• Die Japanische Küche
  • Reviews

Fairy Tail Movie #1: Phoenix Priestess – mehr als nur Fanservice?

Mit Fairy Tail Movie #1: Phoenix Priestess hat Kazé Deutschland Fairy Tail-Fans in der Kazé Anime Night 2018 ein besonderes Kinoerlebnis beschert. Seit Oktober 2018 bietet nun auch Anime on Demand den Film auf Abruf an – lohnt sich der Besuch der Phoenixpriesterin?

Keine Frage, Fairy Tail gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Mangareihen bzw. Animeserien überhaupt. Die aus der Feder von Hiro Mashima erschaffene Geschichte von Natsu Dragneel und der Gilde Fairy Tail begeistert viele Menschen. Aktuell zählt das Franchise zwei abgeschlossene Staffeln sowie eine dritte laufende als Staffelfinale, die aktuell mit englischen Untertiteln bei Crunchyroll legal streambar ist. Dazu gesellen sich mehrere OVAs (Specials) und Manga-Spin-offs. Demzufolge war es nicht überraschend, dass ein eigenständiger Film zum Anime angekündigt wurde.

Altbekanntes Prinzip, neu aufgewärmt

Im Dorf des Feuers wird durch ein feindliches Heer eine Zeremonie unterbrochen. Dadurch sterben alle Magier – außer das junge Mädchen Eclair, welches überlebt und entkommt. Nach einer langen Reise trifft sie in der Stadt Lucy und bricht vor ihr zusammen. Lucy nimmt Eclair zur Gilde Fairy Tail, wo sich herausstellt, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat. Eclair weiß nur noch von einer Aufgabe: die Hälfte eines Steins in den Boundary-Wald bringen! Gemeinsam mit der Gilde um Team Natsu wird beschlossen, Eclair zu begleiten, um sie gegen bösartige Monster und viel mächtigere Feinde zu beschützen…

So wie der Film sich anhört, ist das ein klassisches Fairy Tail-Erlebnis. Es gibt praktisch keine größere Überraschung, man hat hier wie so oft eine überlange Folge – im Kinoformat. Der Film schafft es leider nicht, den langsamen Storyaufbau für etwas „Größeres“ zu nutzen. Man erlebt praktisch den üblichen Alltag der Gilde, nur um dann den (zunächst) übermächtigen Feind gegenüber zu stehen. Dann folgt der übliche Ablauf: Zunächst verzweifelt man am Gegner beim ersten Antreffen, nur um beim nächsten Mal diesen mit überwältigender Macht zu besiegen – wie man es eben von Fairy Tail kennt.

Animefilme zu beliebten Animeserien haben oftmals immer das Problem, dass diese zwar eigenständig geschaut werden können, allerdings immer etwas vermissen, was die TV-Serie ausgezeichnet hat. So wirkt der Humor im Film deplatziert und stellenweise sehr störend. Das zeichnet sich vor allem im Duo von Gray und Juvia aus, denn diese sind zwar auch im Film ein dynamisches Team, jedoch brechen sie nicht aus dem Comedy-Faktor heraus. Bis auf den Antagonisten, den man als Fallobst bezeichnen kann, wird bei Gray zum Beispiel mal wieder diese Oben-Ohne-Szene verwendet bzw. bei Juvia ihre Besessenheit gegenüber dem Eismagier. Des Weiteren gilt Lucy im Film als treibende Kraft, um die Story foranzubringen, und gerade diese wird für Fanservice-Momente (der erotischen Art) ausgenutzt.

Fans sollten Fairy Tail Movie #1: Phoenix Priestess am besten schauen, wenn sie bei Episode 204 angekommen sind. Die Gilde verwendet im Film diverse Attacken, die in der TV-Serie erst in dem Episodenbereich erlernt bzw. genutzt werden.

In der Gilde nichts Neues…

Im Film bekommt Lucy die größte Rolle zugesprochen. Diese wirkt im Gegenzug zur Serie noch viel mehr wie eine Heulsuse. Das mag zwar an Sympathie gewinnen, doch wirkt das irgendwie zu stark gewollt. Generell ist es so, dass man hier versucht hat, jedem auch nur kleinen Fairy Tail-Charakter eine Rolle einzubauen – was gerade bei der Gilde ABSEITS von Team Natsu einfach nur nach „Wir müssen sie einbauen! Irgendwie!“ wirkt. Das hätte man sich lieber sparen können, denn auch Team Natsu wirkt hier extrem fehl am Platz. Vor allem, weil ihre Gegenspieler ALLE komplett blass oder nach Schema F sind. Es wird den Filmcharakteren auch praktisch keinerlei Zeit gegeben, irgendetwas zu entwickeln – sei es Sympathie oder Antipathie. Sie sind einfach nur die Bösewichte, mehr nicht.

Fairy Tail Phoenix Priestess
Hier erkennt man sehr gut, wie wenig Schatten eingefügt wurde und dadurch das Gezeigte so deplatziert wirkt.

Neue Wege werden beschritten

Wie die Hauptserie wurde Phoenix Priestess von A-1 produziert – eine gewisse Optik, die man kennt, bekommt man hier auch. Allerdings fällt der etwas andere Zeichenstil doch sehr stark auf. Manchmal wirken die Szenen so, als hätte man wichtige Endschritte komplett vergessen oder nur sporadisch beendet. Dazu muss man sich einfach das nächste Bild anschauen – die Charaktere wirken durch deren Bewegungen und dem fehlenden Schatten wie deplatziert, quasi wie ein Fremdkörper. Diese Momente sind im Film relativ oft vorhanden, was das Ganze teilweise echt unschön aussehen lässt. Bei den Kämpfen werden weitestgehend auf Standbilder verzichtet, es passiert immerhin stets etwas auf dem Bildschirm.

Fairy Tail: Phoenix Priestess
Das angesprochende Bild: Hier erkennt man den fehlenden Schatten sehr deutlich, was leider unfreiwillig komisch wirkt.

Auch musikalisch bekommen wir die gekonnte Portion Fairy Tail-OST, allerdings teilweise rockiger. Wer also schon Fan des orientalisch-rockigen Soundtracks war, wird hier seine Freude haben.

Shouji Hata ist auch hier wieder etwas gelungen, das sich vom Rest abhebt und mitunter zu den größten Pluspunkten des Filmes zählen lässt. Hin und wieder gab es im Film allerdings Momente, wo der Soundtrack doch zu sehr abrupt endete. Das Opening-Theme wurde von Jang Keun-suk mit dem Titel „200 MILES“ besungen und ist im Gegenzug zur Serie weniger ohrwurmlastig, trotzdem sehr gelungen.

Die deutsche Synchronisation ist das gleiche Team wie in der TV-Serie, sprich: Man hört die altbekannten Stimmen um Marieke Oeffinger (Erza Scarlet), René Dawn-Claude (Gray Fullbuster) – der übrigens auch die Dialogregie führte – oder Lina Rabea Mohr (Lucy Heartfilia). Die Synchronstimmen sind allesamt harmonisch und solide treffend gewählt worden.

Auch die neuen Charaktere um Eclair (Damineh Hojat) oder Momon (Sabine Manke) wurden gut getroffen.

Fairy Tail Phoenix Priestess
Der übliche Lucy-Fanservice darf natürlich nicht fehlen.

Fazit: Für Fans gewohnte Kost ohne bahnbrechende Änderungen

Ja, was bleibt denn nun zum ersten Fairy Tail-Film zu sagen? Schade, dass man nicht die Chance genutzt hat, sich vom typischen Animefilm abzugrenzen und hier absolute Standardkost liefert. Für Fans der Reihe mag das zwar absolut ausreichen, doch sind es dann gerade diese, die enttäuscht sein werden.

Ansonsten ist das auch kein Film, um die „Kritiker“ umzustimmen. Der Humor ist genauso schwach, die Actionszenen sehen zwar cool aus, sind aber trotzdem immer die gleichen Schemata. Der Film ist prädestiniert für den Slogan: „Mehr Fanservice geht nicht.“

InfoFairy Tail Dragon Cry Blu Ray
Fairy Tail Movie #1: Phoenix Priestess

Original Name: 劇場版 FAIRY TAIL 『DRAGON CRY』
Transkription: Gekijouban Fairy Tail: Dragon Cry
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: Kazé Deutschland
Regisseur: Masaya Fujimori
Drehbuch: Tsuneo Kobayashi
Musik: Shouji Hata
Erschienen am: 6. Mai 2017 (Japan), 24. April 2018 (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 1 Film (86 Minuten)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Fighting-Shounen, Action, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)

Bei Amazon kaufen

Empfohlene Artikel

Danmachi – Sword Oratoria Vol. 3 – Kleine Elfen mit großen Ambitionen

Zum Ende des zweiten Teils Danmachi – Sword Oratoria ließ sich Aiz von einem geheimnisvollen Abenteurer eine besondere Mission andrehen, die sie und ihre...

Hunter x Hunter Volume 3 (Blu-ray) – Auf zur Himmels-Arena!

KSM Anime veröffentlichte am 15. November das dritte Volume zu Hunter x Hunter. Die Episoden 27 bis 36 des actiongeladenen Shōnen-Hits haben wir uns...

Kingdom Hearts 3 – Ein großes Abenteuer geht zu Ende

Fast 17 Jahre ist es her, dass ein Junge namens Sora zusammen mit Donald und Goofy ein Abenteuer begonnen hat. All die Jahre später...

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück