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Popkultur Anime Gesehen: Free!, Vol. 1 (Blu-ray)

Gesehen: Free!, Vol. 1 (Blu-ray)

Ende März gab peppermint anime die Startausgabe zur ersten Staffel der Anime-Umsetzung von Free! mit den Episoden eins bis sechs heraus. Wir warfen einen Blick in die Blu-ray-Edition und verraten euch, was die Serie aus dem Hause Kyoto Animation für euch parat hält.

Worum geht es?

In der Grundschule waren Haruka Nanase, Makoto Tachibana, Rin Matsuoka und Nagisa Hazuki noch im Schwimmclub aktiv, inzwischen ist dieser jedoch aufgelöst und Haruka geht seiner Leidenschaft nicht mehr nach, trotz seiner Liebe zum Wasser. Mit Makoto und Nagisa ist der Junge immer noch gut befreundet, während Rin lange Zeit in Australien war, um dort ein besserer Schwimmer zu werden. Mittlerweile besucht er ein Internat in der Nähe. Dort genießt Rin ebenso eine Ausbildung als Schwimmer. Er tritt in seinem alten Schwimmclub gegen Haruka an und gewinnt. Doch anstatt sich darüber freuen, ist Rin enttäuscht.

Wie sich herausstellt, forderte Rin einst Haruka, ein Jahr nachdem er in Australien war, heraus und verlor trotz seines Profitrainings. Damals war Rin verzweifelt, was wiederum Haruka veranlasste, mit dem Schwimmen aufzuhören, da er mit Rins verletzten Gefühlen nicht umgehen konnte.

Nagisa möchte mit seinen Freunden einen Schwimmclub in der Iwatobi-Oberschule gründen, nun wo Rin wieder vor Ort ist. Mit der Klassenlehrerin Miho Amakata, Rins kleiner Schwester Go Matsuoka und schließlich mit sehr viel Überzeugungskunst dem Leichtathleten Rei Ryugazaki gelingt ihnen die Gründung des neuen Clubs. Ziel ist es, an einem Schwimmturnier teilzunehmen, wo sie auch gegen Rin antreten. Wie das wohl endet?

Die Story

Die ersten sechs Folgen führen im Slice-of-Life-Bereich die vier schwimmbegeisterten Freunde Haruka, Makoto, Nagisa und Rin ein. Da Letzterer aktuell als professioneller Schwimmer an einer anderen Highschool ausgebildet wird, setzt Nagisa an der Iwatobi-Oberschule die Gründung eines Schwimmclubes in Bewegung, damit sie wie zu Grundschulzeiten wieder gemeinsam ins Wasser gehen können. Selbstverständlich bedarf dies eine Mindestmitgliederanzahl, die mit Rei erfüllt wird, und wenn diese erreicht ist, möchte die Schule auch Erfolge sehen. Erstes Ziel ist dabei die Teilnahme an einem Schwimmturnier. Doch bis dahin vollzieht der Iwatobi-Schwimmclub ein hartes Training. Der Zuschauer lernt in dem Zug Details zum Schwimmsport kennen. Im Vordergrund des Geschehens steht stets das Miteinander sowie Zusammenspiel der Protagonisten, was sich äußerst charmant aber auch witzig entpuppt. Ich nenne hier nur mal Rei Schwimmtraining als Beispiel. Des Weiteren stehen die Charakterstorys im Fokus, welche nach und nach offenbart werden.

Der Erzählstil lässt sich so beschreiben, dass bestimmte Ereignisse zunächst angedeutet und in späteren Flashbacks näher erklärt werden, was den Spannungsbogen hebt, da der Zuschauer nicht sofort vor die Nase gerieben bekommt, was gerade abläuft.

Wer an junge, gut gebaute Schwimmer denkt, bei dem spielt sicherlich das Kopfkino verrückt. Und genau mit diesem spielt Free! auch – wenngleich man hier nicht von Ecchi-Elementen reden kann. Da kommen minimale Shonen-Ai-Situationen zum Vorschein, oder es wird mit der Fantasie des Zuschauers gespielt. Gutes Beispiel bereits in Folge 1: Haru steigt aus der Wanne, die Perspektive auf seinem Körper wird zumindest für weibliche Zuschauer goldig – natürlich trägt er im Endeffekt eine Badehose, was jedoch in diesem Fall nicht unnormal erscheint, sondern eine Marotte der Figur darstellt. Selbstverständlich widerspiegelt sich dieser körperbezogene Fanservice auch in den Dialogen. So hat Rins kleine Schwester Go einen Fetisch für eine gut bestückte männliche Muskulatur, was sie nur all zu gerne herausposaunt. Apropos gut bestückte männliche Muskulatur: Das Thema “passende Bademode” ist in Free! auch nicht gerade kleingeschrieben, sodass diese sehr oft zum Vorschein kommt.

Hier folgt allerdings ein Kritikpunkt, was die Storyabläufe betrifft: Diese wirken manchmal künstlich hervorgerufen, um gerade die besagten Shonen-Ai-Situationen zu provozieren. Gutes Beispiel: Episode 5 und 6 in denen plötzlich ein Sturm aufzieht, wodurch Rei im Meer in Gefahr gerät und Makoto ihm zur Hilfe eilt – gefolgt von Haru sowie Nagisa. Auf die im Nachhinein angedeutete Beatmungsszene zwischen Makoto und Haru haben sicherlich alle weiblichen Zuschauer gewartet, richtig :)? Trotzdem ein bisschen schade, diese unrealistischen Abläufe versalzen die Slice-of-Life-Geschichte ein wenig.

Die Idee

Free! kommt mit einer Sportthematik und legt einen großen Fokus auf die Charakterstory, gespickt mit Fanservice, der besonders weibliche Zuschauer reizen könnte. Das Konzept ist nichts Neues – man kennt es aus anderen Sport- und Schulerzählungen, um Clubaktivitäten sowie Konkurrenzkampf. Dennoch weiß Free! durch das Charakterzusammenspiel zu unterhalten.

Die Charaktere

Die Protagonisten würde ich als Stereotypen aus Erzählungen im Sport- und Schulbereich bezeichnen. Mit Haruka und Rin treten hier zwei Freunde aber auch direkte Konkurrenten auf, die sich gegenseitig vorantreiben. Haruka ist von beiden der ruhige Typ und Rin eher der aufbrausende. Mit Nagisa kommt eine etwas naive Frohnatur ins Spiel und Makoto stellt unter ihnen den reif sowie erwachsen wirkenden Jugendlichen dar. Mit Rei erhält der Iwasobi-Schwimmclub einen Perfektionisten im theoretischen Bereich.

Die Charaktere besitzen gewisse Marotten – der eine mehr, der anderer weniger. Ob es nun die Tatsache ist, dass alle männlichen Protagonisten wegen ihrer Mädchennamen aufgezogen werden, oder Harukas Vorliebe für Makrelen beziehungsweise die Tatsache, dass der Junge sich prompt entkleidet, sofern er Wasser vorfindet, und stets eine Badehose trägt – all dies sind gewisse Running Gags, die den Zuschauer zum Schmunzeln bringen. Was ich ebenso positiv empfinde, ist der Fakt, dass auch den Persönlichkeiten der Nebenfiguren etwas Platz im Geschehen eingeräumt wird.

Die Animation

Kyoto Animation zeigt sich in Free! für die Animation verantwortlich. Insgesamt betrachtet befindet sich diese in einem durchschnittlichen Bereich, wenngleich das Studio im kleinen Rahmen auf Details achtet – wie Wassertröpfchen, die von den Haarspitzen der Figuren fallen.

Ein Hingucker ist für mich das Charakterdesign – besonders die Darstellung der Körperproportionen. Kritisieren muss ich jedoch die Mimik der Figuren. Es kommt zugegebenermaßen nicht ständig vor, aber vor allem bei Makoto hatte ich oft das Gefühl, dass seine Augenpartie emotional leer wirkt. Ist wahrscheinlich schwierig zu erklären, aber es mag daran liegen, dass seine Augen manchmal etwas flach und angewinkelt dargestellt werden.

Der Sound

Der Soundtrack sticht weniger hervor, unterstreicht lediglich bestimmte Momente – beispielsweise humorvolle oder heitere Situationen. Der Opening-Theme-Song Rage on entpuppt sich wiederum als poppiger Ohrwurm und stammt von OLDCODEX. Das erste Abspannlied SPLASH FREE wird von STYLE FIVE gesungen, einer Unit, die aus den japanischen Sprechern (Nobunaga Shimazaki, Tatsuhisa Suzuki, Mamoru Miyano, Tsubasa Yonaga und Daisuke Hirakawa) der fünf Hauptcharaktere Haruka, Rin, Nagisa, Makoto und Rei besteht.

Die Synchronisation

In der deutschen Vertonung ragen in meinen Augen in der Hauptbesetzung Ricardo Richter (Haruka Nanase), Asad Schwarz (Makoto Tachibana), Tim Knauer (Rin Matsuoka) und besonders Christian Zeiger (Nagisa Hazuki) positiv heraus. Alle vier genannten Sprecher geben die Charakteristik der jeweiligen Figur sehr gut wieder. Etwas negativ fiel mir dagegen Jan Makino in der Rolle von Rei ins Ohr. Einige seiner Dialoge klangen unnatürlich betont, wenngleich er Reis Charakter im Großen und Ganzen gut getroffen hat.

Zu den wenigen weiblichen Sprechern in der Vertonung zählen Tanja Schmitz (Miho Amakata) und Julia Fölster (Gou Matsuoka). Bei beiden fällt mir nichts Negatives auf, auch sie spielen ihre jeweilige Rolle vernünftig aus.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig empfinde ich im Dialogbuch, welches von Rieke Werner stammt, die Verdeutschung der japanischen Suffixe. Im Original hängt Nagisa an den Namen seiner Freunde stets ein “chan”, was im Japanischen eine Form der Verniedlichung ist. In der deutschen Fassung wurde daraus ein “lein” im Sinne von “Harulein” oder “Reilein”, was sich zugegebenermaßen in Kombination mit den japanischen Vornamen etwas albern anhört. Im Endeffekt ist dies natürlich Geschmackssache.

Extras

Als physische Extras liegen zwei Postkarten und ein Miniposter bei. Deren doch sehr weiche Papierqualität lässt zu wünschen übrig. Auf der Disc selbst sind ein Clip zum Opening sowie zwei Mini-Episoden, die ebenfalls Deutsch synchronisiert vorliegen, enthalten.

Fazit

Zusammenfassend möchte ich zum ersten Volume von Free! sagen: Die Serie legt einen unterhaltsamen Start hin. Die Story kommt mit einer Sportthematik und im Fokus stehen die Charaktergeschichten. Gespickt ist das Ganze mit Fanservice, der besonders weibliche Zuschauer reizen könnte. Aber genau hier liegen in meinen Augen die Schwächen der Serie. Die Handlung wirkt manchmal künstlich konstruiert, um Fanservice zu erzeugen, welcher doch sehr klischeehaft wiedergegeben wird.

Das Konzept der Erzählung und die Kombination der Protagonisten ist insgesamt betrachtet nichts Neues. Dennoch weiß Free! durch das Charakterzusammenspiel zu überzeugen, worin ich persönlich die Stärken der Serie sehe. Auch möchte ich an dieser Stelle die deutsche Synchronisation loben – der Hauptcast leistet einen angenehm positiven Job. Wer also Geschichten im Slice-of-Life-Bereich mag, die sich im Falle von dieser Serie mit dem Schwimmsport und mit Clubaktivitäten an der Schule beschäftigen (wenngleich dies nicht ganz klischeefrei geschieht), der ist bei Free! genau richtig.

Info
Free!, Vol. 1
Original Name: フリー!
Transkription: Free!
Studio: Kyoto Animation
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Hiroto Utsumi
Drehbuch: Masahiro Yokotani
Musik: Tatsuya Katou
Erschienen am: 26. März 2016
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: Episode 1-6, 150 Minuten
Freigegeben ab: 6+
Genre: Sport, Slice of Life, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Medium: Blu-ray, DVD

Images © & © 2016 peppermint anime GmbH; © Ohji Kouji/Kyoto Animation/Iwatobi School Swimming Club

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