• Reviews

Aura: Koga Maryuin’s Last War (Blu-ray) – Von Sticheleien bis hin zum Mobbing

Am 13. November veröffentlichte der Publisher KSM Anime den Anime-Film Aura: Koga Maryuin’s Last War auf dem deutschen Markt. Was der Film zu bieten hat, erfahrt ihr hier.

Die Geschichte handelt von Ichirō Satō, für den gerade erst die Oberschule begonnen hat. Als er sich eines Tages nachts in die Schule schleicht, um ein Schulbuch, das er vergessen hatte, zu holen, trifft er auf ein Mädchen. Das Mädchen bezeichnet sich selbst als Hexe aus einer Parallelwelt. Für Satō ist das nicht neu, er selbst litt bereits an „Größenfantasien“, jedoch wollte er diese mit Beginn der Oberschule hinter sich lassen.

Die Flucht vor der eigenen Realität

Zu Beginn des Films wird dem Zuschauer – nach einem kurzen Akt in einer Fantasiewelt – ein wenig Zeit gegeben, damit dieser sich ein wenig in die Materie einfindet. Nach einer solchen Einführungsszene geht man in der Regel nämlich nicht davon aus, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Slice-of-Life-Anime mit dem Schwerpunkt auf Drama handelt. Der Fokus liegt anfangs größtenteils auf Ichirō, wobei Ryōko im Laufe des Films immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aufgrund seines eigenen kleinen Geheimnisses und durch ein wenig Nachdruck seines Klassenlehrers beschließt Ichirō, dem Mädchen, das vor der Wirklichkeit flieht, durch ihren Alltag zu helfen. So nimmt die Geschichte der beiden Satōs ihren Lauf.

Aura: Koga Maryuin's Last War
Bild: 2013 Studio AIC ASTA, Marvelous Inc., Aura Film Partners / 2008 Romeo Tanaka, Shogakukan

Was zunächst stark nach einem harmlosen Anime mit genügend Comedy-Elementen aussieht, entpuppt sich im Nachhinein als mehr als ernst zu nehmendes Drama mit dem Schwerpunkt auf das heikle Thema Mobbing im Zusammenhang mit Gewalt, Drohung und Erpressung. Dass dies vor allem während der Schulzeit keine so tolle Sache ist, dürfte wohl klar sein. Doch wenn man die Größenfantasien der betroffenen Charaktere miteinbezieht, verschlimmert sich die Situation gleich um ein Vielfaches. Das Gewicht der emotionalen Aspekte nimmt im Verlauf immer stärker zu, sodass man die Gedanken und Gefühle der Charaktere überaus gut nachvollziehen kann. Parallel dazu entwickelt sich eine gewisse Abneigung gegenüber anderen Figuren, die aber nachvollziehbar ist. Wie man also sehen kann, schafft es Aura: Koga Maryuin’s Last War gewiss, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

Die psychologischen und gesellschaftskritischen Ansätze sind ebenfalls nicht zu verachten. Zu sehen bekommt man zwar einige Charaktere, die in ihre persönliche Fantasie flüchten, doch was genau steckt dahinter? Dieser Film befasst sich auch mit der Unzufriedenheit und dem Unwohlsein von Menschen mit ihrem Leben und unserer Welt. Sie haben das Gefühl nirgends dazuzugehören und schotten sich daher in einer fiktiven Vorstellung von ihren Problemen und Ängsten ab, merken jedoch nicht, wie sehr sie sich damit schaden. Diese und ein paar weitere Thesen werden innerhalb der doch ziemlich kurzen Dauer des Films stark fokussiert, wenn man genauer hinter die Fassade schaut.

Aura: Koga Maryuin's Last War
Bild: 2013 Studio AIC ASTA, Marvelous Inc., Aura Film Partners / 2008 Romeo Tanaka, Shogakukan

Obwohl der Abendfüller nun bald fünf Jahre hinter sich hat, kann er optisch mit aktuellen Titeln mithalten. Besondere Spezialeffekte für z. B. Action-Szenen werden jedoch eher weniger gebraucht, weshalb dieser Faktor bei diesem Vergleich natürlich nicht berücksichtigt wurde. Der Stil ist passend gewählt, sodass die jeweils vermittelte Atmosphäre authentisch im Bild eingefangen und visualisiert wird. Hierzu dienen beispielsweise klassische Elemente wie die Abenddämmerung.

Dasselbe gilt für den Soundtrack, der die stimmungsschwankende Handlung mit variationsreichen Musikstücken gelungen untermalt. Das Ending zum Film bietet vor der finalen Szene einen entspannten Ausklang. Auch der Track, der während des Vorspanns zu hören ist, klingt prima, aber auch gleichzeitig so, als stamme er aus einem Disney-Streifen.

Aura: Koga Maryuin's Last War
Bild: 2013 Studio AIC ASTA, Marvelous Inc., Aura Film Partners / 2008 Romeo Tanaka, Shogakukan

Im deutschen Cast sind diesmal u. a. die bekannten Stimmen von Konrad Bösherz, Anita Hopt, Reinhard Scheunemann, Patrick Keller oder Sebastian Fitzner zu hören. Die beiden Satōs bekommen ihre Stimmen von Julian Mau (Norn9, Tokyo Ghoul Root A) und Angelina Geisler (Pandora Hearts, Maid-Sama) verliehen. Fans, die gerne Anime mit deutscher Synchronisation schauen, dürften mit der Arbeit zufrieden sein. Wer allerdings generell die japanische Originalfassung bevorzugt, wird in diesem Film keine Ausnahme finden, da der O-Ton hier eindeutig der überzeugendere ist. Da die Disc beide Tonspuren beinhaltet, kommen jedoch beide Seiten auf ihre Kosten.

Extras: Auf der Disc sind wie gewohnt Trailer und eine Bildergalerie enthalten.

Fazit: Was zunächst nach einem Fantasy-Anime aussieht und sich kurz darauf zu einer Mischung aus Comedy und Slice of Life im Schulsetting entwickelt, entpuppt sich im Nachhinein als ernst zu nehmendes Drama. Aura: Koga Maryuin’s Last War setzt sich nicht nur mit dem Thema Größenfantasien auseinander, sondern kombiniert dieses mit gesellschaftskritischen Aspekten wie Mobbing und Ausgrenzung.

Info

Aura: Koga Maryuin's Last War
Bild: KSM Anime

Aura: Koga Maryuin’s Last War
Original Name: AURA ~魔竜院光牙最後の闘い~
Transkription: Aura: Maryūinkōga Saigo no Tatakai
Studio: AIC ASTA
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Seiji Kishi
Drehbuch: Makoto Uezu, Jun Kumagai
Musik: Michiru Ōshima
Erschienen am: 13. April 2013 (Japan), 13. November 2017 (Deutschland)
Synchronisation: GlobaLoc GmbH, Berlin
Dialogregie: Daniel Faltin
Länge: 83 Minuten
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Comedy, Drama, Romance, School
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

Bei Amazon kaufen

Anzeige


Anzeige

1 COMMENT

  1. Das Thema Mobbing an Schulen zu behandeln fand ich sehr gut gelungen.
    Ernstes und auch wichtiges Thema finde ich und genau das spiegelt Aura auch wieder.
    Leider war der Film irgendwie zu nah an Chunibyo & Other Delusions! sodas man die Sache mit dem “Achtklässler-Syndrom” schon kannte. Auch die Charaktere ähnelten sich zu sehr.
    Das Ende war mir ein wenig überdramatisiert.
    So kann man sagen, Thema und auch wie das Theme angegangen ist war gut, trotzdem hatte man das Gefühl es schon irgendwie gesehen zu haben.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück