Die Deutschland-Premiere von Yu-Gi-Oh! – THE DARK SIDE OF DIMENSIONS

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Am Abend des 12. März war es endlich so weit. Yu-Gi-Oh! – The Dark Side of Dimension lief hierzulande in über 150 Kinos. Fast 20.000 Fans ließen es sich nicht nehmen, das neueste Abenteuer von Yugi und seinen Freunde in deutscher Sprache anzusehen. KSM Anime verpflichtete für die Hauptrollen die Original-Sprecher der RTLII-Serie. Sumikai war in Berlin dabei.

Kino

© Sumikai

Während plötzlich überall auf der Welt Menschen spurlos verschwinden, sind Yugi Muto und seine Freunde Tea, Joey, Tristan und Bakura im letzten Jahr auf der Highschool. In die Klasse der Freunde geht außerdem seit einiger Zeit ein seltsamer Junge namens Aikami. Obwohl er schon knapp ein Jahr ihr Mitschüler ist, hat er bisher keinerlei Kontakte mit anderen geknüpft. Als Aikami auf dem Heimweg von ein paar Schlägern angegriffen wird, greift Joey ein und verscheucht die Angreifer. Später trifft er erneut auf die Rowdys – diesmal allein …

Seto Kaiba, der immer noch Chef der Kaiba Corporation und Yugis Intim-Feind ist, ist dabei eine neue Duell-Disk zu testen und wählt dafür natürlich seinen Lieblings-Gegner: Yugis Alter-Ego, den Pharao. Kaiba kann es einfach nicht verkraften, dass dieser verschwunden ist, ohne ihm die Gelegenheit zu lassen, seine angeknackste Duellanten-Ehre wiederherzustellen. Aus diesem Grund setzt er alle Hebel in Bewegung, um erneut in den Besitz des Millenniums-Puzzels zu gelangen, und so den Pharao wiederzusehen. Dies wollen Aikami und seine Leute mit allen Mitteln verhindern, denn sie verlieren ihre besonderen Fähigkeiten in dem Augenblick, in dem der Pharao in dieser Welt erneut erscheint. Als Kaiba auf seiner Suche nach dem Millenniums-Puzzle auch Bakuras Ring wieder zu Tage fördert, laufen die Geschehnisse entgültig gefährlich aus dem Ruder.

Yu-Gi-Oh! – The Dark Side of Dimension setzt inhaltlich knapp nach dem Ende der Original-Anime-Serie an. Yugi vermisst seine zweite Hälfte, den Pharao, sehr. Nachdem die beiden jahrelang miteinander verbunden waren, ist er nun allein. Diese Trennung erfolgte am Ende der Anime-Serie. Besonders gefallen hat mir, dass im Film einzelne Szenen aus der letzten Folge des Anime eingespielt wurden, sodass der Zeitpunkt ihrer Trennung noch einmal thematisiert wird.

Dabei fällt allerdings auch auf, dass das Design von Tea leicht verändert wurde. Bei allen anderen Figuren hat man sich sehr genau an den Anime gehalten, sodass der Zuschauer sich schnell wieder im Universum heimisch fühlt. Auch dass die Namen der alten Umsetzung beibehalten wurden, macht es leicht, erneut eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.

© Kazuki Takahashi, Studio Dice / Gekijoban Yu-Gi-Oh! Production Committee 2016

Einen großen Teil der Filmhandlung nehmen natürlich die Duelle ein, in denen sich die Figuren miteinander messen. Das ist typisch für Yu-Gi-Oh! – alle Probleme werden mit Duellen gelöst. Diese bilden die Höhepunkte des Films, bis hin zum finalen Duell. Grafisch sind diese Aufeinandertreffen perfekt in Szene gesetzt. Die schillernde Farben begeistern auch jene, die mit Yu-Gi-Oh!-Duellen nicht so viel anfangen können.  Gleichzeitig kann es in den Duellen aber auch schnell etwas verwirrend werden, denn während in der Serie die Effekte der verschiedenen Karten noch erklärt wurden, erfolgt dies im Film leider nicht. Dadurch erhalten die Duelle zwar mehr Tempo, was durchaus gut ist, bedauerlicherweise aber teilweise auf Kosten der Verständlichkeit geschieht. Man sieht zwar, was die Effekte bewirken, aber mir persönlich hätten ein paar Erklärung sehr geholfen.

Mit Aikami wird eine neue Figur in das Yu-Gi-Oh!-Universum eingeführt, sodass man von ihm am meisten erfährt. Deshalb ist es nur natürlich, dass die Charakterisierung der anderen Figuren etwas schmaler ausfällt – außerdem helfen Vorkenntnisse des Anime die Zusammenhänge besser zu verstehen. Für Fans des Anime gibt es im Film immerhin auch einiges Neues zu entdecken: Zusammenhänge, die in der Serie nicht auftauchen, wurden in den Film eingebaut. So kann der Zuschauer zum Beispiel miterleben, wie Bakura an seinen Millenniums-Ring gekommen ist. Um Aikami herum wird mit den sogenannten Planern eine neue Gruppe aufgebaut, die von einem Nebencharakter aus Yu-Gi-Oh! ins Leben gerufen wurde. Diese soll nach dem Verschwinden des Pharao die Welt in einen besseren Ort verwandeln. Shadi, der bisher als spiritueller Beschützer des Pharao auftrat, erhält in The Dark Side of Dimension eine eigene alternative Geschichte, die ihm wesentlich mehr Bedeutung beimisst, als es bisher der Fall war.

Insgesamt bietet Yu-Gi-Oh! – The Dark Side of Dimension das Material für einen entspannten Film-Abend, was man im Kino am Potsdamer Platz in Berlin gemerkt hat. Die Stimmung im Saal war wirklich super. Ich habe noch nie bei einem Film erlebt, dass das Publikum am Ende einer Szene Beifall klatscht oder den Film durch entsprechende Zwischenrufe humoristisch aufwertet. Als hätten die eingebauten Slapstick-Einlagen des Movies nicht schon für genug Lacher gesorgt.

Yu-Gi-Oh!

© Sumikai

Am Potsdamer Platz waren zwei Mitarbeiter von Konami anwesend, die einige Goodies an die Kino-Besucher verteilten. Jeder Film-Besucher erhielt nicht nur eine der limitierten „Obelisk, der Peiniger“ Spielkarten, sondern auch ein kleines Kartenpack mit 10 anscheinend willkürlich zusammengestellten Yu-Gi-Oh!-Spielkarten älteren Datums. Zusätzlich erhielt man ein kleines Regelbuch und einen Gutschein für den Einkauf in bestimmten Läden. In diesen, über ganz Deutschland verteilten Shops, erhält man gegen Vorlage des Gutscheins 10% auf seinen Yu-Gi-Oh!-Karten-Einkauf. Wenn man bedenkt was die Booster oder Displays für die aktuellen Karten kosten, kann da schon einiges zusammen kommen.

Ich habe einen schönen Filmabend erlebt und bin jetzt umso gespannter auf die Umsetzung fürs heimische Vergnügen. Denn trotz einiger kleiner Schwächen ist Yu-Gi-Oh! – The Dark Side of Dimension ein schön umgesetzter Anime, den man durchaus öfter ansehen kann. Der Film enthält so viele Details, dass man diese bei einem Mal kaum alle richtig aufnehmen kann.

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