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Gesehen: Code Geass (Blu-ray / Komplett)

Zusätzlich zu den Einzelvolumes erschienen bei Kazé außerdem zwei Blu-ray Gesamtboxen zu beiden Staffeln von Code Geass: Lelouch of the Rebellion. Wir haben uns diese spannenden 50 Episoden mal genauer angeschaut.

Worum geht es?

Wenn du die absolute Macht beherrschen würdest – würdest du dich wie Gott oder wie der Teufel verhalten?

Am 20. August 2010 zerschmettert das Heilige Britannische Reich die japanischen Streitkräfte und erobert das Land im Handumdrehen. Durch die Niederlage verliert Japan seine Unabhängigkeit und wird zur 11. Kolonie des Britannischen Reiches. Die Japaner werden von nun an als „Elevens“ bezeichnet, leben eingepfercht in Ghettos und bekommen ihre Grundrechte aberkannt.

In dieser weltpolitisch und sozial explosiven Situation schwört der junge Student Lelouch Lamperouge das Britannische Reich zu zerstören. Sein Ziel wird ihm durch das Geass ermöglicht, die Macht der Könige, die ihn befähigt, jedem seinen Willen aufzuzwingen, der seinen Blick kreuzt. Lelouch Lamperouge beginnt eine unglaubliche Schachpartie gegen das Reich, bei der die Elevens, die britannischen Soldaten und die Rebellen, die Figuren darstellen. Doch seine Vergangenheit und seine Ambitionen könnten die Welt ins Verderben führen!
(Quelle: Kazé)

Die Story

Bei Code Geass weiß ich nie so wirklich wie oder wo ich überhaupt anfangen soll. Die Story weist so eine gewaltig facettenreiche Struktur auf, sodass es am Anfang zunächst nach einer simplen und einfach gehaltenen Handlung aussieht, diese sich aber mit jeder Episode immer weiter ausbreitet, verschiedene Formen annimmt und die Geschichte von so vielen verschiedenen Seiten zeigt. Diese unzähligen Puzzleteile fügen sich dann Stück für Stück zusammen, sodass man viele Vorgehensweisen erst im Nachhinein verstehen kann.

Es sind nicht nur die spannenden Kämpfe oder die tollen Charaktere, die diesen Anime so faszinierend machen, sondern vor allem die psychologischen sowie philosophischen Aspekte, bei denen durch die verschiedensten Charaktere, deren Entwicklung, Weltanschauungen und Denkweisen so viele Fragen aufgeworfen werden, die man sich im Alltag selber vielleicht nicht stellt, die einen jedoch vielleicht doch noch in irgendeiner Weise betreffen.

Des Weiteren darf es natürlich auch an Spannung nicht fehlen. Mithilfe unzähliger wirklich unerwarteter Plot Twists schafft es der Anime immer wieder einen aufs Neue zu überraschen, sodass man manchmal einfach weiterschauen muss, bevor man vor Aufregung und Neugier platzt – für viele vermutlich zu übertrieben formuliert, doch bei mir war es tatsächlich der Fall. Zu Beginn der Serie hatte ich eigentlich nichts Besonderes erwartet und hatte sogar überlegt, es bleiben zu lassen, doch nach etwa fünf bis sechs Episoden war ich bildlich gesprochen gefesselt.

Die Idee

Die Idee und die ganze Aufmachung ist ziemlich gut durchdacht und sehr schön umgesetzt – sei es nun das Prinzip des Geass, die Weltstruktur, die Charaktere, die Konflikte oder der Einsatz der Knightmares (Mechas). Es passt einfach alles super zusammen und selbst die oftmals kritisierten Mechas harmonieren hier wunderbar mit der Story und statt sich in den Vordergrund zu drängen, halten sie sich eher im Hintergrund und dienen nur als Stütze für die Handlung – so gesehen als Mittel zum Zweck. Somit sollte man sich als Nicht-Mecha-Fan (wie meine Wenigkeit) überhaupt keine Sorgen diesbezüglich machen, da diese bei Code Geass wohl bedacht wurden und ihren Zweck ungemein und im vollen Umfang erfüllen.

Auch die Erzählweise sowie die bereits angesprochenen psychologischen / philosophischen Elemente sind bei Code Geass überaus interessant dargestellt. Nicht grundlos wird dieser Anime von vielen stark mit Death Note verglichen, denn es sind tatsächlich diverse Parallelen zu erkennen.

Die Charaktere

Die Entwicklung der Charaktere ist in diesem Anime besonders stark ausgeprägt. Sie ist bei jedem unterschiedlich fortgeschritten und es sind Entwicklungen in alle Richtungen zu beobachten. Von Wahnsinnigen und Soziopathen über Genies und Strategen bis hin zu Gutmenschen und Aggressiven ist wirklich alles vertreten. Diese verschiedenen Persönlichkeiten kollidieren auf dem gigantischen Schachfeld, welches Code Geass darstellt, aufeinander und sorgen für ein interessantes Spektakel. Außerdem sind die Charaktere so geschickt gemacht, dass es kein wirkliches Gut und Böse gibt, sondern dass man sich selbst eine Meinung dazu bildet und sich somit eine Seite aussuchen kann, die der persönlichen Ansicht am ehesten entspricht.

Es kommt auch nicht gerade selten vor, dass man Charaktere, die man vorher nicht bis überhaupt nicht mochte, hinterher dann sogar ziemlich stark sympathisiert – und umgekehrt funktioniert das Ganze natürlich auch.

Die Animation

Abgesehen vom eigentlichen Verlauf der Story, dessen Ende sowie dem Mecha Aspekt ist die Animation wohl der größte Abschrecker für viele Zuschauer. Man muss tatsächlich zugeben, dass Animation und Zeichenstil bei Code Geass besonders “speziell” dargestellt sind. Selbst für das Studio CLAMP; die ja dafür verantwortlich sind, ist diese Aufmachung mal was anderes, auch wenn natürlich viele Ähnlichkeiten zu anderen Werken des Studios zu erkennen sind. Dennoch weist der Zeichenstil aber auch viele positive Aspekte, wie z.B. die Bewegungen der Figuren (und vor allem deren Hände) auf. Auch die Animationen beim Einsatz des Geass sind faszinierend gestaltet.

Selbstverständlich ist es reine Geschmackssache, ob die Animation und der Zeichenstil nun “gut” sind oder nicht, doch für mich kann ich sagen, dass er sehr passend ist und gut aussieht. Auch wenn beispielsweise die Augen und Münder oder die teilweise kantig gezeichneten Charaktere eher ungewöhnlich erscheinen, hat mir das doch letzten Endes sehr gut gefallen und es verleiht dem Anime auch eine gewisse Einzigartigkeit.

Der Sound

Von den insgesamt fünf Openings und 4 Endings haben mir außer dem zweiten Opening alle sehr gut gefallen und sie spiegeln alle sehr deutlich die Atmosphäre wieder – eben bis auf das zweite Opening. Das dritte Ending (bzw. das erste der zweiten Staffel) ist zwar jetzt nicht ganz so toll wie der Rest, aber passt ebenso gut zur Handlung. Was das Wiederspiegeln der Atmosphäre betrifft, ist wohl das dritte Opening am besten gelungen, auch wenn es etwas merkwürdig wirkt, für die letzten zwei Episoden der ersten Staffel ein neues Opening einzuführen – aber immerhin hat es perfekt hinein gepasst. Von all den Songs war jedoch das erste Opening “COLORS” mein Favorit und auch den meisten anderen Fans ist dieser Song wohl am stärksten im Gedächtnis hängen geblieben.

Ebenso der Rest der Hintergrund Soundtracks sind wirklich gut gemacht und passen immer zur jeweiligen Szene. Auch wenn Code Geass größtenteils ernst verläuft, gibt es aber auch genug alberne Soundtracks, die die Comedy Szenen passend untermalen. Am meisten glänzt der Anime jedoch mit den eher episch angehauchten Soundtracks wie “Madder Sky” oder eben die tiefgehenden, wohlklingenden und teilweise sogar melancholischen Titeln wie “Stories” oder “Continued Stories”. Man sieht also, dass eine breit gefächerte Auswahl an Musik vorhanden ist und auch der restliche Sound ist nett anzuhören (wie die Kämpfe der Mechas oder der Sound beim Einsatz des Geass).

Die Synchronisation

Mit Code Geass erschien ein weiterer Titel in diesem Land, dessen deutsche Synchronisation ohne Zweifel mit der originalen mithalten kann und sie (in meinen Augen bzw. Ohren) in gewissen Punkten sogar übertrifft. Die Sprecher leisten eine mehr als überzeugende Arbeit und sie scheinen dabei teilweise richtig aufzublühen, da man bei einigen Charakteren die Emotionen förmlich spüren bzw. raushören kann. Auch bei der Übersetzung scheint es keine Fehler zu geben und keine Formulierung klangt jetzt unlogch oder merkwürdig – bis auf eine Ausnahme, bei der selbst weibliche Adlige oder Hochrangige beim Militär mit “Yes, my lord” statt “lady” angesprochen werden. Dies scheint allerdings auch im Original der Fall zu sein – warum auch immer. Stören tut das nun aber nicht wirklich.

Außerdem gibt es einen bestimmten Moment (in der letzten Episode), bei der ein Charakter beinahe das genaue Gegenteil von dem sagt, was im Original eigentlich der Fall war. Wieso das nun so ist, bleibt erstmal leider unklar. Ob es nun an der Übersetzung oder am Material liegt oder ob es absichtlich so umgeändert wurde, ist unbekannt. Direkt schaden tut dies der Handlung zwar nicht, aber da das Ende dieser Serie ohnehin schon sehr umstritten ist, sorgt es teilweise für Verwirrung.

Diese beiden Punkte wären aber auch die einzigen negativen, die es von meiner Seite aus anzusprechen gäbe.

RolleSprecher
Lelouch LamperougeNico Sablik
Suzaku KururugiKonrad Bösherz
C.C.Antje von der Ahe
Nunnally LamperougeJulia Stoepel
Kallen StadtfeldJulia Ziffer
Kaname OugiMarkus Pfeiffer
Shirley FenetteMaria Koschny
Rivalz CardemondeSebastian Schulz
Milly AshfordUrsula Hugo
Kyoshiro ToudouJaron Löwenberg
Euphemia li BritanniaJill Schulz
Cornelia li BritanniaMarina Krogull
Clovis la BritanniaFrank Röth
Charles zi BritanniaOliver Stritzel
Bartley AspirusStefan Gossler
Lloyd AsplundStefan Staudinger
Schneizel el BritanniaSebastian Christoph Jacob
MaoKim Hasper
Viletta NuKatrin Zimmermann
Jeremiah GottwaldMarcus Off
Kaguya SumeragiMarie-Luise Schramm
Andreas DarltonAxel Lutter
Cécile CroomyMarie Bierstedt
Diethard RiedPeter Reinhardt
Rakshata ChawlaSilvia Mißbach
Bismarck WaldsteinTilo Schmitz
Li XingkeFrank Röth
Anya AlstreimSarah Riedel
Gino WeinbergDennis Schmidt-Foß
Rolo LamperougeDavid Turba

Extras

(wird nicht bewertet)
Beide Boxen enthalten jeweils einen Audiokommentar sowie ein 144-seitiges Booklet mit dem Titel “Die Chronik des Widerstandskampfes”.

Fazit

Bei Code Geass bekommt man wirklich etwas für sein Geld geboten. Nicht nur eine spannende und vielseitige Handlung mit vielen tollen und unterschiedlichen Charakteren werden hier geliefert, sondern ebenso viel Dramatik, Tragik sowie unzählige Elemente, die zum Nachdenken anregen – ein etwas anderer Anime, den man aber ernsthaft als Meisterwerk betiteln könnte.

Info

Code Geass / © Kazé

Code Geass: Lelouch of the Rebellion
Original Name: コードギアス 反逆のルルーシュ
Transkription: Kōdo Giasu: Hangyaku no Rurūshu
Studio: Sunrise
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Gorō Taniguchi
Drehbuch: Ichirō Ōkouchi
Musik: Hitomi Kuroishi, Kōtarō Nakagawa
Erschienen am: Oktober 2006 (Japan), November 2009 (Deutschland)
Synchronisation: VSI Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Detlef Klein
Länge: 50 Episoden (2 Staffeln mit je 25 Episoden)
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Drama, Psychological, Action, Superpower, Mecha
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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