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Dragonball Super: Broly – Wehe, er wird losgelassen

Jetzt mit deutscher Synchronisation

Dragonball Super: Broly, der neueste Movie aus dem Dragonball-Universum, erfreut sich international großer Beliebtheit. Die Originalfassung mit Untertiteln lief im Zuge der Kazé Anime Night so erfolgreich, dass Ende Juli noch einmal die deutsche Fassung gezeigt wird. Aber was genau ist an dem Film so toll?

Die Handlung von Dragonball Super: Broly ist zweigeteilt. Zu Anfang erfolgt eine Zeitreise in die Vergangenheit auf den Planeten Vegeta, auf dem Vegeta noch ein Baby ist und in einer speziellen Kapsel darauf wartete, das Licht der Welt zu erblicken. Der König ist natürlich mächtig stolz auf seinen Sohn, der großes Potenzial besitzt. Allerdings befindet sich auch ein anderes Kind in einer dieser Kapseln und der kleine Broly verfügt über Fähigkeiten, die die des Prinzen in den Schatten stellen. Da Saiyajin im Allgemeinen und der König im Besonderen mit Konkurrenz nicht gut umgehen können, entschließt er sich, den kleinen Broly auf einen einsamen Planeten zu schicken.

Sein Vater Paragus folgt ihm und gemeinsam leben die beiden Jahrzehnte im Exil, bis sie von zwei Soldaten der Freezer-Armee gefunden werden. Paragus‘ einziger Gedanke in all der Zeit ist Rache an König Vegeta. Danach geht es in der Gegenwart weiter. Broly und sein Vater landen auf der Erde, wo sie auf Son-Goku und Vegeta treffen. Wie dieses Zusammentreffen ausgeht, kann sich jeder Dragonball-Fan denken.

Broly und Paragus
Bild: Toei Animation

Kleine Kinder, große Sorgen

Obwohl sich der Film anfangs vorrangig um Broly und Paragus dreht, gewährt er auch Einblicke in das Vorleben anderer wichtiger Figuren. So lernt man nicht nur Son-Gokus Vater Bardock etwas besser kennen, sondern erhält auch Einblicke in die Familien- und Sozialstrukturen auf dem Heimatplaneten der Saiyajins. Auch der kleine Freezer erscheint in der Geschichte, wobei man hier feststellen kann, dass er sich insgesamt am wenigsten in all der Zeit verändert.

Gleichzeitig wird das Thema der fehlenden Sozialisation angesprochen. Broly und sein Vater leben lange Zeit allein auf einem einsamen Planeten, ohne Kontakt zu anderen höher entwickelten Lebewesen. Ein Umstand, der vor allem Broly zu schaffen macht. So ist er allein den „Erziehungsmethoden“ seines Vaters ausgesetzt, der nichts Besseres zu tun hat als aus seinem Sohn eine lebende Waffe zu machen. Das gesamte Leben des Kleinen wird dem väterlichen Wunsch nach Rache untergeordnet.

Dementsprechend schwer tut sich Broly im Umgang mit anderen. Von seinem Vater darauf trainiert, mit Gewalt und Aggression auf Situationen zu reagieren, verwandelt er sich schlussendlich in das, weswegen er als Baby weggeschickt wurde. Er wird zu einem kaum zu kontrollierenden Berserker, der – einmal außer Kontrolle geraten – so gut wie nicht mehr zu bremsen ist. Insoweit liefert Dragonball Super: Broly das Paradebeispiel einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Broly wird verbannt, weil er die Fähigkeiten besitzt, eine gefährliche Waffe zu werden und gerade weil ihm das passiert, verwandelt er sich in eine solche.

Son-Goku in Dragonball Super
Bild: Toei Animation

Neben all diesen ersten Themen bietet der Movie auch wieder einiges an Slapstick. Son-Gokus Naivität schafft es, jede noch so ernste Situation unabsichtlich aufzulockern. Gleichzeitig beweisen Vegeta und Meister Beerus, dass bei ihnen die Einbindung an soziale Strukturen durchaus Früchte tragen. Vegeta ist zu ziemlich außergewöhnlichen Maßnahmen bereit, um seine Familie zu beschützen und auch der Gott der Zerstörung erlernt auf der Erde immer wieder neue Fähigkeiten, so zum Beispiel als Babysitter.

Immer voll drauf

Kein Dragonball-Film kommt ohne den großen obligatorischen Endkampf aus, in dem die Figuren immer wieder über sich selbst hinauswachsen. Dragonball Super: Broly stellt da keine Ausnahme dar. Son-Goku versucht zwar anfangs, die Situation friedlich zu lösen. Die Chance, gegen einen weiteren starken Gegner anzutreten, lässt er sich aber natürlich nicht entgehen. Wie nicht anders zu erwarten, gestalten sich die Kämpfe rasant und bildlich entsprechend umgesetzt, auch wenn bei den schnellen Bewegungen die Schärfe ein wenig leidet.

Allerdings ist auch das nicht unerwartet. Toei bleibt bei den Dragonball-Filmen einem Stil treu, den der Zuschauer aus der Anime-Serie gewohnt ist. Insgesamt passt sich die Animation in diese Reihe ein, kann mit der grafischen Umsetzung anderer neuer Serien allerdings nicht mithalten. Das ist unter dem Strich aber auch nicht weiter tragisch. Wenn man überlegt, was da wieder alles während des Kampfes zu Bruch geht, reichen die vorliegenden Bilder aus. Insgesamt fangen sie die Stimmung aber passend ein und vor allem, wenn während der Kämpfe auf die metaphorische Ebene zwischen Saiyjin-Gott und darüber hinaus gewechselt wird, erweisen sich die Grafiken als durchaus ansprechend und stimmig.

Kampf in Dragonball Super
Bild: Toei Animation

Insgesamt soll ein Dragonball-Movie Spaß machen und die Action der Serie transportieren, was im vorliegenden Movie weiterhin sehr gut gelingt. Selbst wenn die Umsetzung die eine oder andere grafische und inhaltliche Schwäche aufweist, bietet sie dem Zuschauer das, was er erwartet und erweist sich insoweit für die Fans des Franchise nicht als Enttäuschung.

Starkes Ende mit kleinen Schwächen

Bei der deutschen Synchronisation setzt Kazé erneut auf das Berliner Studio TV+Synchron, das den bekannten Cast der Serie wieder ins Boot holt. Erneut ist Tommy Morgenstern als Son-Goku zu hören, während Oliver Siebeck die Rolle des Vegeta übernimmt. Claudia Urbschat-Mingues weiß sich erneut als Bulma zwischen den ganzen Männern kraftvoll durchzusetzen. Wieder kann auch Thomas Schmuckert als Freezer begeistern. Nur wenige bekommen es hin, so herrlich psychotisch und gleichzeitig sanft zu klingen.

Freezer als Kind
Bild: Toei Animation

Mit Gerrit Schmidt-Foß als Broly setzte man ebenfalls auf einen sehr erfahrenen Sprecher, selbst wenn er im Dragonball-Movie nicht allzu viel zu tun hat. In Anbetracht der Tatsache, dass Broly eigentlich die Titelfigur des Films ist, bleibt er insgesamt betrachtet ziemlich wortkarg. Allerdings ist Dragonball nicht für lange tiefsinnige Dialoge bekannt, sodass auch hier kein Zuschauer und Dragonball-Fan enttäuscht wird. Die bekannten Stimmen führen wieder angenehm routiniert durch die Handlung und auch die neuen Sprecher passen sich diesem Wohlfühl-Niveau an.

Fazit

Dragonball Super: Broly liefert, was die Fans von einem Movie der Reihe erwarten. Kurzweilige Unterhaltung mit einer schönen Klopperei am Ende, bei der mal wieder einiges zu Bruch geht. Die Story spricht einige Themen an, lässt ihnen allerdings nicht den Raum, diese auszudiskutieren. Vor allem der Konflikt zwischen Broly und Paragus endet zu abrupt und hätte an dieser Stelle ein wenig mehr Raum verdient. Geschickt eingestreute Slapstick-Momente sorgen für einen runden Abschluss der ansonsten wieder sehr rasant erzählten Geschichte.

Von der grafischen Umsetzung her ist der Film gut gemacht, ohne allerdings aus der Masse herauszustechen, was er auch nicht muss. Er funktioniert auch so sehr gut, was die hohen Zuschauerzahlen belegen. Die deutsche Synchronisation erweist sich als ebenso fundiert, sodass auch die deutschsprachigen Dragonball-Liebhaber wieder voll auf ihre Kosten kommen.

Dragonball Super: Broly
Bild: Toei Animation / Kazé

Info

Dragonball Super: Broly
Original Name: ドラゴンボール超: ブロリー
Studio: Toei Animation
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Tatsuya Nagamine
Drehbuch: Akira Toriyama
Musik: Norihito Sumitomo
Erschienen am: 30. Juli 2019
Synchronisation: TV+Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Fabian Kluckert
Länge: 150 Minunten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Action, Comedy

Unsere Meinung

Story
8,5
Animation
8,5
Synchronisation
9,5
Unterhaltungsfaktor
9,0

Fazit

Dragonball Super Broly bietet abendfüllendes Popkorn-Kino, das man sich gern ansieht. Die Mischung aus Action, Zeitreise und einer Prise Sozialisations-Drama weiß zu unterhalten. Eine ansprechende grafische Umsetzung sowie eine gute Arbeit des deutschen Synchro-Cast lassen für Fans der Reihe wenige Wünsche offen. Trotz des Zeitsprungs am Anfang ist der Movie für Dragonball-Neulinge nur bedingt geeignet, wer sich in der Welt des Anime allerdings auskennt, wird von der Geschichte angetan sein.

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