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And you thought there is never a Girl online? – Ein Otaku zum Verlieben

Dem gewöhnlichen japanischen Otaku hängt das Vorurteil an, dass er bei dreidimensionalen, sprich richtigen Mädchen, keine guten Chancen hat. Was aber passiert, wenn ein Gamer seine virtuelle Frau auch in der Realität trifft? Dann wird die Sache ein wenig kompliziert, wie And you thought there is never a Girl online? beweist.

Der Schüler Hideki Nishimura verbringt fast seine gesamte Freizeit mit dem Online-Game „Legendary Age“. In dem RPG-Game erlebt er als Schwertkämpfer Rusian spannende Abenteuer. Er gehört zur Gilde „Alley Cats“, die außer ihm noch aus dem Schwertkämpfer Schwein, dem Magier und Gilden-Gründer Meister und der Heilerin Ako besteht. Im Chat unterhalten sich die Spieler miteinander, bis Meister auf die Idee kommt, man könne sich ja auch einmal im echten Leben treffen.

Das ist Hideki gar nicht recht, denn nach einer verpatzten Liebeserklärung in der Vergangenheit zieht er klare Grenzen zwischen Spiel und Realität. Damals machte er der süßen Spielfigur Nekohime einen Heiratsantrag, nur um die Info zu bekommen, dass es sich bei ihr um einen älteren Kerl handelt. Seit diesem Tag ist für Hideki klar: Bloß nie wieder eine Online-Frau. Allerdings hat er sich im Spiel von Ako überreden lassen, sie zu heiraten, schließlich bedeutet das für sein alltägliches Leben nichts weiter. Hideki wird eines Besseren belehrt, als er seine Online-Freunde das erste Mal trifft. Alle Spieler gehen zusammen in dieselbe Schule. Ako kann zwischen Spiel und Realität nicht unterscheiden und stellt so auch jetzt Besitzansprüche an ihren „Rusian“…

And you thought there is never a girl online? Screen 1Ein verliebter Otaku contra ein Junge zum Verlieben

Die Verbindung Schüler und RPG-Spiel ist nicht neu. Während in den meisten ähnlich gelagerten Anime der Otaku irgendwann in der Spielewelt landet und dort zum großen Helden mutiert, geht And you thought there is never a Girl online? genau den gegenteiligen Weg. Die Handlung spielt zwar weiterhin in beiden Welten, allerdings beschäftigt sich die Serie eher mit den zwischenmenschlichen Abenteuern.

Während die „Alley Cats“ im Spiel gut funktionieren, gestaltet sich der Alltag der Gruppe schon fast spannender als jedes Game. Die Schüler müssen sich im Alltag durch einen Dschungel von Alters- und Standesunterschieden arbeiten, denn das Hierarchiedenken an den meisten Schulen sollte man nicht unterschätzen. Es sei denn, man heißt Ako und hält das ganze Leben für ein Spiel.

Die Serie lebt vor allem von den sehr realen Problemen der Figuren, die sich anders als im Game nicht durch Draufhauen oder Magie lösen lassen. Die unterschiedlichen Charaktere müssen sich erst zusammenraufen, um schlussendlich festzustellen, dass sie im realen Leben fast ein genauso gutes Team abgeben wie im Spiel und eine gemeinsame Mission schweißt die Schüler zusätzlich zusammen.

And you thought there is never a girl online? Screen 5Obwohl And you thought there is never a Girl online? amüsant und mit einigen netten Fan-Service-Einlagen an die Situation herangeht, befasst sich der Anime mit durchaus ernsten Themen wie Realitätsverlust. Ako wirkt in ihrer leicht verträumten Art zwar sehr niedlich, trotzdem hat sie ein Problem, das heutzutage nicht unterschätzt werden darf. Immer mehr Jugendliche verbringen ihre gesamte Freizeit in der virtuellen Welt und haben Probleme damit, diese von der Realität zu unterscheiden. In dieser Hinsicht macht der Anime auch Mut, denn durch das Zusammentreffen online scheint eine starke Offline-Gemeinschaft zu entstehen.

Die bunte Realität des Hideki Nishimura

Hideki ist zwar die Hauptfigur der Geschichte, er muss sich gegen die resoluten Damen um sich herum aber erst einmal durchsetzen. Bei dem Überschuss an weiblichen Protagonisten ist ein leichtes Abgleiten in Richtung Harem nicht verwunderlich. Da die Mädels mit ihren Reizen in der Regel nicht geizen, hat der Otaku auch einiges an Vorlagen.

Die Tatsache, dass Hideki irgendwann zwischen seinen Mitspielerinnen und ihren männlichen Avataren im Game nicht mehr unterscheidet, sorgt für weiteren Fan-Service. Denn Meister, eigentlich die Schülerratspräsidentin Kyou Goishin, ist etwas älter als ihre Mitspieler und schon sehr fraulich gebaut. Bei Ako ist auch hier der Unterschied zwischen Online- und Offline-Modus so gut wie nicht vorhanden. Die sieht in beiden Versionen eigentlich sehr niedlich aus, wenn man von kleineren Eifersuchtsattacken mal absieht.

And you thought there is never a girl online? Screen 4Bei Ako fällt die Schwäche in der Animation am ehesten auf. Die männlichen Figuren sind gut getroffen und von ihrem Styling her ansprechend gestaltet. Bei den Mädchen ist project No. 9 übers Ziel hinausgeschossen. Große Augen, die das Gesicht dominieren, erwartet man bei einer Haremsgeschichte. Für den Mund sollten die Zeichner aber dann auch noch ein wenig Platz einplanen, der über einen Strich á la Teddybär hinausgeht. Das soll niedlich wirken, sorgt insgesamt allerdings eher für Irritationen.

Beim Studio project No. 9 handelt es sich um eine neue junge Produktionsfirma, die erst seit 2009 im Anime-Geschäft mitmischt. Dementsprechend übersichtlich gestaltet sich die Liste der Titel. And you thought there is never a Girl online? ist das erste Projekt des Studios, das es überhaupt zu einer deutschen Sprachfassung gebracht hat. Insgesamt arbeitete project No. 9 bisher vorrangig an Adaptionen von Print-Vorlagen. Das letzte Werk Pastel Memories läuft seit Anfang des Monats bei Anime on Demand im Stream.

Augen zu und durch

Bei der Synchronisation griff das Studio auf Sprecher zurück, die bereits einige Erfahrung mitbringen. Das merkt man auch. Toshiyuki Toyonaga schafft es als Otaku Hideki irgendwie immer zwischen Enthusiasmus für das Spiel, Sorge um Ako und leicht genervt sein von derselben zu wechseln, während Rina Hidaka sowohl deren Verträumtheit/Weltfremdheit als auch ihre manchmal schon sehr skurrilen Anfälle gut rüberbringt.

Die deutsche Vertonung erfolgte durch DMT – Digital Media Technologie in Hamburg. Diese holte mit Alexander Merbeth einen noch eher unerfahrenen Sprecher mit ins Boot, der seine Sache allerdings recht ordentlich macht. Linda Fölster verfügt schon über einige Erfahrung als Sprecherin in Anime, sodass sie ihrer Rolle mehr als gerecht wird.

Anfangs wirken die Dialoge insgesamt ein wenig holprig, was manchmal an der ein wenig umständlichen Wortwahl liegt. Die Sprecher finden sich allerdings schnell in ihre Rollen ein und die Dialoge werden flüssiger und auch altersgemäßer, sodass And you thought there is never a Girl online? sowohl in der Original-Tonspur als auch in der deutschen Übersetzung Spaß macht.

And you thought there is never a girl online? Screen 3Als Extra legt Nipponart dem ersten Volumen der Serie ein kleines Booklet bei, in dem die ersten weiblichen Figuren näher vorgestellt werden. Ein großer Sticker ermöglicht es dem deutschen Otaku die Helden des Anime immer und überallhin mitzunehmen. Diese runden die erste Veröffentlichung And you thought there is never a Girl online? ansprechend und passend ab.

Fazit

And you thought there is never a Girl online? nähert sich einer bekannten Grundidee auf eine etwas andere Art und Weise. Anstatt die Figuren gänzlich in eine Fantasy-Welt zu schicken, müssen die Schüler ihren Alltag zwischen Schulhierarchie und Online-Gruppendynamik auf die Reihe bekommen, was dem einen mehr, dem anderen weniger gut gelingt. Vor allem Hideki erweist sich als Otaku mit Herz als Charakter, der schnell Pluspunkte sammeln kann.

Die Mischung aus Comedy, Fan-Service und durchaus ernsten Ansätzen macht die Geschichte abwechslungsreich. Aufgepeppt durch ein wenig Action und einige dynamischen Kämpfe mit schicken Magie-Attacken bietet die Reihe für männliche Zuschauer den passenden Stoff. Durch die Liebesgeschichte Ako Hideki/Rusian und ein bisschen Slice of Life werden auch Mädchen angesprochen. Da sich der Fan-Service bisher in Grenzen hält, werden auch diese ihre Freude an der Geschichte haben.

And you thought there is never a Girl online? Otaku-GirlInfo

And you thought there is never a Girl online?
Original Name: ネトゲの嫁は女の子じゃないと思った?
Transkription: Netoge no Yome wa Onnanoko ja Nai to Omotta?
Studio: project No. 9
Deutscher Publisher: Nipponart
Regisseur: Shinsuke Yanagi
Drehbuch: Tatsuya Takahashi
Musik: Maiko Iuchi
Erschienen am: 25. Januar 2019
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg
Dialogregie: Detlef Klein
Länge: 12 Episoden (Vol. 1: Folge 1-4)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Supernatural, Action, Drama, Fantasy, Mystery
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray/DVD

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