Am 31. März veröffentlichte der Publisher peppermint anime das erste Volume zu Erased: Die Stadt, in der es mich nicht gibt (Boku dake ga Inai Machi). Wir haben uns die ersten sechs Episoden für euch angeschaut.

Worum geht es?
Erased bzw. Boku dake ga Inai Machi handelt von Satoru Fujinuma, einem jungen Mann, der darum kämpft, als Mangaka zu arbeiten. Außerdem hat er eine besondere Fähigkeit: Er kann die Zeit zurück drehen. Dies geschieht jedoch unkontrolliert und immer dann, wenn er Zeuge eines schlimmen Ereignisses wird. Dann wird er wenige Minuten in die Vergangenheit zurück geschickt und das Geschehen so oft wiederholt, bis er es verhindert.

18 Jahre zuvor wurde Satorus Mitschülerin Kayo gemeinsam mit zwei anderen Kindern entführt und ermordert. Als seine Mutter sich nun erneut mit diesem Fall beschäftigt, trifft es sie als nächste und Satoru wird als der Täter beschuldigt. Kann ihm sein Rerun bei der Rettung seiner Mutter helfen?

Die Story

Erased
Boku dake ga Inai Machi / © 2016 三部けい/KADOKAWA/アニメ「僕街」製作委員会

Die erste Episode verläuft überwiegend ruhig und dient hauptsächlich der Einführung in die Geschichte, der Vorstellung des Protagonisten Satoru und der seiner Fähigkeit, dem „Rerun“. Spätestens nach der ersten großen Wendung wird das Interesse des Zuschauers vollständig geweckt. Die Spannung variiert dabei stetig, da man hin und wieder erst an neue Charaktere und Satorus damaliges Leben herangeführt wird. Die Neugier lässt allerdings nicht nach. Nicht zuletzt weil ein Großteil der Episoden mit einem Cliffhanger endet, so auch die sechste und letzte Episode dieses Volumes.

Man erkennt auf Anhieb, dass es sich hierbei um einen Anime des Seinen-Genres handelt. Ein paar wenige lustige Momente sind zwar vorhanden, aber das war es dann auch schon. Somit kann man sich ungestört auf die Geschichte konzentrieren. Die Art und Weise, wie ständig neue Plot Twists in der verschleierten Handlung auftauchen und sie düsterer wirken lassen, ist äußerst gut gelungen. Des Weiteren scheinen viel mehr Dinge miteinander in Relation zu stehen, als man anfangs vielleicht erwartet.

Das Konzept der Zeitreise ist ein wenig irreführend, vor allem da Satorus Fähigkeit in keiner Weise näher erläutert oder begründet wird. Somit wissen wir nicht, woher diese Kraft stammt, wieso ausgerechnet er sie besitzt und wie sie im Detail funktioniert. Es ist lediglich bekannt, dass es sie gibt und wann sie einsetzt, mehr leider nicht. Dies bezieht sich zunächst aber bloß auf das erste Volume, da schließlich im späteren Verlauf noch etwas zu diesem Thema kommen könnte.

Die Charaktere

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Boku dake ga Inai Machi / © 2016 三部けい/KADOKAWA/アニメ「僕街」製作委員会

Auf den ersten Blick wirkt Satoru wie ein monotoner und freudloser Mann, ohne Erfolg in seinem Traumjob als Mangaka. Obwohl er kein großes Interesse an seinen Mitmenschen zeigt, liegt ihm ihr Wohlergehen eigentlich sehr am Herzen, weshalb er sich auch immer wieder Gefahren aussetzt und sie mithilfe seines Reruns rettet. Zunächst erscheint dies als total gegenteilig in Bezug auf seine Persönlichkeit, erweist sich später allerdings als nachvollziehbar. Interessant ist außerdem, wie sich seine kindliche Seite wieder entwickelt, nachdem er den Zeitsprung in die Vergangenheit macht. Diese scheint nämlich auch auf seinen erwachsenen Verstand Einfluss zu nehmen. Nebenbei bemerkt, erinnert Satoru an einen gewissen kleinen Meisterdetektiv, da er ebenfalls ein Kind mit dem Verstand eines Erwachsenen ist. Allerdings ist er ja tatsächlich ein Kind und wurde nicht einfach bloß geschrumpft, weshalb man ihn nicht als Kopie abstempeln sollte.

Unter den anderen Charakteren gibt es selbstverständlich auch eine handvoll, die ziemlich interessant sind. Zu diesen gehören u.a. Ken’ya, Sachiko oder eben Kayo. Sicherheitshalber verraten wir da mal lieber nicht allzu viel. Man kann jedoch anmerken, dass vor allem Ken’ya und Kayo mit ihren Persönlichkeiten auffallen und sich trotz ihres Alters reichlich erwachsen verhalten, allerdings beide auf eine unterschiedliche Weise.

Die Animation

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Boku dake ga Inai Machi / © 2016 三部けい/KADOKAWA/アニメ「僕街」製作委員会

Für den Stand des letzten Jahres ist die Animation sehr gut und vor allem flüssig in ihren Abläufen. Das wirkt sich ebenso auf die Hintergründe und die Umgebung aus, da diese nicht einfach bloß starr und unbewegt bleiben. Ein auffälliges Merkmal sind außerdem Animation und Effekte während Flashbacks, Déjà vus oder generell Erzählungen aus vergangenen Ereignissen. Das sieht dann letzten Endes so aus, als würde das Band eines alten Filmes durchlaufen.

Das Charakterdesign ist im Großen und Ganzen toll inszeniert und kann mit der Masse problemlos mithalten. Im Übrigen ist ein gewisser Seinen-Touch zu erkennen. Des Weiteren unterscheidet sich der Stil stark vom Manga, was für einen Anime oftmals gar nicht mal so schlecht sein kann.

Der Sound

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Boku dake ga Inai Machi / © 2016 三部けい/KADOKAWA/アニメ「僕街」製作委員会

Für den Kenner dürfte es kein Problem sein herauszuhören, dass Yuki Kajiura bei diesem Anime mitgewirkt hat. Ein besonderes Merkmal dafür sind beispielsweise die von Streichinstrumenten begleiteten Stücke. Die Musik ist angenehm, untermalt die Handlung immer prima und verleiht dem Ganzen noch etwas Mysteriöses. Ungefähr so lässt sich auch das Ending von Sayuri einschätzen, welches zunächst langsam und ruhig beginnt und sich im Hauptteil erst richtig entfaltet und laut aufblüht. Das Opening hingegen ist da ganz anders und legt direkt los, wie man es von der Band ASIAN KUNG-FU GENERATION nicht anders kennt. Der Song „Re:Re:“ passt dabei hervorragend als Theme Song, nicht nur, da er etwas älter klingt, sondern tatsächlich älter ist und speziell für diesen Anime neu aufgenommen wurde.

Die Synchronisation

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Boku dake ga Inai Machi / © 2016 三部けい/KADOKAWA/アニメ「僕街」製作委員会

Der Cast für diesen Anime wurde überwiegend gut und bedacht ausgewählt und die Sprecherinnen und Sprecher passen zu ihren jeweiligen Rollen. Lediglich ein paar Kinder aus dem Klassenzimmer klingen nicht sehr überzeugend, doch das kann man verschmerzen, da sie bloß im Hintergrund zu hören sind. Besonders mit Kim Hasper (Light aus Death Note, Tristan aus Yu-Gi-Oh!) in der Rolle des erwachsenen Satoru hat man alles richtig gemacht. Er spricht die Figur nicht nur äußerst glaubwürdig, sondern trifft sogar ähnliche Stimmlagen wie der Originalsprecher.

Bei den Kindern wurden erneut diverse weibliche Sprecherinnen wie Charlotte Uhlig, Josephine Schmidt oder Claudia Schmidt eingesetzt. In letzter Zeit hört man sie zwar immer häufiger in Produktionen von peppermint anime, doch das ist nicht mal übel, da sie die kleinen Jungs ziemlich gut in Szene setzen und diese mit männlichen Stimmen sonst zu tief klingen würden. An dem Original wurde sich also gut orientiert. Kristina Tietz als Kayo ist ebenso eine tolle Besetzung, da sie vor allem die Art und Weise, wie ihre Figur spricht, prima hinbekommt. Allerdings wirkt ihre Stimmlage dabei manchmal ein wenig zu tief, weshalb Kayo ab und zu etwas erwachsener wirkt, als sie ist.

Bis auf einen Punkt sind Dialoge und Überetzung fehlerfrei umgesetzt worden. Besagter Punkt ist nämlich die Aussprache von Kayos Nachnamen „Hinazuki“. Im Original wird ihr Name nämlich genauso gesprochen, wie er geschrieben steht, doch in der deutschen Fassung ist durchgehend von „Hinasuki“ – „Hinaski“ ausgesprochen – die Rede. Dies bezieht sich sowohl auf Kayo als auch auf ihre Mutter Akemi. Bis auf diesen Fehler wurde alles andere aber richtig gemacht.

Extras (wird nicht bewertet)
Das erste Volume von Erased enthält auf der Disk die textfreie Version des Openings und Trailer. Der Limited Edition werden zusätzlich eine Soundtrack-CD, ein Booklet und ein digitaler Code für AKIBA PASS beigesteuert. Außerdem ist diese Version in einer Hardcover-Hülle verpackt.

Info

Boku dake ga Inai Machi
Erased / Boku dake ga Inai Machi

Erased: Die Stadt, in der es mich nicht gibt
Original Name: 僕だけがいない街
Transkription: Boku dake ga Inai Machi
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Tomohiko Itō
Drehbuch: Taku Kishimoto
Musik: Yuki Kajiura
Erschienen am: 8. Januar 2016 (Japan), 31. März 2017 (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 12 Episoden, 6 Episoden pro Volume
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Seinen, Mystery, Drama, Sci-Fi, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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Überblick der Rezensionen
Story
81 %
Idee
83 %
Animation
80 %
Charaktere
84 %
Sound
85 %
Synchronisation
89 %

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