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1/3 – Auf einem Nenner – Freundschaft oder Liebe?

Anfang Oktober startet eine weitere Shojo-Reihe bei Tokyopop. Erneut ist es Kozue Chiba, die für Herzklopfen und Romantik sorgt. 1/3 – Auf einem Nenner heißt ihre neue Serie, in der es um Freundschaft, Ablehnung und vor allem viel Liebe geht. Wie dramatisch und romantisch es im ersten Band der neuen Reihe wird, erfahrt ihr hier.

Shiyuka hat mit ihren 16 Jahren nur ein Ziel: sich zu verlieben. Um einen möglichst süßen Freund zu erwischen, legt sie sich ordentlich ins Zeug. Gefärbte Haare und viel Make-Up sollen von ihrer Durchschnittlichkeit ablenken. Eines Tages scheint ihr Traum von einem hübschen Freund in Erfüllung zu gehen, als die Cousins Shin und Yu in ihre Klasse kommen.

Beim Versuch, Yu noch am selben Tag die Liebe zu gestehen, lässt er Shiyuka unfreundlich abblitzen. Shin entschuldigt sich bei der verletzten Shiyuka für das Verhalten seines Cousins. Gerührt von Shins freundlicher, beschützender Art, verliebt sie sich prompt in ihn. Doch er will ebenfalls nichts von ihr wissen, bietet ihr allerdings Freundschaft an, was sie glücklich annimmt. Je mehr Shiyuka jedoch Zeit mit den beiden Jungs verbringt, desto unsicherer ist sie sich ihrer Gefühle.

Die Liebe kommt mit der Zeit

Erneut spielt das Liebeschaos auf einer der vielen Inseln Japans. Diesmal verschlägt es Chiba nach Enoshima, das für die Story die perfekte idyllische Kulisse bietet. Auf den ersten Seiten erweckt 1/3 – Auf einem Nenner noch ein wenig den Eindruck einer oberflächlichen Liebesgeschichte mit Hindernissen. Im Verlauf schafft es der erste Band jedoch, das Ganze weiterzuspinnen und mehr in die Tiefe zu gehen. So beginnt alles mit dem Wunsch, endlich einen Freund zu haben. Am Ende geht es jedoch um die Frage, wie weit Freundschaft geht und wie die Grenzen zur Liebe verschwimmen.

Die Story plätschert angenehm vor sich hin, ohne langweilig zu sein. Chiba zeigt dabei deutlich, dass sie weiß, wie sie eine romantische Geschichte interessant rüberbringt. Für einen neuen Handlungsbogen und aufflammende Neugier sorgen das Erscheinen von Shins Kindheitsfreundin Rika und das Ende, das in einem Cliffhanger endet.

Der Miesepeter und der Gentleman

Chiba sorgt dafür, dass Shiyuka sich vom Charakter her deutlich entwickelt. Während zu Beginn für sie vor allem ein gutes Aussehen und der eigene Wunsch nach einer Beziehung im Vordergrund stehen, ändert sich ihre Einstellung. Statt krampfhaft zu versuchen, Shin dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben, bleibt sie bei der Freundschaft und hält ihre Gefühle zurück. Shiyuka lernt dabei neue Seiten einer Freundschaft kennen und denkt über ihre egoistische Einstellung nach. Gleichzeitig nutzt sie die gemeinsame Zeit, um ihn besser kennenzulernen.

Shin und Yu selber ergänzen sich in ihren Charakterzügen. Yu ist deutlich der Miesepeter, den der Leser jedoch gut nachvollziehen kann. Im ersten Band lässt sich nur erahnen, dass er durchaus eine weiche Seite besitzt. Shin ist dabei das genaue Gegenteil. Er begegnet den Leuten um sich mit großer Offenheit und Freundlichkeit. Besonders gegenüber Shiyuka scheint er einen ausgeprägten Beschützerinstinkt zu haben, was ihn zu einem äußerst charmanten Charakter macht. Gleichzeitig beschäftigt er sich ebenfalls mit der Frage, was er eigentlich will.

Designs, die sich abheben

Mit Rika schafft es Chiba eine bunt gemischte Truppe zu schaffen, die sich gegenseitig ergänzt. Das sich anbahnende Beziehungschaos lässt nur das Ende erahnen. Nebencharaktere, die nur kurzzeitig auftauchen, sind weit weniger komplex ausgearbeitet und dienen überwiegend nur als Statisten in der Story. Da sie jedoch keine große Rolle spielen und nicht wirklich relevant für die Geschichte sind, stört dies weniger.

Trotz alledem bemüht sich Cohiba, ihnen ein anständiges Design zu geben. Wie üblich hält sie das Charakterdesign einfach und versprüht den typischen Shojo-Charme. Chiba versucht dabei deutlich, die Charaktere voneinander abzugrenzen und ihre Persönlichkeit im Aussehen zu verbauen. Das gelingt ihr gut und die Figuren bleiben dem Leser im Kopf.

Der alte Stil mit Verbesserungen

Zeichnerisch zeigt Chiba, was sie in den letzten Jahren so lernte. Im Vergleich zu ihren früheren Werken wie Blau – Wie Himmel, Meer und Liebe sind die Zeichnungen deutlich besser. Sie wirken sauberer und sanfter. Ihren Stil mit klaren, deutlichen Linien behielt die Mangaka bei und nutzt weiterhin viele Effekte sowie Rasterfolien. Insgesamt bleibt Chiba sich treu, was die Fans freuen dürfte.

Ein weiteres Lob geht an den Assistenten H-san. Auf der ersten Seite erwähnt Chiba, dass H-san komplett für die Hintergründe zuständig ist und eigentlich keine Ahnung davon hat. H-san macht dafür allerdings seinen Job ausgesprochen gut und gibt sich viel Mühe. Kleinere Details sorgen für das gewisse Etwas und geben der Story eine gewisse Dynamik, ohne abzulenken. Es bleibt abzuwarten, ob die Qualität sich im zweiten Band hält. Bis jetzt gibt es allerdings wenig zu bemängeln.

Fazit

Mit ihrem neuen Werk 1/3 – Auf einem Nenner weiß Chiba erneut, Shojo-Fans mit charmanten Charakteren und einer langsam Fahrt aufnehmenden Story zu fesseln. Kleinere Höhepunkte motivieren zum Weiterlesen und die Charaktere versprechen mit ihren Persönlichkeiten interessante Entwicklungen. Freundschaft und Liebe bleiben das zentrale Thema, ohne es zu überstürzen. Zeichnerisch bleibt sich Chiba treu und wartet mit ihrem typischen Zeichenstil auf, den sie deutlich verbesserte. Die hübschen Hintergründe runden das Gesamtbild ab und schaffen so einen neuen Leckerbissen für die Fans. Neueinsteiger dürfen gleichermaßen zugreifen, wenn sie langsame Romanzen mit wachsender Komplexität mögen.

Info

Name 1/3 – Auf einem Nenner
Original Name: 1/3 ⅓ さんぶんのいち
Transkription: Sanbun no Ichi
Von: Kozue Chiba
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: 11. Oktober 2018
Preis: € 6,50
Genre: Romance
Empfehlung: 13+
ISBN: 978-3-8420-4643-6

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