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Bleach, Box 1 – Die Anfänge des Aushilfe-Shinigami Ichigo Kurosaki!

Im Juni 2017 veröffentlichte Kazé die erste DVD-Box mit den Episoden 1 bis 20 zur Anime-Adaption von Tite Kubos Shonen-Manga Bleach.

Ichigo Kurosaki besitzt seit seiner Kindheit die Fähigkeit, Geister zu sehen. Eines Tages begegnet er Rukia, einem Shinigami. Es dauert nicht lange, da wird Ichigo in eine Auseinandersetzung mit einem sogenannten »Hollow« verwickelt. Infolgedessen macht Rukia ihn kurzfristig zu einem Shinigami, damit er seine Familie und Freunde vor der Bedrohung beschützen kann. Bei diesem Prozess verlor das Mädchen allerdings ihr Kräfte, woraufhin Ichigo für sie einspringen muss, damit jemand ihre Aufgaben in der realen Welt erledigt. Diese bestehen darin, Hollow zu reinigen und in den Himmel beziehungsweise die Hölle zu führen …

Bleach
Ichigo wird zum Shinigami // © Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot

Die insgesamt 366 Episoden von Studio Pierrots Anime-Adaption zu Tite Kubos Hit-Manga Bleach debütierten in den Jahren 2004 bis 2012 im japanischen TV. Das Anime-Franchise wurde zudem um vier Animationsfilme erweitert, von denen Kazé hierzulande lediglich zwei herausgab. Fans dürften jedoch über eine Neuauflage spekulieren und das eventuelle Nachlegen der fehlenden Kinofilme, jetzt wo die TV-Serie eine Re-Edition erhält.

Die TV-Serie zu Bleach ging bereits im Jahr 2008 im deutschsprachigen Raum an den Start. Panini Video gab die ersten 20 Episoden auf DVD heraus, während der PayTV-Sender Animax damals die ersten 52 Folgen in deutscher Tonfassung ausstrahlte. Wer zu Kazés DVD-Release greift, den erwartet diese damalige TV-Fassung. Auf drei Discs verteilt der Publisher in Box 1 die ersten 20 Episoden. Das Release schaut optisch attraktiv aus und ist Dank des Schubers robust, allerdings wartet es mit keinerlei Extras auf.

Aller Anfang ist schwer …

Die Episoden 1 bis 20 umfassen den ersten Handlungsbogen der Serie. Dort fängt alles an. Der Storyabschnitt verläuft sehr shonentypisch. So erlangen der Held und dessen Freunde zunächst einmal spezielle spirituelle Kräfte, mit denen sie die bösen Seelen – nämlich die Hollows – bekämpfen können. Zudem erhalten die Hauptfiguren erste Einblicke, was der Sinn und Zweck hinter der Sache ist. Komplex wirkt die Handlung zu Beginn tatsächlich nicht, jedoch sorgen die Charaktere für reichlich Slapstick, Action und Drama.

Bleach
Gin Ichimaru & Ichigo Kurosaki treffen aufeinander // © Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot

Die reichliche Sammlung an Figuren beschert Entertainment …

Bleach bietet jede Menge unterschiedliche Charaktere, von denen die Serie lebt. Für reichlich Humor und Fanservice ist dadurch stets gesorgt. Die Konstellation ist zwar shonentypisch, aber man muss das Blatt nicht immer neu schreiben, um gute Unterhaltung zu schaffen.

Wir haben hier den mutigen aber etwas engstirnigen Helden Ichigo Kurosaki, der in seiner Tätigkeit als Aushilfe-Shinigami schnell dazulernt. Rukia wiederum ist ein gewissenhaftes und burschikoses Shinigami-Mädchen. Wir reden hier von zwei Sturköpfen, die aufeinandertreffen. Daher kann sich jeder Zuschauer denken, wie Rukia und Ichigo oftmals miteinander umgehen. Mit Orihime Inoue tritt ein nettes und verpeiltes Mädchen auf den Plan, das ein Auge auf Ichigo geworfen hat. Ihre üppige Oberweite wird im Endeffekt zu einem Auslöser für etwas Fanservice. Chad entpuppt sich wiederum als der ruhige Beste-Freund-Typ mit Bärenkräften. Mit Uryuu kommt die intelligente Brillenschlange mit Konkurrenzverhalten gegenüber Ichigo ins Spiel. Perfekte Kombi, oder?

Positiv sind ebenso die Hintergrundgeschichten und Verknüpfungen der einzelnen Figuren. Zu Beginn werden diese noch nicht so komplex, jedoch kristallisieren sich in der ersten Season mit Kisuke Urahara und der Kurosaki-Familie gewisse Schlüsselmomente heraus, die künftig an Bedeutung gewinnen könnten.

Bleach
Kisuke Urahara // © Tite Kubo/Shueisha, TV TOKYO, dentsu, Pierrot

Die Zusammenarbeit von Bild und Ton erweist sich als stark

Optisch merkt man der Serie an, dass die Produktion schon 13 Jahre zurückliegt. Studio Pierrot ist es allerdings für damalige Zeiten gut gelungen, die Kampfszenen dynamisch wirken zu lassen. Hier spielten die Macher auch ein wenig mit auffallenden Farben – seien es Momente, in denen Hollow auftauchen oder spirituelle Fähigkeiten angewandt werden. Nicht ganz so optimal ist dagegen das Bild auf der DVD. Insbesondere auf einem großen Bildschirm werden Flashback-Szenen äußerst verwaschen dargestellt.

Der Animation gelingt es im Zusammenspiel mit dem Soundtrack aus der Feder von Shiro Sagisu ebenfalls, den Zuschauer emotional zu fesseln. In Slapstick-Momenten setzte Pierrot auf deformierte Charakterdesigns und vereinfachten Grafiken, die den Humor unterstützen. Gleichzeitig erklingt eine heitere und lustige Musik. Wiederum wechselt die Stimmung bei angespannten Ereignissen. So setzt in meist düster dargestellten Auseinandersetzungen Elektrorock ein. Kämpfe enden übrigens manchmal sehr blutig, was die FSK 16 begründet. Im Kontrast dazu wurden traurig angehauchte Szenen mit melancholischen Klavierklängen untermauert.

Ein Hingucker ist übrigens auch die Opening-Sequenz – schrill, einfallsreich und farbenfroh! Samt des Ohrwurms „*~Asterisk“ von der japanischen Band Orange Range ergibt dies einen feinen Einstieg. Doch auch die Abspänne wissen zu überzeugen. In Episode 1 bis 13 erklingt der ruhige und schöne Track „Life is Like a Boat“ von Rie Fu. Wiederum ist in den restlichen Folgen die poppige Rap-Nummer „Thank You!!“ von HOME MADE KAZOKU zu hören.

Die Sache mit dem deutschen Cast und der deutschen Umsetzung …

Wo der japanische Cast im Großen und Ganzen eine sehr gute Arbeit leistet, die emotionalen Höhen und Tiefen der Serie zu transportieren, weiß die deutsche Vertonung nicht auf ganzer Ebene zu überzeugen. Kazé veröffentlicht die erste DVD-Box von Bleach mit dem Cast aus der Produktion von G&G Studios unter Panini Anime im Jahr 2009. Das heißt, sämtliche Dialog- und Aussprachefehler sind geblieben. Insbesondere Namen oder andere Bezeichnung wurden häufig falsch ausgesprochen — ob es nun das wirklich nervige „Rükia“ anstatt „Rukia“ oder die Eindeutschung von „Zanpakuto“ anstatt der korrekten Version mit stummen „u“ ist.

Versteht mich nicht falsch, grundsätzlich ist es nicht verkehrt, wenn man sich für einen gewissen Faden der Aussprache entscheidet. Allerdings fand G&G Studios diesen grünen Faden nicht. Zur Erklärung: Rukias Name mit „ü“ zu wählen tatsächlich nicht falsch. Der japanische Cast spricht nicht immer dialektfrei, insbesondere der aus Fukuoka stammenden Ryotaro Okiayu (Byakuya Kuchiki) bezeichnet das Mädchen oft als „Lükia“. Aber richte ich mich als Dialogautor bzw. -regisseur nach so einer Ausnahme? Auf der einen Seite richteten sich die Macher nach der japanischen Aussprache auf der anderen nach der Romanji-Schreibung – klingt nun nicht gerade nach einer klaren Linie, oder?

Aufseiten der männlichen Besetzung konnten mich Konrad Bösherz in der Rolle von Ichigo Kurosaki, Kim Hasper als Kisuke Urahara, David Turba alias Kon und zu guter Letzt David Nathan in der Rolle von Renji Abarai sehr überzeugen. Alle vier genannten Sprecher wachsen in ihre Rolle und gehen stimmlich aus sich hinaus. Sie geben demnach die Persönlichkeiten ihrer Figuren authentisch wieder.

Was den weiblich Cast betrifft, hier empfand ich Ilona Otto in der Rolle von Orihime Inoue fehlbesetzt. Die Sprecherin besitzt auf natürliche Art eine feminine Stimme, die sie in der Serie künstlich verniedlicht. Antje von der Ahe ist wiederum als Rukia Kuchiki zu hören. Sie ist in meinen Auge die einzige deutsche Besetzung, die zumindest stimmlich optimaler als ihre japanische Besetzung wirkt. Fumiko Orikasa verstellt ihre Stimme künstlich tiefer, um die Figur burschikos wirken zu lassen. Von der Ahe verzichtet darauf, wodurch ihre Stimme natürlich wirkt, geht allerdings in ihrem Schauspiel zu wenig aus sich hinaus, weshalb sie rein von der Performance her nicht mit Orikasa mithalten kann.

Im Großen und Ganzen besitzt die deutsche Vertonung gute aber großteils auch sehr dezent gewählte Synchronsprecher/innen. Demzufolge empfehle ich an dieser Stelle den japanischen Cast, da dieser die Stimmung der Serie besser wiedergibt.

Bleach ist ein Toptitel unter den Shonen-Serien, das lässt sich nicht verleugnen und hat auch seine Berechtigung. Die Handlung verläuft zwar genretypisch, wartet aber mit reichlich Unterhaltung auf. Dennoch gibt es zwei Punkte, die Anime-Fans bedenken sollten, bevor sie zu dieser DVD-Box greifen: Lege ich mir die ersten 20 Folgen einer 366 Episoden langen Serie zu, von der ich noch nicht einmal weiß, ob der Publisher die restlichen Staffeln nachlegt? Und selbst wenn dem so wäre: Gelingt es Kazé im Endeffekt den großteils nicht gerade zufriedenstellenden deutschen Cast nach so vielen Jahren für die Vertonung weiterer Episoden zu begeistern? Für mich persönlich zwei sehr wichtige Fragen. Denn was bringt es, eine unvollständige Anime-Reihe bei sich stehen zu haben, beziehungsweise eine vollständige, bei der der Cast ab Season 4 wechselt (im schlimmsten oder je nach dem wie man´s nimmt idealen Fall komplett). Und wäre es vielleicht nicht besser gewesen, die Serie neu zu vertonen? Die Kaufentscheidung nehme ich niemandem ab, aber diese Kernpunkte sollten durchaus bedacht werden.

Info
bleach box 1Bleach, Box 1
Original Name: ブリーチ
Transkription: Bleach
Studio: Studio Pierrot
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Noriyuki Abe
Drehbuch: Genki Yoshimura u. a.
Musik: Shiro Sagisu
Erschienen am: 16. Juni 2017
Synchronisation: G&G Studios
Dialogregie: Richard Westerhaus
Länge: 500 Minuten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Action
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Medium: Amazon: Blu-ray
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2 Kommentare

  1. Alles in allem ein guter, ausführlicher Bericht, aber ich muss hinzufügen, dass „Rukia“ auch auf allen Ausspracheseiten, die Japanisch unterstützen, oder von anderen Leuten als „Rükia“ ausgesprochen wird
    und demnach sehr wohl richtig zu sein scheint. Auch „Zanpakuto“ kenne ich nicht mit stummem „U“, wobei ich auch nicht viel vom japanischen Dub geschaut hab – ich weiß jedoch, dass es auch heutzutage noch oft vorkommen kann bzw. vorkommt, dass bei deutsch synchronisierten Anime Namen mit oder ohne „i“ und „u“ ausgesprochen werden. Da würde ich das Synchronstudio nicht gleich verteufeln. Und natürlich gibt es im Japanischen auch Dialekte, aber in der Regel – wie es mir mehrere andere Aussprachen oder „alle“ Ausspracheprogramme, die Japanisch unterstützen sagen – ist die Aussprache „Rükia“ schon auf dem richtigen Weg, würde ich behaupten.

    So, bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass ich wirklich hoffe, dass es diesmal über die 52 Episoden hinausgeht. Ansonsten wäre es ja teilweise Verschwendung für eine Neuveröffentlichung (und dann auch noch nur auf DVD) Geld auszugeben, welches noch für Lizenzen aufgewendet werden könnte.

    • da ich die japanische Dub sehr gut kenne, kann ich dir mit Gewissheit sagen, dass man Rukia dort tatsächlich nicht mit „ü“ ausspricht ^^“. Das macht nur vereinzelt der eine oder andere Synchronsprecher (Byakuyas z.B.).

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