion evakuiert werden.

Kumamoto kämpft mit den Folgen der Katastrophe

Heute ein Jahr später hat die Region auf der südlichsten Hauptinsel Japans noch immer stark mit den Folgen der Naturkatastrophe zu kämpfen. Während die Wiederaufbauarbeiten vielerorts schon abgeschlossen sind, leben noch immer 47,000 Menschen in temporären Unterkünften. Teils weil ihre Häuser komplett zerstört sind, einsturzgefährdet oder sich noch im Wiederaufbau befinden.

«Unseren Schmerz kann nichts mehr heilen, aber wir haben es dank der Unterstützung von vielen Menschen geschafft, am Leben zu bleiben»

Die 58-jährige Mayumi Tominaga hat ihre Mutter in Folge der Naturkatastrophe verloren und vertritt heute die Hinterbliebenen. Nach Angaben der Japan Times äußerte sie in der offiziellen Gedenkzeremonie den Wunsch, dass viele der Betroffenen ihren Schmerz und ihre Trauer in geistige Stärke umwandeln, damit Kumamoto wieder zu einem Ort des Lächelns und der Kraft werden kann.

Über 42,000 Häuser wurden bei den schweren Erdbeben in Kumamoto zerstört
Über 42,000 Häuser wurden bei den schweren Erdbeben in Kumamoto zerstört | Flickr © Hajime Nakano (CC BY 2.0)

Seelisches und gesundheitliches Leid für die Bewohner der Notunterkünfte

Dass über 40,000 Menschen noch immer in behelfsmäßigen Behausungen leben, offenbart die Dringlichkeit staatlicher und öffentlicher Unterstützung, damit diese Menschen wieder ein reguläres Leben führen können. Gemäß Angaben der Japan Times ist die Zahl derer, die an den gesundheitlichen und psychischen Folgen ihrer Unterbringung in Evakuierungszentren gestorben sind, viel höher als die Zahl der tatsächlichen Erdbebenopfer. Für die betroffenen Menschen birgt das Leben in den temporären Unterkünften viele gesundheitliche und mentale Risiken. Besonders weil ein großer Teil von ihnen im hohen Alter und alleinstehend ist.

Die Regierung verspricht Unterstützung

Premierminister Shinzo Abe versicherte den Menschen aus den betroffenen Regionen seine Unterstützung und versprach „die Leben der Menschen wieder in Ordnung zu bringen und den Wiederaufbau so schnell wie möglich abzuschließen“. Die Präfekturverwaltung von Kumamoto hofft, dass bis zum Jahr 2020 alle temporären Unterkünfte geschlossen werden können. Örtliche Kommunen wollen zusätzlich den Bau von insgesamt 1,000 Sozialwohnungen beschleunigen.

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