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Detektiv Conan The Movie 20 – Der dunkelste Albtraum nimmt kein Ende

Mit dem 20. Film kehrt das Detektiv Conan-Universum wieder zu seinen Anfängen zurück. Diesmal steht die Schwarze Organisation im Mittelpunkt, die einst den Stein ins Rollen brachte.

Curaçao, ein hohes Mitglied der Schwarzen Organisation, bricht in das Hauptquartier des japanischen Geheimdienstes ein und stiehlt dabei eine sogenannte Noc-Liste. Auf dieser Liste stehen Spione verschiedener Geheimdienste, die in die Organisation eingeschleust wurden. Die Frau wird dabei allerdings entdeckt und flieht aus dem Gebäude. Es entbrennt eine hitzige Verfolgungsjagd, in der schließlich sowohl Tooru Amuro als auch der Scharfschütze Shuuichi Akai verwickelt sind. Die Jagd endet zumindest für Curaçao im Fluss.

Das Toto Aquarium wurde erweitert und ist nun wieder geöffnet, was sich die Detektiv Boys natürlich nicht entgehen lassen wollen. Während sie zusammen mit Conan, Ai und Professor Agasa auf dem Weg zum Eingang sind, bemerkt der kleine Detektiv eine Frau, die orientierungslos auf einer der Banken verharrt. Besorgt spricht er die Frau, die zwei verschiedenfarbige Augen hat, an. Die Detektiv Boys wittern natürlich sofort einen neuen Fall und wollen der Frau helfen, ihre Erinnerung wieder zu erlangen. Wenn sie wüssten, was sie damit in Gang setzen …

Obwohl die Schwarze Organisation innerhalb der Geschichte immer wieder eine Rolle spielt, hat es doch recht lange gedauert, bis sie ihren “eigenen” Film bekommen hat. Dieser passt sich insgesamt sehr gut in das Franchise ein, erkennt man doch immer wiederkehrende Aspekte. Trotzdem ist es den Machern gelungen, diesen Film einen eigenen Anstrich zu geben, der unterm Strich gesehen gar nicht so schwarz erscheint, wie es der Titel verspricht.

Sein, oder nicht sein, das bleibt immer wieder die Frage

Detektiv Conan
Bild: Gosho Aoyama / Detective Conan Commitee

Die meisten Episoden des Anime und auch etliche Filme von Detektiv Conan funktionieren nach demselben Prinzip. Der Zuschauer wird Zeuge einer Tat, über den tatsächlichen Täter aber lange Zeit im Unklaren gelassen, sodass man miträtseln kann, wer es schlussendlich gewesen ist. In Der dunkelste Albtraum ist klar, wen die Kinder um Conan und Ai da eigentlich entdeckt haben, auch wenn diese darüber erst später in Kenntnis gesetzt werden. Allerdings mindert dieses Wissen in keiner Weise die Spannung der Geschichte. Es geht diesmal nicht darum, einen Täter zu ermitteln, sondern viel mehr um die Entwicklung der Figur Curaçao.

Selbstverständlich ist Conan wieder damit beschäftigt, zu beobachten und Informationen zu sammeln. Trotzdem spielt er im ersten Teil der Handlung nicht die Hautrolle, sondern muss diese an “die Frau”, wie die Kinder ihre neue Freundin nennen, und die Detektiv Boys abgeben. Diese spielen in dem Film eine richtige und bedeutende Rolle. Auch wenn sie zur eigentlichen Auflösung des Falls nicht allzu viel beitragen, trotzdem ist es die fröhliche und liebenswerte Art der Kinder, die letztlich den Ausschlag gibt.

An diesem Punkt erkennt man auch sehr gut die generelle Ausrichtung des Films. Es geht lange Zeit nicht darum, ein tatsächliches Verbrechen zu lösen, sondern einfach nur um den Menschen, hinter der eigentlichen Verbrecherin. Dabei wird auch die interessante Frage aufgeworfen, was denn nun über das Leben eines Menschen entscheidet. Sind es die jeweiligen Umstände? Das Umfeld oder doch irgendwie auch der Zufall, der entscheidet, was aus jemandem wird?

Obwohl die Idee des Gedächtnisverlustes im Allgemeinen und auch in der Detektiv Conan-Reihe nicht neu ist, wurde sie doch sehr ansprechend umgesetzt. Obwohl man natürlich weiß, wer da vor den kleinen Detektiven steht, kann man doch eine Beziehung zu der Frau, in die Curaçao sich nach ihrem Gedächtnisverlust verwandelt, aufbauen und ihr sogar Sympathie entgegenbringen. Das Ende dürfte zwar die Meinungen wieder spalten, aber meiner Meinung nach ist es durchaus passend, auch wenn man einen gewissen Kitsch-Faktor nicht von der Hand weisen kann.

Wir wissen viel und doch nichts

Da in dem Film viele vorher eingeführte Figuren vorkommen, ist dieser eher nichts für Anfänger der Reihe. Zwar werden die wichtigsten Charaktere, wie bei jedem Movie, in einem kleinen Intro vorgestellt, trotzdem fällt es ohne Vorkenntnisse schwer, diese auf die Schnelle in einen konkreten Zusammenhang zu bringen. Gerade die Noc-Agenten tauchen kurz auf und verschwinden dann wieder. Obwohl sie eigentlich innerhalb der Handlung eine sehr wichtige Rolle spielen.

Gerade des Zusammenspiel Akai und Amuro ist ein Spezielles. Obwohl beide eigentlich auf derselben Seite des Gesetzes stehen, haben sie die meiste Zeit nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig in die Parade zu fahren, was in der Regel nicht gut ausgeht. Aber auch dieser Kompetenzstreit zwischen allen teilhabenden Kräften trägt zur Entwicklung der Handlung bei. Auch wenn es die beiden Spitzenagenten ein wenig übertreiben und man eine Zeit lang mit der Überzeugung zu kämpfen hat, dass der kleine Detektiv Conan der eigentliche Erwachsene in dem Dreiergespann ist.

Die schwierigste Figur innerhalb der Handlung ist natürlich Curaçao. Einst die rechte Hand des Anführers verliert sie ihr Gedächtnis und steht plötzlich als ganz gewöhnlicher Mensch da. In diesem Zusammenhang sind vor allem die verschiedenfarbigen Augen Curaçaos sehr interessant. Die zwei verschiedenen Farben deuten an, wie sich die Geschichte entwickelt, auch wenn die Macher lange Zeit genug Raum für eine eigene Interpretation lassen.

Der dunkelste Albtraum ist ziemlich bunt

Detektiv Conan
Bild: Gosho Aoyama / Detective Conan Commitee

Was beim aktuellen Detektiv Conan-Movie als erstes positiv ins Auge fällt, ist das wieder sehr stimmig gestaltete Intro. Durch die zahlreichen Schwarz-Weiß-Szenen erinnert es sehr stark an den Manga, ohne allerdings den besonderen Ausdruck des Anime zu verlieren. Gleichzeitig zeigt sich auch hier wieder die wandelbare Grundidee des Films. Denn beide, sowohl schwarz-weiß als auch die bunten Sequenzen passen hervorragend zusammen und ergeben ein stimmiges Ganzes.

Während man bei dem Titel Der dunkelste Albtraum auch eher gedecktere Szenen erwartet. Bekommt man zu Anfang gleich ein Feuerwerk präsentiert. Die Verfolgungsjagd, die den Auftakt der Handlung darstellt, ist rasant inszeniert und lässt die Zuschauer mitfiedern, wer nun eigentlich wen kriegt. Auch der Augenblick von Curaçaos Gedächtnisverlust entpuppt sich als ein Meer von Farben. Und auch die entscheidende Filmsequenz zum Ende hin, präsentiert sich äußerst farbenfroh.

Obwohl sich der Movie um die schwarze Organisation dreht, die sich mal wieder von ihrer besten, oder sollte man sagen bösesten Seite zeigt, entpuppt er sich als alles andere als trostlos und dunkel. Stattdessen erwartet den Zuschauern ein buntes Spektrum an Farben und Figuren, die den Herren in Schwarz ordentlich einheizen.

Ein gelungener Gesamteindruck

Auch was die Vertonung angeht, ist Detektiv Conan – Der dunkelste Albtraum alles andere als finster. Die bekannten Sprecher nehmen erneut ihre Rollen ein, sodass man sich direkt wieder in die Serie zurückversetzt fühle. Auch wenn sich die Stimmen von Michael Iwannek (Genta) und Jill Schulz (Sonoko) ein wenig verändert haben, obsiegt doch die ansonsten hervorragende, bekannte Vertonung. Aus diesem Grund ist auch die deutsche Tonspur den Zuschauern durchaus ans Herz zu legen, gerade für Fans der Fernsehserie ist dieses Zurückkehren zum Bekannten eine schöne Erfahrung.

Aber auch Ulrike Stürzbecher fügt sich in ihrer Rolle als Curaçao sehr gut in das bestehende Ensemble ein. Sie ist sowohl als eiskalte rechte Hand der Schwarzen Organisation als auch als einfache Frau – die nicht weiß, wer sie ist – überzeugend. Stimmlich gelingt ihr der Spagat zwischen selbstbewusster Kämpferin und verängstigter Person sehr gut.

Detektiv Conan
Bild: Gosho Aoyama / Detective Conan Commitee

Aber auch Andrea Loewig zeigt als Ai Haibara mal wieder, was sie kann. Die Sprecherin vermag es sowohl die coole und kontrollierte Art, die ihren Charakter auszeichnet rüberzubringen, als auch sie in einer völlig neuen Rolle zu präsentieren. Denn gerade zum Ende hin, zeigt Ai eine sehr verletzliche und verängstigte Seite, die man von ihr eigentlich so nicht kennt. Aber auch in dieser ungewohnten Rolle ist Andrea Loewig großartig und äußerst überzeugend.

Insgesamt erweist sich auch der zwanzigste Movie mit dem kleinen Detektiven als echter Hingucker, der vor allem Fans der Serie in seinen Bann zieht. Die Rückkehr zu den Wurzeln wurde gut in Szene gesetzt und man erfährt endlich ein wenig mehr Interner von der ominösen Organisation der Männer in Schwarz. Das Ende erweist sich zwar als ein wenig zu kitschig, aber dies tut der insgesamt guten Idee keinen großen Abbruch.

Detektiv Conan
Bild: Gosho Aoyama / Detective Conan Commitee

Info
Detektiv Conan The Movie 20: Der dunkelste Albtrum
Original Name: 名探偵コナン 純黒の悪夢
Transkription: Meitantei Conan: Junkoku no Nightmare
Studio: TMS Entertainment Co.,Ltd.
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Kobun Shizuno
Drehbuch: Takeharu Sakurai
Musik: Katsuo Ono, Ken Miyazawa
Erschienen am: 29. September 2017
Synchronisation: TV+Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Karin Lehmann
Länge: 107 Minuten
Freigegeben ab: 12 Jahren
Genre: Action, Drama
Sprachen: Deutsch, Japanisch mit Untertitel
Medium: DVD, Blu-ray

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