Hinter den Kulissen von Death Note Teil 1: NTV und seine Rechte an den Live-Action-Adaptionen

Letzten Oktober kam der neue Death Note-Film Death Note: Light up the NEW world in die Kinos. Deshalb zeigen wir euch in der kommenden Zeit eine Zusammenfassung der Interview-Reihe, die My Navi mit Produzent Takahiro Sato führte.

Takahiro Sato war an den ersten beiden Filmen vor 10 Jahren, dem Spin-off Movie mit L als Hauptperson 2008 und der Serie 2015 beteiligt.

Da das Interview sehr lange dauerte, veröffentlichte My Navi dieses in 20 Einzelartikeln. Auch wir werden das Thema auf mehrere Artikel aufteilen. Wir beginnen damit, wie sich NTV die Rechte an den Adaptionen sicherte. Die kommende Artikelreihe ist also für Liebhaber und Interessierte der alten und der neuen Verfilmungen gedacht.

eath Note
© Shueisha
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2003 startete der Manga DEATH NOTE im Shuukan Shounen Jump. Schon zu Beginn der Serie hatte das Produktionsteam ein Auge auf das Werk geworfen. Es wartete aber, bis der zweite Band erschien. Erst dann zeigten sie ihr Interesse an einer Verfilmung gegenüber den Autoren und dem Publisher Shueisha.

Den Autoren und Shueisha war von Anfang an klar, dass sie keinen Anime wollten, sondern zuerst eine Realverfilmung. Also hielten sie Ausschau nach einem Partner, der beides entsprechend ihrer Wünsche umsetzen konnte. Sie entdeckten Überschneidungen mit den Plänen von NTVs Movie-Abteilung und so starteten die Verhandlungen.

Was aber relativ unbekannt geblieben ist: Der eigentliche Plan war, zuerst eine Drama-Serie, dann einen Film, gefolgt von einer Anime-Serie zu produzieren. Das Team kam zu diesem Entschluss, weil sie der Meinung waren, die gesamte Geschichte könne nicht in zwei Stunden erzählt werden. Außerdem hat man im Drama mehr die Möglichkeit, das Geschehen und die Charakterentwicklung voranzutreiben. Die Zuschauer fühlen sich mehr in die Geschichte ein. Dadurch steigt der Umsatz bei einer späteren Filmfassung. NTV hatte damit schon erste Erfahrungen gesammelt. Lenakiko und Kindaichi Shounen no Jikenbo waren auch zuerst als Drama und danach als Film von dem Sender produziert worden.

Allerdings ging der Plan nicht auf. Problematisch war das kontroverse Thema, Leute zu töten, indem man ihren Namen in die Death Notes schreibt. Es wurde als nicht passend für ein großes Publikum angesehen, das mit einem TV-Programm angesprochen wird. Tatsächlich war NTV der einzige Sender, der eine Realverfilmung als Drama zusammen mit einem Film umsetzen wollte. Alle anderen Interessenten hatten nur eine Filmfassung in Betracht gezogen.

Die Planung, die Adaption 2004 zu produzieren, konnte nicht eingehalten werden. Unerwartet bildete sich Gegenwind in den eigenen Reihen des TV-Senders. Die Produzenten gaben zu, dass sie wahrscheinlich die Umgebungsfaktoren damals falsch einschätzten. Diese waren komplett anders, als sie den Vorschlag einer Serie 2015 machten, da die Zuschauer keine Beschwerden einreichten. Sie führten diesen Effekt darauf zurück, dass die beiden Filme 2006 eine große Fangemeinde und ein Bewusstsein zu diesem Thema hervorbrachten. Also waren die Zuschauer nicht so zurückhaltend wie damals.

Death Note
© Warner Bros.

Shueisha war von den Planänderungen natürlich nicht begeistert. Sie schlugen daher vor, stattdessen einen zweiteiligen Film zu produzieren. Die beiden Filme sollten dann direkt hintereinander ausgestrahlt werden. Dies war eine Neuheit in Japan, da Sequels normalerweise immer erst dann geplant werden, wenn der erste Film ein Erfolg war. Sie gingen aber das Risiko ein und hofften, Zuschauer zu gewinnen, indem sie versprachen, den zweiten Teil zu drehen, egal wie gut oder schlecht sich der erste verkaufte.

Der Manga endete im Mai 2006. Shueisha wollte daher, dass der erste Film direkt danach in die Kinos kam. Also wurde Part 1 im Juni 2006 gezeigt, direkt gefolgt von Part 2, der im November des selben Jahres in den Kinos anlief. Dies bedeutete, dass die gesamte Filmproduktion innerhalb eines Jahres fertig sein musste.

Zu dieser Zeit waren japanische Filme noch nicht so beliebt wie sie es inzwischen sind. Aus diesem Grund wurden die Sendezeiten normalerweise an Hollywood-Produktionen von großen Filmgesellschaften verteilt. Es war daher Glück, dass Warner Brothers ihnen Sendezeiten zur Verfügung gestellt hat. Dieser Prozess konnte auch erst im Herbst 2005 beendet werden.

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