Popkultur Anime Gesehen: AnoHana Volume 1 (Blu-ray)

Gesehen: AnoHana Volume 1 (Blu-ray)

Am 26. Februar veröffentlichte peppermint anime das erste Volume mit sechs von elf Episoden zum heißbegehrten Anime Ano Hi Mita Hana no Namae o Bokutachi wa Mada Shiranai. oder kurz AnoHana – Die Blume, die wir an jenem Tag sahen. Wir haben uns mal genauer damit beschäftigt und uns eine Meinung dazu gebildet.

Worum geht es?

Der Stubenhocker und Hikikomori Jinta Yadomi alias Jintan tut nichts anderes mehr, als zu Hause zu sitzen und Videospiele zu spielen. Nicht einmal die Schule besucht er und ist somit von seinen Mitmenschen abgeschnitten. Als er noch jünger war, sah dies allerdings ganz anders aus, denn damals hatten er und seine Freunde jeden Tag sehr viel Spaß – bis zu jenem Tag.

Jinta und seine Freunde Meiko Honma (Menma), Naruko Anjou (Anaru), Chiriko Tsurumi (Tsuruko), Atsumu Matsuyuki (Yukiatsu) und Tetsudou Hisakawa (Poppo) nannten sich einst in Kindertagen die Super Peace Busters und wollten sich für den Frieden einsetzen. Dieser Kindheitstraum endete schlagartig, als die kleine Menma eines Tages ums Leben kommt. Seitdem haben sich die übrigen fünf aus den Augen verloren und sich unterschiedlich weiterentwickelt.

Eines Tages erscheint Jinta ein Mädchen, während er in einem seiner Spiele versunken ist. Diese stellt sich als Menma heraus, die ihm gar nicht von der Seite weichen möchte. Jinta ist der Meinung, dass es sich dabei um die Nachwirkungen seines Stresses und der Sommerhitze handelt, doch er kann sich nicht erklären, wieso sie trotz desselben weißen Kleids und dem unschuldigen Gesicht eines Kindes dennoch deutlich älter aussieht. Langsam wird Jinta jedoch immer mehr klar, dass dies nicht nur Einbildung sein kann und deshalb beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen – wenn auch in ziemlich kleinen Schritten. Hinzu kommt auch noch, dass Menma von ihm verlangt, ihren Wunsch zu erfüllen und das dies nur ginge, wenn alle von damals vereint seien. Was genau ihr Wunsch ist, weiß allerdings auch Menma selbst nicht.

Die Story

Was genau ist damals geschehen? Wie ist Menma gestorben? Was ist ihr Wunsch? Können die Super Peace Busters tatsächlich gemeinsam ihren Wunsch erfüllen und wird Jinta sie überhaupt wieder vereinen können? All diese Fragen stellen sich dem Zuschauer und häufen sich sogar. Genau diese Menge an Fragen jedoch und auch die Herangehensweise der Serie an diese sind es, die den Anime so spannend machen.

Der Zuschauer wird ohne weitere Erklärungen in die Gegenwart geworfen und erst nach und nach ganz langsam an die Charaktere sowie an deren Vergangenheiten herangeführt, sodass man er Sache Episode für Episode immer mehr auf die Spur kommt. Hinzu kommt noch, dass sich jeder selbst die Schuld für das Geschehene gibt und erneut stellt sich eine weitere Frage: Wieso glaubt dieser Charakter, dass es ausgerechnet seine/ihre Schuld ist?

Die Handlung selbst ist eigentlich relativ einfach gestrickt, da es grob gesehen um den Geist eines toten Mädchens geht, die anscheinend nicht ihren Frieden finden kann und erst durch die Hilfe ihrer früheren Freunde wieder ruhen kann. Dieser anfangs leicht durchschaubare Handlungsstrang wird jedoch auf eine so fesselnde Art und Weise erzählt, sodass dieser Strang sich in verschiedene Richtungen streut und aufteilt und der Geschichte deutlich mehr Tiefe verleiht. So erfährt man beispielsweise nichtur die Story aus der Sicht von Menma oder Jinta, sondern im Prinzip aus der Perspektive aller Beteiligten, was das Ganze gleich nochmal ein Stück interessanter gestaltet. Auch wenn dieser Anime nicht die geringste Spur von Action hat, ist er dennoch unheimlich spannend und schafft es, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

Mir persönlich wurde dieser Anime als einer der schönsten und gleichzeitig traurigsten beschrieben und vorgestellt. Auch wenn es in den ersten sechs Episoden jede Menge ziemlich trauriger Szenen gibt, so denke ich, dass die wirklich tränenherbeiführenden erst noch mit der zweiten Hälfte kommen. Aber wirklich schön ist die Story schon direkt von Anfang an.

Die Idee

Einige fragen sich vielleicht, was so besonders an diesem Anime ist, da es ja nicht zum ersten Mal vorkommt, dass der Protagonist (wenn man ihn hier so nennen mag) dem Geist einer toten Person – hier eine Freundin – begegnet und nun versucht, sich die Erscheinung dieser Person zu erklären und ihr ihren Willen zu erfüllen. Nun ja, größtenteils wurde diese Frage oben bereits storytechnisch beantwortet.

Hinzu kommt dann noch natürlich die Idee. Diese wurde wie gesagtschon oftmals verwendet, aber bei AnoHana eben auf eine ganz andere Weise. Einer der besonderen Aspekte ist u.a., dass der Zuschauer Menma so gesehen mit Jintas Augen wahrnimmt. Das bedeutet, auch wenn alle anderen Charaktere (außer Jinta) Menma nicht sehen oder hören können, so kann es der Zuschauer dennoch und das sogar, wenn Jinta nicht einmal anwesend ist. In vielen anderen Titeln “verschwindet” der Geist in der Regel bei einem Perspektivenwechsel, doch hier nicht. Dieser Faktor setzt die Serie dadurch nochmal auf eine andere Ebene.

Ein weiterer Aspekt ist auch der regelmäßige Wechsel zwischen der Gegenwart und den zwischendurch eingeblendeten Szenen aus der Vergangenheit. Oftmals treten diese Wechsel dann ein, wenn ein weiteres Mitglied der Super Peace Busters näher beleuchtet wird, was ich auch sehr interessant fand, da eigentlich meistens dasselbe Szenario aus der Vergangenheit abgespielt wird, aber eben jedes Mal um ein kleines Stück erweitert wird, sodass sich die Ursache für Menmas Tod langsam wie ein Puzzle zusammenfügt.

Zwar eher unwichtig, aber dennoch amüsant, sind die vielen Anspielungen auf Namen und Elemente aus unserer Wirklichkeit, wie beispielsweise Pokémon oder One Piece. Für die Handlung sind sie zwar größtenteils irrelevant, aber verleihen dem Anime auf eine kleine bestimmte Art ein wenig Realitätund dem Zuschauer möglicherweise etwas, was ihm vertraut ist. Auch das kann die Sympathie zur Serie beeinflussen – wenn auch nur geringfügig.

Die Charaktere

Anfangs wirkt es so, als wären die Charaktere die meiste Zeit irgendwie abwesend und stereotypisch, weil einige von ihnen einen ziemlich “kalten” Eindruck hinterlassen. Erst im Laufe der Handlung verblasst dieser erste Eindruck jedoch und wird durch ein komplett neues Bild ersetzt, sodass man den einen oder anderen Charakter letzten Endes vielleicht doch noch besser verstehen oder ihn nun sogar sympathisieren kann – so war es jedenfalls bei mir. Fest steht aber mit Sicherheit, dass die sechs Hauptcharaktere sehr unterschiedlich sind und jeder seine individuelle Persönlichkeit besitzt und keineswegs der typische Mainstream-Charakter ist, selbst wenn enige Klischees erfüllt werden – aber dies lässt sich ja auch nur schwer vermeiden und stört hier nicht weiter.

Ob nun bei jeder Figur von einer Charakterentwicklung die Rede sein kann, ist noch schwer zu sagen, da man noch nicht alles von jedem gesehen hat. Allgemein könnte man sagen, dass sie sich zwar äußerlich (bis auf Menma) verändert haben und einige sogar erwachsener geworden sind, doch ihr inneres Kind noch immer stark überwiegt und einen großen Teil ihrer aktuellen Persönlichkeit ausmacht. So ist beispielsweise Tetsudou zu einem großen und selbständigen Reisenden mit viel Lebenserfahrung herangewachsen, doch ist er immer noch so kindisch, energiegeladen und von allem zu schnell begeistert, wie er es in den Flashbacks als kleiner Poppo ist.

Die Animation

Wie für A-1 Pictures eigentlich schon fast üblich, liegt auch bei AnoHana eine äußerst stabile und schön anzusehende Animation sowie Zeichenstil vor. Trotz der typischen Elemente des Studios weist AnoHana aber dennoch eine individuelle, besondere Note vor.

Der Hintergrund bzw. die Umgebung ist toll umgesetzt und lässt an Details nicht bemängeln. Besonders stark hebt sich der sommerliche Touch bzw. Effekt hervor, der durch die vielen “warmen” Farben, wie z.B. den tiefblauen Himmel oder den saftig grünen Bäumen, hervorgehoben wird.

Der Zeichenstil passt wirklich gut zum Anime und den Charakteren, selbst wenn dieser einen etwas kindlichen Eindruck macht, was besonders bei Menma auffällt. Dies ist jedoch kein Kritikpunkt, sondern eher eine Tatsache. Ob es einem persönlich nun gefällt oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen – mir hat es bisher jedenfalls gut gefallen. Außerdem trägt dies auch ein wenig dazu bei, das innere Kind der Charaktere stärker zu bewahren.

Der Sound

Der Sound generell sowie die Musik lassen sich ebenfalls in keinem Punkt bemängeln. Das Opening und auch das Ending gehen es mehr oder weniger etwas ruhiger an und haben auch etwas ziemlich entspannendes. Je nach dem, was gerade im Anime passiert, wirken diese mal fröhlich und mal eher traurig. Auf jeden Fall haben sie aber beide etwas sehr wohlklingendes. Das gleiche gilt auch für die Background Soundtracks, die mit den wohlklingenden Tönen die Serie viel schöner machen – oder die traurigen Passagen eben trauriger. Begleitet werden die Szenen auch oftmals vom typischen Laut der Zikaden, die erneut an den Sommer erinnern. Ein unpassender Einsatz der Musik ist mir bisher nicht aufgefallen.

Die Synchronisation

Auch bei diesem Anime hat peppermint anime eine gute Besetzung zusammengestellt. Die Sprecher sind gut gewählt und erfüllen ihren Job so, dass die Charaktere sehr glaubwürdig rüberkommen. Zwar ist auch die Synchronisation wieder Geschmackssache, aber rein objektiv gesehen gibt es hier nichts negatives auszusetzen. Auch mir persönlich gefällt die Synchronisation und besonders über Jannik Endemann (u.a. Sasuke Uchiha aus Naruto) als Jinta und Jan Makino (u.a. Otonashi aus Angel Beats!) als Yukiatsu habe ich mich sehr gefreut.

RolleSprecher
Jinta YadomiJannik Endemann
Meiko HonmaLinda Fölster
Naruko AnjouLina Rabea Mohr
Atsumu MatsuyukiJan Makino
Chiriko TsurumiLydia Morgenstern
Tetsudou HisakawaRené Dawn-Claude
Jinta (jung)Luisa Wietzorek
Atsumu (jung)Josephine Schmidt
Tetsudou (jung)Charlotte Uhlig
Atsushi YadomiUwe Büschken

Extras

(wird nicht bewertet)
Abgesehen vom Digipack im schicken Schuber werden dem ersten Volume noch zwei Postkarten beigelegt.

Fazit

Mit AnoHana bekommt man eine Slice of Life und Drama Geschichte, wie man sie sich wünscht. Mit sympathischen Charakteren und einer sowohl schönen als auch traurigen Handlung erlebt man in den ersten sechs Episoden eine packende Reise in die Welt der wahren Freundschaft. Mit vielen Faktoren, die dem Zuschauer oftmals verborgen bleiben und erst langsam enthüllt werden, wird diesem dabei eine wundervolle Serie geboten.

Info
AnoHana – Die Blume, die wir an jenem Tag sahen
Original Name: あの日見た花の名前を僕達はまだ知らない.
Transkription: Ano Hi Mita Hana no Namae o Bokutachi wa Mada Shiranai.
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Tatsuyuki Nagai
Drehbuch: Mari Okada
Musik: Remedios
Erschienen am: 15. April 2011 im TV (Japan), 26. Februar 2016 auf DVD/Blu-ray (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios (Berlin)
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 11 Episoden mit je 24 Minuten (6 Episoden in Volume 1)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Slice of Life, Romance, Drama, Comedy, Psychological
Sprachen: Deutsch, Japanisch und deutsche Untertitel
Medium: DVD / Blu-ray

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