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Mappas neuester Ableger aus dem Garo-Franchise im Check

Garo – Vanishing Line: Do Not Cross!

Nachdem sich Wakamin bereits 2017 die Rechte für das Mappa-Projekt Garo – Vanishing Line sicherte, veröffentlicht peppermint anime die Dark-Fantasy-Reihe endlich auch hierzulande auf Disc.

Die Stadt Russel City hält viel für ihre Bewohner bereit, trotzdem sind längst nicht alle zufrieden. Wenn die Gelüste der Menschen sehr stark werden, ziehen sie „Horrors“ an. Diese Wesen versprechen den Menschen die Erfüllung ihrer Wünsche. Der Preis dafür ist allerdings hoch, denn die Leute enden in der Regel als Zwischenmahlzeit für die gefräßigen Monster. Nur die Makai-Ritter sind in der Lage, sich den finsteren Wesen in den Weg zu stellen. Der Frauenheld Sword ist ein solcher Krieger. Als Sword eines Nachts mal wieder Jagd auf Horrors macht, trifft er auf das Mädchen Sophie, das ihren Bruder sucht. Der junge Mann ist seit einiger Zeit verschwunden und der einzige Hinweis auf seinen Verbleib ist das Wort „El Dorado“.

Garo und Gina - Vanishing Line
Bild: Mappa

Während Russel City auf den ersten Blick einen sehr freundlichen Eindruck macht, reicht schon ein kleiner Blick hinter die Fassade und man taucht in eine Welt der Begierden und unerfüllter Wünsche ein – die sich die Horrors zunutze machen. Insoweit erweist sich die fiktive Stadt als Abbild einer ganz normalen Metropole, wie es sie heute überall auf der Welt gibt. Viele Menschen sind bereit auf dem Weg zur schnellen Befriedigung viel zu riskieren, auch wenn die Folgen nicht so schlimm sind wie im Anime.

Goldener Ritter mit beinhartem Pferdchen

Nachdem sich das erste Volumen Garo – Vanishing Line in Einzelepisoden verlor, die die wichtigsten Figuren der Reihe vorstellten, kommt mit dem zweiten Volumen die Handlung richtig ins Laufen. Es entwickelt sich eine vielschichtige Handlung, die immer wieder durch kleine Einspielungen und Einzelschicksale ergänzt wird. Immer wieder sind es die Wünsche der Menschen, die die Horrors anziehen und diesen Macht verleihen. Gleichzeitig versuchen die Makai-Ritter und Alchemisten die monströsen Kreaturen auszuschalten, wobei die Art und Weise manchmal ein wenig zu wünschen lässt.

Sword aus Vanishing Line
Bild: Mappa

Der Anime lebt auf der einen Seite von aufwendigen Kämpfen und knallharter Action, dabei kommen aber auch die leisen Töne nicht zu kurz. Vor allem das Mädchen Sophie bringt viel Gefühl in die Handlung. Bei ihrer Suche nach ihrem Bruder, ihrem einzigen noch lebenden Verwandten, nimmt sie viele Anstrengungen in Kauf, um an Hinweise zu kommen, die allerdings meist ins Leere laufen. Erst das Zusammentreffen mit Sword bringt sie weiter, weswegen sie sich an ihn und seine Leute klammert, auch wenn die Makai-Krieger anfangs nicht sehr nett mit ihr umgehen. Durch ihre offene Art gewinnt sie allerdings schnell die Herzen der Krieger – und auch das der Zuschauer.

Die Beziehung zwischen Sophie und Sword nimmt schnell Fahrt auf und spielt für die Entwicklung der Handlung eine wichtige Rolle. Beide sehen in dem jeweils anderen eine Person, die sie suchen. Selbst, wenn der jeweils andere den freien Platz nicht zu 100 Prozent ausfüllen kann, entsteht so eine feste und sichere Beziehung, die einen durch die Handlung trägt und als Bogen zwischen den Kämpfen den Zuschauer immer wieder erdet und zeigt, was eigentlich wichtig ist.

Sophie und Sword aus Vanishing Line
Bild: Mappa

Insgesamt entwickelt sich die Geschichte von Garo – Vanishing Line mit einem Tempo, das den Zuschauer teilweise schwindlig macht. Knallharte Fights wechseln sich ab mit menschlichen Tragödien. Liebenswert skurrile Figuren mit verschiedenen Macken können ebenso die Sympathie der Zuschauer gewinnen, wie es eine ansprechende grafische Umsetzung kann. Die Mischung aus Drama, Mystery und Action bietet alles, was gute Abendunterhaltung braucht.

El Dorado und viel Gold, das richtig glänzt

Interlude in Garo - Vanishing Line
Bild: Mappa

Obwohl „El Dorado“, die Stadt des Goldes, im Anime eine zentrale Rolle hat, erweist sich die Stadt lange Zeit ebenso wenig auffindbar, wie es ihr reales Pendant ist. Trotzdem kommt das glänzende Metall nicht zu kurz. Swords goldene Rüstung ist allerdings alles andere als schmückendes Beiwerk, sondern eher ein Zeichen seiner herausragenden Kampfkraft, die er in Vanishing Line immer wieder unter Beweis stellt. Die Kämpfe sind rasant und äußerst detailliert animiert, wobei die Schärfe auch im größten Getümmel nicht nachlässt. Wer aber einen strahlenden Ritter erwartet, wird enttäuscht. Sword ist ein Typ mit ebenso viele Ecken und Kanten, wie sein „Ross“ Zaruba Pferdestärken unter der Motorhaube hat.

Auch die anderen Figuren erweisen sich als vielschichtig und ansprechend umgesetzt, was nicht nur an der beeindruckenden Animation liegt, sondern auch am ansprechenden Charakter-Design. Das Studio Mappa erschafft zusammen mit Regisseur Seong Ho Park und Charakter-Designer Tomohiro Kishi eine Welt, die zwischen Licht und Schatten wandelt. In dieser vielschichtigen Welt handeln differenziert gestaltete Persönlichkeiten und obwohl die Reihe nichts für schwache Nerven ist, weiß sie den Zuschauer zu fesseln. Das hohe Tempo lässt den Zuschauer mit der Frage zurück, was hinter der nächsten Biegung wohl auf die sympathischen Figuren wartet.

Bei der deutschen Synchronisation überließ man ebenfalls nichts dem Zufall. Mit Bernd Egger als Sword und Marie Hinze in der Rolle der Sophie verpflichteten die K13 Studios in Berlin zwei Sprecher, die zusammen gut funktionieren. Obwohl Marie Hinze als Sprecherin noch nicht viel Erfahrung hat, liefert sie als Sophie Hennes eine überzeugende Darstellung ab. Das Mädchen ist keine einfache Figur, wechselt ihre Stimmung doch schnell zwischen kleinem weinerlichem Mädchen und cooler Teenagerin, die nicht auf den Mund gefallen ist. Bernd Egger hingegen überzeugt als knallharter Kämpfer ebenso wie als leicht perverser Schürzenjäger. Stefan Gossler erweist sich als sprechendes Motorrad Zaruba als perfekte Ergänzung für die beiden. Seine coolen Einwürfe und Kommentare tragen viel zur versteckten, aber trotzdem vorhandenen Komik von Garo – Vanishing Line bei.

Vanishing Line
Bild: Mappa

Garo – Vanishing Line hat hierzulande die Altersfreigabe „ab 16 Jahre“ erhalten. Ganz zu Recht, wenn man überlegt, dass es oftmals um fressen oder gefressen werden geht. Die Kämpfe nehmen viel Platz innerhalb der Story ein und werden nicht mit Samthandschuhen ausgetragen. Die Tatsache, dass die Damen mit ihren Reizen nicht geizen, sorgt bei dem Hauptcharakter Sword zwar für Begeisterung, trägt zum Verlauf der Handlung allerdings nicht wirklich etwas bei. Ein Fan-Service, auf den Vanishing Line nicht wirklich angewiesen ist. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich genug, als dass sie solche Extras nötig hätte. Die Figuren können die Handlung tragen und auch die deutsche Übersetzung weiß zu überzeugen.

Einziger Wermutstropfen für die deutsche Version stellt der Preis dar. Ein Volumen Garo – Vanishing Line kostet hierzulande in der Blu-ray Version an die 40 Euro. Dafür bekommt man zwar sechs Episoden der Serie, die insgesamt 24 Folgen umfasst, allerdings auch nicht mehr. Die Disc selbst enthält ein paar Trailer sowie ein Blanko-Opening und Ending. Auch die Amaray-Verpackung ist nett anzusehen, aber auch kein wirklicher Kostenpunkt. Wenn man überlegt, was sich andere Publisher so für die Fans überlegen, ist an dieser Stelle eindeutig noch Luft nach oben.

Fazit

Garo – Vanishing Line ist eine Serie, die Popcorn-Elemente mit einer tief greifenden Handlung verbindet. Liebhaber gut animierter Action kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Fans gut entwickelter Figuren und einer durchdachten Geschichte. Viele Fragen werden aufgeworfen, die auf eine Antwort warten. Behält man das generell hohe Tempo der Serie im Hinterkopf stehen die Chancen gut, dass diese noch gegeben werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Macher nicht irgendwann verzetteln.

Der Anime besticht durch eine rasante Animation, die nie den Fokus auf das Wichtige verliert. Die vielseitig gestalteten Figuren passen sich in ein ambivalentes Setting ein, das Spaß auf mehr macht. Fans von Action-Reihen kommen genauso auf ihre Kosten wie Liebhaber gut erzählter Geschichten.

Info

Volumen 2 Vanishing Line
Bild: Mappa / peppermint anime

Garo – Vanishing Line
Original Name: 牙狼[GARO] -VANISHING LINE
Studio: Mappa
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Seong Ho Park
Drehbuch: Kyoko Yoshimura
Musik: Monaca
Erschienen am: 31. Mai 2019
Synchronisation: K13 Studios GmbH, Berlin
Dialogregie: Philippa Jarke
Länge: 150 Minunten
Freigegeben ab: 16 Jahren
Genre: Action, Mystery, Drama

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Unsere Meinung

Story
9,5
Animation
9,5
Synchronisation
9,0
Preis
7,0
Unterhaltungswert
9,5

Fazit

Mappa versuchte sich mit Garo – Vanishing Line das erste Mal an einer eigenen Serie, die das Studio wunderbar umsetzte. Die Mischung aus Action, Drama und Mystery beinhaltet alles, was abendfüllende Anime-Unterhaltung bieten sollte. Wenn man von kleinen Schwächen bei der deutschen Umsetzung absieht eine durchaus gelungene Reihe.

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