Reviews Anime Reviews Gesehen: Demon King Daimao Volume 2

Gesehen: Demon King Daimao Volume 2

Am 29. Januar veröffentlichte peppermint anime den vorerst letzten Teil von Demon King Daimao. Wie die Geschichte um den eher unwilligen Herrscher der Unterwelt weitergeht haben für euch unter die Lupe genommen.

Worum geht es?

Nachdem Akuto Sai in den ersten Folgen noch mit einem Schicksal als Dämonenkönig haderte, ist er inzwischen in seiner Rolle als Herr über seinen zwar noch kleinen, aber nicht weniger anstrengenden Harem, angekommen. Während sich bisher alles um ihn und seine Damen drehte, ist sein „kleiner Bruder“, Hiroshi, eigentlich nur als Mitläufer aufgefallen. Dies ändert sich jetzt rapide, denn in dem vorlauten Jungen steckt wesentlich mehr, als bisher angenommen. Schließlich soll es sein Schicksal sein, ein Held zu werden. Auch wenn davon bisher außer ihm noch niemand etwas weiß.

Die offenen Handlungsstränge aus den ersten Folgen werden nun miteinander verbunden und zum Abschluss gebracht. Während bisher nur Fujikos Hintergründe näher erörtert wurden, sind jetzt auch Keena und Junko dran. Hierbei hat Letztere das zweifelhafte Vergnügen Akuto ihrem Clan nicht nur als potentiellen Ehemann zu präsentieren, sondern muss letzten Endes mit all ihren Leuten in den Kampf gegen ihn ziehen. Und dass alles nur, weil Akuto trotzdem noch immer mehr Gentlemen denn Rüpel ist, und Keena nicht im Stich lassen will. Diese hat allerdings ihr eigenes Kreuz zu tragen, was den eigentlichen Knaller zum krönenden Abschluss liefert.

Die Story

Nachdem die Entwicklung der Story während der ersten Folgen von Demon King Daimao bereits das Tempo angezogen hatte, geht es jetzt mit Vollspeed dem Ende entgegen. In den einzelnen Episoden steckt teilweise so viel Inhalt, dass einzelnen Bilder oder kurze Sequenzen versuchen, einen wichtigen Teil der Geschichte zu transportieren. Dabei bleiben einige Fragen leider offen, was niemanden wundern dürfte. Vor allem die Handlungsweisen einiger Figuren sollten einfach als gegeben hingenommen werden. Denn wer auf eine Erklärung dafür wartet, wird in diesem Teil der Handlung bedauerlicherweise enttäuscht zurückgelassen.

Dass zum Ende hin auch noch neue Figuren eingeführt werden, ist eher seltener und das aus gutem Grund. Zwar soll durch diesen neuen Antagonisten noch einmal Spannung aufgebaut werden, wenn dieser Handlungsbogen allerdings in drei Episoden gequetscht wird, bleiben für etwaige Handlungshintergründe oder Figurenentwicklungen einfach keine Zeit mehr.

Die Idee

In den ersten Episoden wurde noch großer Wert auf die Comedy-Elemente gelegt, die zum Ende hin jedoch einer durchaus ernsten und nachdenklich machenden Story weichen. Die Frage danach, was Gott ist beziehungsweise inwieweit er die Geschicke der Menschen lenkt ist schon älter und wurde auch bereits schon in vielen anderen Animes ausdiskutiert. Dass allerdings eine Figur gleich zum Teufel persönlich wird, nur weil er sich dem durch Gott vorgegebenem Schicksal nicht beugen will, ist schon eine interessante Idee. In vielen anderen Serien ist es außerdem meist der Held, der dem Allmächtigen in den Allerwertesten tritt, hier hat auch mal der König der Dämonen diese Gelegenheit.

Selbstverständlich gibt es trotzdem wieder genug Fanservice und der fröhliche Frauenreigen im Kampf um die höchstherrschaftliche Aufmerksamkeit geht auch weiter. Auf diese Weise bleibt die Komik erhalten, auch wenn diese teilweise sehr erzwungen wirkt. Deswegen bleibt sie eher Geschmackssache. Vor allem die erste Folge von Demon King Daimao Volume zwei ist ein sehr krasses Beispiel dafür. Ich persönlich fand es einfach zu viel zu Guten, was dort geliefert wurde. Manchen mag es erheitern, ich persönlich fand es zu albern um noch lustig zu sein.

Die Charaktere

Die meisten Charaktere wurden bereits in den ersten Folgen vorgestellt sowie deren Hintergründe kurz erklärt, einige erhalten nun eine detaillierte Personifikation. Hierbei wird versucht, den einzelnen Figuren ein klareres Profil zu geben, was allerdings nur in Ansätzen gelingt.

Korone, pragmatisch wie gewohnt, hat die Eheschließung zwischen Junko und Akuto beschlossen und direkt mit den organisatorischen Arbeiten begonnen, sodass Junko mit ihrem ziemlich ahnungslosen Fast-Ehemann dann vor dem gesamten Familienclan auftauchen muss. Dass hierbei einige Insiderinfos hilfreich sind, sieht nicht nur Akuto so, sondern auch der Zuschauer bekommt einen tieferen Einblick in die Clan der Hattori.

Während dieser Teil der Charaktervorstellung und Entwicklung verständlich rübergebracht wird, fehlt dies bei der Figur des Hiroshi total. Zu Beginn der Handlung von Demon King Daimao adoptiert dieser Akuto praktisch als großen Bruder, sodass er seitdem bester Freund und Cheerleader in einem ist. Mit der Entdeckung seiner „Heldenidentität“ verschwindet dies allerdings vollständig. Er mutiert zum Dämonentöter schlechthin samt Kriegserklärung an den Dämonenkönig. Für einen Helden natürlich eine normale Reaktion, Dämonen sind die Bösen, ergo müssen diese vernichtet werden. So weit alles klar, allerdings wissen weder Akuto noch seinen Damen etwas von der zweiten Identität Hiroshis, gleichzeitig benimmt dieser sich in deren Gegenwart auch absolut normal, bis er in sein Heldenkostüm steigt. Normalerweise müsste ihn diese konträre Haltung doch erheblich belasten, was in der Serie allerdings mit kaum thematisiert wird.

Zu Anfang scheint auch die Verbindung Akuto / Keena recht einfach zu sein. Die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsame Zeit im Waisenhaus und Akuto hat der kleinen Zauberin damals ihre silberne Haarspange geschenkt. Diese bisher bekannte Vorgeschichte ist allerdings nicht alles, was sie mit einander verbindet. Keena ist eine so genannte Identität, was dazu führt, dass sie immer wieder geboren wird. Sie kann einem Gott somit als Wirtskörper dienen. Außerdem kann sie auf eine gemeinsame Vergangenheit mit dem letzten Dämonenkönig zurückblicken, auch wenn Keena sich nicht wirklich an diese erinnert.

Unterm Strich bleibt in den verbliebenen Folgen zu wenig Zeit und die Storyentwicklung ist so rasant, dass für den durchaus gutgemeinten Ansatz einer vertieften Charakterisierung der Protagonisten am Ende einfach die Spielzeit fehlt.

Die Animation

Obwohl Demon King Daimao bereits 2010 in Japan erschien, braucht sich die Animationen von Artland nicht zu verstecken. Alle Bilder wirken flüssig, auch während den äußerst effektvollen Kampfszenen geht dieses gute Niveau nicht verloren. Bei den dunkleren Szenen am Ende des Animes ist eine gute Kontrastierung vorhanden, sodass insgesamt der Sehgenuss nicht beeinträchtigt wird. Ich persönlich finde die Chibi-Animationen der Breakszenen innerhalb der Folgen einfach entzückend.

Der Sound

Musikalisch gesehen bietet der Anime eine solide Ausstattung, so passen die Songs beziehungsweise die Geräusche im Hintergrund gut zur jeweiligen Situation und unterstreichen diese. Ähnlich verhält es sich den Songs für Opening sowie Ending, beide sind okay, passen sowohl zu den Bildern als auch zum Konzept der Serie, Ohrwurm-Potential haben sie allerdings weniger.

Die Synchronisation

Die Wahl der Sprecher ist soweit in Ordnung, auch wenn das Niveau bei einigen doch innerhalb der Serie schwankt. Sowohl Takashi Kondou beziehungsweise sein deutscher Vertreter Marco Sven Reinbold liefern als Akuto Sai durchweg eine sehr ansprechende Vorstellung, beide bekommen den sprachlichen Spagat zwischen dem netten Jungen Akuto und dem schon recht brutalen und rabiaten Herrscher der Unterwelt sehr gut hin. Während Tsubasa Shingaki in der Originalfassung als Hiroshi noch eine gute Vorstellung abliefert, kann Claudia Schmidt dies leider im deutschen Ton nicht mittragen. Sie klingt an einigen Stellen einfach zu affektiert, was so gar nicht dem Charakter entspricht. Gegen die Nutzung des japanischen Wortes „Aniki“ für „großer Bruder“ ist ja eigentlich nichts einzuwenden, allerdings sollte es dann auch konstant benutzt werden.

Charakterjapanischer Sprecherdeutscher Sprecher
Aru’nuuruMinako KotobukiManuela Stüsser
Fujiko EtouShizuka ItoDagmar Bittner
Yuuko HattoriYuka IguchiJulia Bautz
Junko HattoriYoko HikasaCarolin Sophie Göbel
Akuto SaiTakashi KondouMarco Sven Reinbold
Hiroshi MiwaTsubasa YonagaClaudia Schmidt
Bouichirou YamatoTarusuke ShingakiRicardo Richter
Eiko TeruyaHaruka TomatsuKatrin Laksberg
Keena SogaKōsuke ToriumiIsaak Dentler

 

Fazit

Zu Anfang punktete Demon King Daimao vorrangig mit Comedy, zum Ende hin werden aber auch durchaus ernste Töne angeschlagen, sodass Fantasy-Fans , wenn sie denn über 16 Jahre alt sind und mit ein wenig nackter Haut umgehen können, hier auf ihre Kosten kommen. Wegen der raschen Handlungsentwicklung bleibt für viele erklärende Hintergrundinformationen keine wirkliche Zeit, trotzdem bietet der Anime kurzweilige, nette Unterhaltung für einen entspannten Fernsehabend.

Info

Demon King Daimao
Original Name: いちばんうしろの大魔王
Transkription: chiban Ushiro no Dai Maō
Studio: Artland
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Takashi Watanabe
Drehbuch: Takao Yoshioka
Musik:Tatsuya Kato
Erschienen am: 2. April 2010 (Japan) , 29. Januar 2016 (Deutschland)
Synchronisation: Metz-Neun Synchron Studio- und Verlags GmbH
Länge: 6 Episoden (7 – 12)
Freigegeben ab: FSK 16 Jahre
Genre: Action, Harem, Comedy
Sprachen: japanisch mit deutschen Untertitel, Deutsch
Medium: Blu-ray/DVD

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