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B: The Beginning (Volume 1, Blu-ray) – ein hoffnungsloser Fall?

Mit B: The Beginning erschien am achten März 2018 einer der ersten von Netflix produzierten Anime. Im September des gleichen Jahres sicherte sich Universum Anime die Lizenz des Blockbusters aus dem Hause Production I.G. (Ghost in the Shell, Usagi Drop). Hiermit werfen wir einen Blick in das erste Volume des Anime.

Die Skepsis in der Anime-Community war groß, als Netflix im Oktober 2017 ankündigte 80 Millionen US-Dollar in über 30 Animeserien und 80 Filme zu investieren. Schließlich war Netflix nur für ihre sogenannten “Netflix Originals” im Bereich der klassischen Serie bzw. des klassischen Films bekannt. Doch die Geschichte von B: The Beginning geht sogar noch ein Jahr weiter zurück. Bereits im Februar 2016 kündigte Netflix die weltweite Veröffentlichung des unter Perfect Bones betitelten Projektes an. Die Regie führt dabei Kazuto Nakazawa, welcher unter anderem für das Musikvideo zu Linkin Parks “Breaking the Habit” verantwortlich war.

Der Handlungsbogen lässt sich folgendermaßen erklären: In einer Welt, die von fortschrittlicher Technologie angetrieben wird, entfaltet sich das Verbrechen in der archipelagischen Nation von Cremona. Keith Flick – ein ehemaliger Ermittler der königlichen Polizei RIS – eine geheimnisvolle kriminelle Organisation und eine breite Palette an Charakteren rennen durch die befestigte Stadt, die von dem Serienkiller B und einer Kette von Verbrechen erschüttert wird.

Was ist der rote Faden?

Kommen wir direkt zum größten Dämpfer: Die Story ist in den vier Episoden sehr konfus. Man wird praktisch ins kalte Wasser geworfen. Von der ersten Minute an passieren Dinge, bei denen der Anime sich keinerlei Zeit nimmt, diese irgendwie zu erklären. Innerhalb der ersten Episode passieren mehrere Dinge gleichzeitig – von einem versuchten Mord über darauffolgende tägliche Polizeiarbeit, bis hin zu einer (übernatürlichen) Kampfsequenz auf einem fahrenden Zug ist alles drin, was die Aufmerksamkeit auf den Anime lenkt. Eine ruhige Erzählstruktur? In den ersten drei Episoden quasi nicht vorhanden. Vieles muss man sich selbst zusammenreimen. Irgendwie klappt das aber auch, denn B: The Beginning schafft es, eine Art “Katz und Maus”-Spiel zu entwickeln, was für eine Krimi-Serie essenziell ist, wenn sie von einem Jäger und einem Gejagten handelt. Erst mit der vierten Episode gibt es einige ruhige Momente, die den Hauptcharakteren Keith und Lily gewidmet sind.

Die Charaktere werden übrigens in den ersten vier Episoden unterschiedlich repräsentiert. Mit Keith haben wir den klassischen (perversen) Superermittler, während Lily die tollpatschige Begleiterin darstellt. Diese sind auch neben dem RIS (Royal Investigation Service) und dem mysteriösen Koku die einzigen, die eine Art Einleitung bekommen. Koku übrigens wirkt in den ersten vier Episoden massiv deplatziert. Er erscheint, macht irgendwas und verschwindet. Eine Andeutung seiner Ansichten oder die der Antagonisten? Fehlanzeige. Die sind durchgehend böse und hecken irgendeinen Plan aus.

Das ungleiche Duo Lily und Keith geraten oft aneinander. © Universum Anime

Gerade das Duo um Lily und Keith sorgt in seinen gemeinsamen Momenten für eine gewisse Auflockerung der Serie – trotz des Krimi-Faktors bietet der Anime auch lustige Momente, die die Geschehnisse (teilweise unpassend) auflockern. Trotz aller Sympathie zu den Charakteren (die irgendwie vorhanden ist), merkt man allerdings den Griff in die Stereotypen-Kiste.

Gekonnte Qualität von Production I.G.

Optisch ist die Serie überdurchschnittlich gut produziert. Wunderschöne Hintergründe wechseln sich mit einem tollen Charakterdesign ab. Dafür war Kazuto Nakazawa zuständig, der unter anderem auch die Charaktere zu Samurai Champloo und Days (TV) gezeichnet hat. Ansonsten haben Production I.G. und die LandQ Studios auch bei den Kampf- und CGI-Sequenzen sehr gute Arbeit geleistet.

Audiovisuell bricht B: The Beginning mit der üblichen Regel, ein Anime-Opening in Form einer 1:30 Minuten-Sequenz einzubauen – bei B wird lediglich ein 15-Sekunden-Einspieler verwendet, welcher mit Symbolik und einer Art “Summen” auf die Serie einstimmt. Diese Art von Opening wird vor allem in westlichen TV-Serien verwendet, was hier die These unterstreicht, dass die Serie auch das normale Publikum abseits der Animefans ansprechen soll.

Beim Ending hingegen greift Netflix in die Kontaktkiste und serviert uns ein Featuring, das sich nicht nur auf Papier erstklassig anhört – auch das Endprodukt überzeugt. Man konnte niemand anderen als den ehemaligen Gitarristen von MEGADETH, Marty Friedman sowie Jean-Ken Jonny (MAN WITH A MISSION) und KenKen verpflichten. Friedman komponierte das Lied, während Jean-Ken Jonny die Lyrics schrieb. Und es kann sich wirklich hören lassen:

Der Serien-Soundtrack wurde von Yoshihiro Ike komponiert und ist relativ unauffällig, aber passend zur Serie.

Keine Überraschungen vorhanden

Universum Anime übernahm die Synchronisation von Netflix – man muss hier also keinerlei böse Überraschungen erleben. Die Sprecher um Saskia Bellahn (Lily Hoshina), Sascha Draeger (Keith Kazama Flick) und Daniel Kirchberger (Koku) sind passend gewählt und bringen nur selten Fremdschämmomente in der Synchronisation mit. Gerade Sascha Draeger als Keith Flick ist sehr passend gewählt, die Stimme passt gut zu so einer Person wie ihm.

Absolutes Minimum von Universum Anime

Die Extras sind auf dem klassischen Universum-Anime-Niveau. Volume 1 besitzt neben den ersten vier Episoden mehrere Anime-Trailer und das textless Ending. Der Anime wird als klassische Amaray geliefert.

Das Fazit: solider Aufbau, allerdings zu wirr gestaltet

Mit B: The Beginning Volume 1 haben wir eine Krimi-Serie, die in den ersten vier Episoden viel versucht und dabei gnadenlos überladen wirkt. Es passieren storytechnisch so viele Dinge in einem derart hohen Tempo, dass man als Zuschauer (der die Serie vielleicht zum ersten Mal schaut) genervt wegdrücken und es als Fehlkauf titulieren könnte. Zwar geht das Tempo mit der vierten Episode ein Stück zurück, ganz überzeugen kann es trotzdem noch nicht. Das Krimi-Genre ist in Deutschland definitiv unterpräsentiert, weshalb ich für jene Genre-Fans eine Empfehlung aussprechen kann. Für die, die schöne Action sehen möchten, ist dieses Volume auch etwas, allerdings wird sie der komplizierte Storyaufbau stören.

Bild: Universum Anime

B: The Beginning
Original Name: B: The Beginning
Transkription: B: The Beginning
Studio: Production I.G.
Deutscher Publisher: Universum Anime
Regisseur: Kazuto Nakazawa
Drehbuch: Yoshiki Yamakawa
Musik: Yoshihiro Ike
Erschienen am: 3. März 2018 (weltweit), 8. März 2019 (Deutschland)
Synchronisation: CSC-Studio, Hamburg
Dialogregie: Angelika Scharf
Länge: 12 Episoden (Vol. 1: Ep. 1-4)
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Krimi, Mystery, Supernatural, Action
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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