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Ein neuer Fall für den Meisterdetektiv

Detektiv Conan – Zero der Vollstrecker und andere Volltreffer

Mit Detektiv Conan – Zero der Vollstrecker schafft es auch der mittlerweile 22. Film zur beliebten Manga-Reihe von Gosho Aoyama zu uns nach Deutschland. Kazé wird ihn im Rahmen der Anime Night auf der großen Leinwand präsentieren. Wir warfen einen ersten Blick darauf, was die Zuschauer erwartet.

Die Tokyo Summit Hall, errichtet auf einer Insel vor der Stadt, soll bald Schauplatz eines wichtigen Gipfeltreffens werden. Gerade als die Sicherheitsbehörden den Standort überprüfen, wird dieser bei einer großen Explosion zerstört. Sowohl die Polizei von Tokyo als auch die japanische Sicherheitspolizei nehmen sofort die Ermittlungen auf, die bald von Erfolg gekrönt sind. Fingerabdrücke am Ort des Verbrechens und andere Indizien weisen auf einen klaren Verdächtigen hin. Schon bald klicken bei Kogoro Mori die Handschellen. Sowohl die Beamten der Polizei als auch seine Familie sind entsetzt. Selbstverständlich nimmt sich Conan des Falles sofort an. Allerdings hat er es diesmal mit einem harten Gegenspieler zu tun, Toru Amoru …

Amuro Zero
Bild: TMS Entertainment

Wer ist Freund und wer Feind oder gibt es überhaupt jemandem, dem man noch trauen kann? Mit dieser Frage muss sich der kleine Detektiv auseinandersetzen. Die Antwort erweist sich am Schluss als ebenso unerwartet wie vielschichtig. Während man als Zuschauer lange auf die Auflösung warten muss, gibt es zwischendurch wenigstens noch einiges zu sehen.

Abteilung Zero – Alles andere als Nullen

Der Aufbau des neuesten Detektiv Conan-Movie erweist sich als ebenso bekannt wie wenig innovativ. Mal wieder ist es Kogoro, der unschuldig in der Klemme steckt und erneut muss Conan für ihn die Kastanien aus dem Feuer holen. Während für den Zuschauer bald klar ist, dass der tollpatschige Privatdetektiv auf keinen Fall hinter der Tat stecken kann, lässt sich die Sicherheitspolizei einiges einfallen, um ihm die Explosion in die Schuhe zu schieben. Weswegen bleibt lange Zeit unklar.

Toru Amuro in Zero the Enforcerer
Bild: TMS

Die Tatsache, dass der Agent Toru Amuro seine Finger ebenfalls im Spiel hat, macht die Angelegenheit für Conan nicht leichter. War er bisher gewohnt, auf die Fähigkeiten des einfallsreichen Sicherheitspolizisten der Abteilung Zero zuzugreifen, stehen sich die beiden nun auf unterschiedlichen Seiten gegenüber. Die Situation ist geprägt von gegenseitigem Respekt, aber auch von Misstrauen vor allem vonseiten Conans. War Amuro bisher schon ein schwierig zu durchschauender Charakter, entwickelt er sich zeitweise zu einem Buch mit zahllosen Siegeln.

Mehr zum Thema:  Detektiv Conan: Zero the Enforcer gewinnt japanischen Anime Blu-ray-Preis

Zusätzlich bringt der Film weitere Figuren ins Spiel, bei denen ebenfalls nicht klar ist, auf welcher Seite sie stehen. Dies sorgt für weitere Verwirrung, wer Freund und wer Feind ist. An dieser Stelle erweist sich auch der Titel als ein wenig irreführend, schließlich geht es in dem Film mehr um Unterstützer. Die stehen zwar irgendwie auf derselben Seite und sollten eigentlich das Gleiche wollen, davon ist allerdings nur wenig zu bemerken.

Durch die zahlreichen Agenten, bei denen jeder seine eigene Mission zu haben scheint, wirkt der erste Teil des Filmes reichlich verwirrend und zeitweise ein wenig in die Länge gezogen. Gerade als man glaubt, jetzt habe der kleine Detektiv den Fall endlich gelöst, geht die Action erst richtig los. Insgesamt wirkt der Film ein wenig überdimensioniert, als hätte man sich inhaltlich nicht auf einen Fokus einigen können. Zwar erwartet man bei einem Detektiv Conan-Film die große Auflösung zum Schluss, aber dann sollte es auch gut sein und die Geschichte nicht noch künstlich in die Länge gezogen werden.

Gut, besser – Detektiv Conan

Conan in Action
Bild: TMS

Bald nach dem Start von Detektiv Conan: Zero the Enforcerer in Japan war klar, dass auch dieser Movie seine Vorgänger in puncto Zuschauergunst überflügeln würde. Insgesamt fackeln die Verantwortlichen um Yuzuru Tachikawa und TMS ein ordentliches optisches Feuerwerk ab, das über kleine Schwächen in der Handlung aber nur bedingt hinwegtrösten kann. Die Schauplätze sind erneut mit einem guten Auge für Details in Szene gesetzt, auch wenn diese bald wieder plattgemacht werden. Dass es zum Ende hin ein großes Feuerwerk der etwas anderen Art zu bestaunen gibt, erfreut das Auge, selbst wenn es zur inhaltlichen Entwicklung nur bedingt beiträgt. Allerdings erwartet man dies von einem Detektiv Conan-Movie, sodass die Macher die zahlungskräftigen Fans nicht enttäuschen können.

Ebenso passend gestaltet sich das Charakterdesign, das sowohl die bekannten als auch die neuen Charaktere passend interagieren lässt. Während die Auflösung des Falls inhaltlich am Ende ein wenig schwächelt, zieht das Studio TMS optisch wieder alle Register, um die Figuren glaubhaft dazustellen. Vor allem Fans von Bourbon aka Toru Amuro kommen natürlich voll auf ihre Kosten, schließlich kann sich Amuro endlich einmal über einen richtig großen Auftritt in einem Detektiv Conan-Movie freuen, bei dem er beweisen kann, was in ihm steckt.

Ran und Conan in Zero der Vollstrecker
Bild: TMS Entertainment

Was die deutsche Umsetzung angeht, setzt Kazé auf die bekannten Stimmen, sodass es auch an dieser Stelle wenig zu bemängeln gibt. Tobias Müller brilliert wieder als großer und kleiner Detektiv, ebenso wie es Giuliana Jakobeit in der Rolle der besorgten Tochter tut. Kannte man Ran bisher eher als resolute Kämpferin zeigt diese sich im aktuellen Film eher von der weichen, schutzbedürftigen Seite. Auch Konrad Bösherz weiß erneut als Grenzgänger zwischen Gut und Böse, Toru Amuro, zu begeistern.

Insgesamt bietet Detektiv Conan Zero der Vollstrecker das, was man von einem Movie der Reihe erwartet. Verwicklungen und unerwartete Auflösungen gibt es ebenso, wie etwas fürs Auge. Das Setting ist zwar nicht neu, aber trotzdem immer wieder nett anzusehen, selbst wenn das Ende bald feststeht. Die Umsetzung macht Spaß und verleitet den Zuschauer mitzufiebern, ob und wie der kleine Detektiv die Rätsel löst. Allerdings erweist sich der Film zum Schluss hin als ein wenig überladen. Ein wenig Action kann eine Handlung weiterbringen, aber nur wenn sie nicht als Selbstzweck eingebaut wird. Die eigentliche Geschichte scheint abgeschlossen, als den Machern anscheinend einfiel, dass es bisher zu wenig Tempo gegeben hat. Ach und der große Knall zum Ende fehlt auch noch, den müssen wir irgendwie noch einbauen.

Fazit

Detektiv Conan Zero der Vollstrecker ist optisch erneut ein typischer Conan-Movie, bei dem das Anime-Studio sich wenig vorzuwerfen hat. Auch die Geschichte macht auf den ersten Blick einen abwechslungsreichen und spannenden Eindruck. Leider wirkt die Handlung schlussendlich zu konstruiert, um noch glaubhaft zu werden. Vor allem zum Ende hin haben die Macher von TMS zu viel gewollt und überfrachten den Abschluss.

Ob Detektiv Conan Zero der Vollstrecker gefällt, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Der Film ist von den Bildern her wieder ein Leckerbissen, kann inhaltlich mit den Vorgaben eines Movies der Reihe aber nicht mithalten.

Filmplakat zu Detektiv Conan Zero the Enforcerer
Bild: Gosho Aoyama / TMS

Info

Detektiv Conan Zero der Vollstrecker
Original Name: Meitantei Conan: Zero no Shikkounin
Studio: TMS Entertainment
Deutscher Publisher: Kazé Deutschland
Regisseur: Yuzuru Tachikawa
Drehbuch: Takahiro Okura
Musik: Katsuo Ono
Erscheint am: 25. Juni 2019 (Kino) / 13. September 2019 (Disc)
Synchronisation: TV+Synchron GmbH, Berlin
Länge: 150 Minuten
Genre: Action, Thriller

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Unsere Meinung

Story
8,0
Animation
9,0
Synchronisation
9,5
Unterhaltungsfaktor
8,5

Fazit

"Detektiv Conan Zero der Vollstrecker" bietet optisch einiges, das nicht nur den Fans gefallen wird. Inhaltlich weist die Story vor allem zum Ende hin ein paar Schwächen auf. Die Mischung aus Action und Thriller dürfte aber den Nerv nicht nur japanischer Rätsel-Fans begeistern. Ob der Movie mit anderen Veröffentlichungen der Reihe mithalten kann, muss jeder selbst entscheiden.

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