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Code Geass: Akito the Exiled OVA 3 und 4 (Blu-ray) – Wer ist wirklich auf deiner Seite?

Am 26. Mai erschienen der dritte und vierte Teil der OVA-Reihe Code Geass: Akito the Exiled gemeinsam in einer Box beim Publisher Kazé. Für Akito, Leila und ihre Crew beginnt somit die nächste Schlacht.

Die W-0-Einheit hat das wahre Gesicht des Gegners offenbart: Es ist Shin, Akitos älterer Bruder. Dieser befahl dem Jüngeren zu sterben, indem er sein Geass bei ihm benutzte. Auf ihrem Rückweg zur Basis, Burg Weiswolf, landet die Einheit aufgrund von Komplikationen in Warschau und Akito erzählt Leila, was damals geschah. Unterdessen treiben der britannische Militärstratege Julius Kingsley, der in Wahrheit Lelouch ist und offensichtlich einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, und sein Leibwächter Suzaku Kururugi die Zusammenarbeit mit dem Ritterorden vom Heiligen Michael voran, um den europäischen Widerstand ein für alle Mal zu brechen – mithilfe einer riesigen Waffe und deren zerstörerischer Kraft …

Aus dem friedlichen Warschau zurück in den Krieg

Code Geass: Akito the Exiled
© SUNRISE/PROJECT G-AKITO

Zu Beginn beider OVAs wird man zunächst kurz in die bisherige Handlung eingewiesen, um wieder im Bilde zu sein. Nach ihrem harten Kampf hängt Leilas Einheit in Warschau fest. Ein alter, nicht gerade sympathischer Bekannter von ihr verlängert ihren dortigen Aufenthalt. Doch wie sich schließlich herausstellt, ist dies gar nicht so verkehrt für die Truppe, da sie durch dieses Erlebnis enger zusammengeschweißt wird – selbst der Einzelgänger Akito ist da keine Ausnahme. Solche Momente sind in Code Geass immer wieder schön, da man so von dem andauernden, grausamen und rücksichtslosen Krieg wegkommt und die Charaktere auch mal lächeln sieht. Dieser kurze Frieden gilt allerdings nur für diese Partei, da während dessen auf der Euro-britannischen Seite für Verstärkung gesorgt wird. Dabei treffen wir auf einige alte bekannte Gesichter.

Besonders zu Beginn ist die Handlung relativ überschaubar, aber steigert sich im weiteren Verlauf in ihrer Komplexität, parallel dazu so auch die Spannung. Nach und nach wird immer deutlicher, dass das Geass einen weitaus größeren Einfluss auf das Geschehen hat, als man anfangs vielleicht vermutet hat. Der meiste Bezug auf diese mysteriöse Fähigkeit hält sich im Gegensatz zur TV-Serie eher im Hintergrund, weshalb man umso aufmerksamer zuschauen und -hören sollte.

Code Geass: Akito the Exiled
© SUNRISE/PROJECT G-AKITO

Die Mecha- bzw. Knightmare-Gefechte sind voller Action und Dramatik, doch liegt das Hauptaugenmerk auf den strategischen Schachzügen, die die Handlung vorantreiben. Dadurch – und durch diverse Intrigen – kommt es zu zahlreichen Wendungen, die mit etwas mehr Überraschungseffekten und Unvorhersehbarkeit sogar an die der TV-Serie herankommen könnten. Auch wenn die Story an manchen Ecken ein wenig zäh und trocken erscheint, wird man allgemein dennoch prima unterhalten und bekommt eine solide Geschichte geliefert, die sich sogar zeitlich in die Originalserie einordnen ließe.

Trotz gerade einmal zwei vorangegangene OVAs lassen sich gewisse Entwicklungen bei diversen Charakteren beobachten. Allen voran steht Leilas W-0-Einheit. Wenn man nämlich bedenkt, dass vorher so gut wie kein Vertrauen vorhanden war und die “Elevens” mehr Probleme machten, als dass sie hilfreich waren, ist der aktuelle Stand schon sehr beachtlich. Man merkt jedem einzelnen von ihnen an, dass Kameradschaft für sie an oberster Stelle steht. Auf der anderen Seite gibt es dann solche Figuren wie Ashley, der sich besonders im Laufe des vierten Teils stark verändert. Über den lieben Julius wollen wir allerdings nicht allzu viele Worte verlieren. Im finalen Teil dürfte seine Rolle aber noch ziemlich interessant werden, da sein Treffen mit Shin sicher nicht das letzte Mal gewesen ist.

Vielfältige Musik und ein Spritzer CGI

Code Geass: Akito the Exiled
© SUNRISE/PROJECT G-AKITO

Die Animation bleibt weiterhin sehr hochwertig und wird mit dem markanten und einprägsamen Charakterdesign von CLAMP ausgeschmückt. Die Landschaften und Hintergründe sind ebenfalls sehr detailreich und authentisch gestaltet. Der auffälligste Faktor dürfte allerdings der übermäßige Einsatz von CGI sein, der vor allem bei den Knightmares zur Geltung kommt. Dies ist leider äußerst gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man generell eher wenig von Computer-Animationen oder gar von Mechas hält. Das Verfolgen der Schlachten wird dadurch ebenfalls ein Stück weit erschwert. Allerdings war der Gedanke hinter der Animation, dass die Knightmares wie der Lancelot oder die Andreas-Serie dadurch dynamischer wirken sollten, was ja letztlich auch der Fall ist. Diese und weitere Informationen zur Szenerie kann man u. a. aus den Interviews im Booklet entnehmen. Somit ist der CGI-Einsatz hier nicht bloß eine Steigerung der Effizienz während der Arbeit, sondern eine optische Geste für die Fans. Ob man damit nun warm wird oder nicht, ist Geschmackssache.

Die Musik reicht über ein weites Feld und bedient sich unterschiedlichster Richtungen. So kann es mal vorkommen, dass man während eines Kampfes Stücke aus dem Jazz-Bereich hört, wohingegen man während ländlicher Szenen den Klängen bestimmter Volksmusik lauschen kann. Des Weiteren haben beide Teile jeweils ihren eigenen Theme-Song, doch das Lied aus dem ersten Teil ist ebenso häufig zu hören und unterstreicht immer zur rechten Zeit die ernste, trübe und tragische Atmosphäre.

Code Geass: Akito the Exiled
© SUNRISE/PROJECT G-AKITO

Josephine Schmidt (Leila) und Jan Makino (Akito) gehen wieder prima in ihren Rollen auf, doch auch der restliche Cast wie Dirk Stollberg (Ryou), Henning Nöhren (Ashley), Nico Sablik (Julius) oder Anita Hopt (Ayano) zeigen sich weiterhin von ihrer besten Seite. An einigen Figuren wie z. B. Shins Adoptivschwester Alice, bei der die Stimme einfach zu erwachsen klang, hätte man eindeutig noch pfeilen können. Hierbei handelt es sich allerdings um wenige Nebenfiguren und es ist schön zu sehen (bzw. zu hören), dass man sich beim Main-Cast Mühe gegeben hat. Die Resultate sprechen zumindest für sich. Besser als die Synchronisation der Originalserie ist diese hier zwar nicht, aber nah dran.

Extras: Beide OVAs sind gemeinsam mit sechs Trailern auf einer Disk enthalten. Zusätzlich werden originale Skizzen von CLAMP und pro Film je ein Booklet mit Artworks, Charakter-Infos und Interviews beigelegt. Das Ganze ist verpackt in einem Digipack mit passendem Schuber, auf dem das Key Visual der dritten OVA zu sehen ist.

Mit dem dritten und vierten Teil der OVA-Reihe werden endlich Hintergründe näher beleuchtet. Die Handlung steigt zunächst ruhig und locker ein und steigert die Spannung im Laufe der beiden Filme deutlich. Die Charaktere entwickeln sich interessant weiter und die zahlreichen Wendungen können den Zuschauer für sich gewinnen. Bei der Animation könnten sich die Meinungen allerdings ein wenig scheiden.

Info

Code Geass: Akito the Exiled
Code Geass: Akito the Exiled / © Kazé

Code Geass: Akito the Exiled
Original Name: コードギアス 亡国のアキト
Transkription: Kōdo Giasu: Bōkoku no Akito
Studio: Sunrise
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Kazuki Akane
Drehbuch: Hiroshi Ōnogi, Shigeru Morita
Musik: Ichiko Hashimoto
Erschienen am: 4. August 2012 (Japan), 28. August 2015 (Deutschland)
Synchronisation: TV+Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Detlef Klein
Länge: 5 Filme in Form von OVAs (Teil 3 und 4 in dieser Box)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Military, Mecha, Drama, Action, Sci-Fi
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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