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Gesehen: Madoka Magica – Der Film: Rebellion

Universum Anime veröffentlicht am 8. Januar 2016 die Fortsetzung zur düsteren Magical Girl Serie Puella Magi Madoka Magica in Form des dritten Films “Rebellion”. Hier erfahrt ihr, was euch bei diesem komplizierten Titel so alles erwartet.

Worum geht es?

Die folgende Beschreibung enthält SPOILER zur Serie, daher sollten diejenigen, die die Serie noch schauen wollen, diese Passage überspringen und zum nächsten Punkt gehen.

Die Magical Girls haben durch die Änderung in den Gesetzmäßigkeiten der Welt all ihre früheren Erinnerungen verloren und kämpfen in Mitakihara gegen Kreaturen, die aus negativen Gefühlen der Menschen geboren werden. Doch als sich Homura nach und nach ihrer fehlenden Erinnerungen bewusst wird stellt sie Nachforschungen an und findet heraus, dass sie, Madoka und die anderen Madical Girls in der alternativen Welt einer Hexe gefangen sind. Eine Hexe, die Homura nur allzu gut kennt! Bald schon kämpft sie sich alleine durch eine Welt, die Madoka zum Wohle der Menschheit hinter sich gelassen hat und in einem atemberaubenden Showdown wird das Schicksal der Magical Girls neu besiegelt. Nun wird sich zeigen, ob am Ende Hoffnung oder Verzweiflung siegt, Selbstlosigkeit oder Hass….
(Quelle: Universum Anime)

Die Story

Die Handlung dieses Films setzt dort an, wo die Serie endete und spielt mit dem Zuschauer exakt dasselbe Spiel. Was zunächst nach einer harmlosen Geschichte über Magical Girls, die mit Freundschaft und Teamwork das Böse bekämpen klingt, ist in Wahrheit nur ein Schein und so gesehen die Ruhe vor dem Sturm. Von daher lässt sich die Handung grob gesagt in drei Teile gliedern, von denen der erste den Schein des Friedens vortäuscht, wie wir auch bereits in der Serie diese Erfahrung machen durften. Erst gegen Mitte des Films wird es schlagartig spannender und der Zuschauer bekommt die Dosis an Action, die er von der Serie gewohnt ist. Auch diverse Plot Twists warten selbstverständlich an vielen Ecken, was diesen Film zu einem wunderbaren Abendfüller macht.

Eins steht jedoch fest, vorausgesetzt man konnte sich für die Serie begeistern: Entweder man liebt diesen Film oder man hasst ihn. Die Personen, die die Serie einfach nur gut bis mittelmäßig fanden, werden den Film demnach einfach nur gut oder schlecht finden – dieses Urteil muss (besonders bei diesem komplexen Film) jeder für sich fällen. Dabei spielt allerdings die Frage, ob man nun ein Ende nach eigenen Wünschen oder doch eher eins, was in allen Ecken Sinn ergibt, sehen möchte, eine entscheidende Rolle.

Die Idee

Wer Gen Urobuchi kennt, dem dürfte mittlerweile klar sein, dass er gerne mal ein wenig mit seinen Zuschauern spielt – besonders mit ihren Emotionen. Dies gelingt ihm mit diesem Film aufs Neue auf eine sehr beeindruckende Art und Weise. Wer ein wenig recherchiert, wird herausfinden, dass der Film auf Wunsch der Fans produziert wurde (Geld könnte natürlich ebenso eine Rolle gespielt haben), da diese unbedingt nach einer Fortsetzung verlangten. Diese bekamen sie auch – allerdings nicht so ganz, wie sie es vielleicht erwartet hatten. Man konnte zwar ahnen, dass dieser falsche Frieden nur ein Trugbild ist, um den Zuschauer in Sicherheit zu wiegen, doch wahrscheinlich niemand hätte mit solchen Wendungen gerechnet.

Wenn man noch die vielen versteckten Elemente und Hinweise (beispielsweise im Kuchen-Lied, was aus spoilertechnischen Gründen nicht weiter erklärt wird) sowie Andeutungen auf andere Themen (wie Nietzsches “Gott ist tot” oder Goethes “Faust”) in Betracht zieht und sie mit der äußerst kompliziert gestrickten Handlung als Gesamtes betrachtet, so ist Autor Urobuchi, Regisseur Miyamoto und Studio Shaft ein wahrer Geniestreich gelungen. Sie gingen auf den Wunsch der Fans ein und gaben ihnen das was sie wollten – nur nicht wie sie es wollten.

Es darf natürlich auch icht unerwähnt bleiben, dass der Film – genau wie bereits die Serie zuvor – das Magical Girl Genre komplett von innen heraus komplett auf den Kopf stellt oder sogar nahezu zerstört, da man im Allgemeinen eine ganz andere Vorstellung von einem Anime des Magical Girl Genres hat, welche hier in keinster Weise zutrifft. Nicht ohne Grund gilt Puella Magi Madoka Magica als revolutionär, was dieses Genre betrifft.

Die Charaktere

Rein von ihrer Persönlichkeit haben sich die Charaktere auf den ersten Blick nicht verändert. Erst im späteren Verlauf fallen einige kleine Veränderungen auf, die mithilfe der Plot Twists bei einigen Charakteren immer stärker werden. Auch hier gehe ich aber aus spoilertechnischen Gründen nicht weiter darauf ein.

Was man allerdings noch hinzufügen kann ist, dass die Charaktere nach wie vor ihre Individualität und tiefgründige Persönlichkeit besitzen, wie man sie aus der Serie kennt, nur scheinen diese bei einigen (durch gewissen Umstände) in einer Art “Schlaf” versunken zu sein. Beispielsweise kann sich Kyoko nicht an ihre tragische Vergangenheit erinnern, die ja in etwa das Fundament für ihr aktuelles Ich war und sie prägte – ob nun negativ oder positiv, das sei mal dahingestellt. Auch wenn sich einige Charaktere etwas unnatürlich verhalten, haben sie sich (zwischen dem Ende der Serie und dem Beginn des Films) nicht verändert.

Die Animation

Animationstechnisch sowie vom Zeichenstil allgemein her steht der Film der Serie in nichts nach und macht es in einigen Szenen sogar besser. Besonders die Kampfszenen sind sehr gut umgesetzt und man merkt wirklich, dass sich Studio Shaft hier große Mühe gegeben hat – mit positivem Resultat. Auch die melancholisch-expressionistisch angehauchten Szenen sind erneut überzeugend gestaltet und sorgen für ein interessantes Bild.

Ein weiteres Beispiel, bei dem sich die starke Animation sehr gut hervorhebt, ist die ca. 3 Minuten lange Transformations-Sequenz der Magical Girls zu Beginn des Films. Auch wenn dies auf den ersten Blick sehr klischeehaft und überflüssig wirkt, so merkt man beim genaueren Hinsehen schnell, dass auch hier viel Arbeit drinsteckt. Es ist im Grunde eine Widmung bzw. eine Ode an die einzelnen Charaktere, die je nach Charakter eine individuelle Passage in der Verwandlungsszene erhalten haben. Dieser Effekt wird in Kombination mit der Musik, auf die ich gleich eingehe, noch deutlich verstärkt.

Als Kritikpunkt kommt natürlich noch hinzu, dass die Zeichnung der Charaktere (wie in der Serie) für viele Zuschauer oftmals etwas merkwürdig wirkt, da die Charaktere eher untypisch und teilweise unproportional aussehen. Für Kenner des Madoka Universums dürfte dies kein großes Hindernis darstellen, doch besonders Neueinsteiger werden sicherlich ihre Schwierigkeiten haben, eine angeblich tragische und melancholische Drama Serie ernst zu nehmen, wenn die Charaktere nach dem genauen Gegenteil aussehen. Außenstehende wissen eben nicht, dass der Zeichenstil ein Teil der falschen Fassade des Anime ist und stempeln diesen Titel somit häufig als kindlichen Magical Girl Anime ab, was garantiert nicht der Fall ist.

Der Sound

Der Sound oder genauer gesagt die Musik in diesem Film sind eine sehr zutreffende und perfekt untermalende Ergänzung zum Film. Wie auch in der Serie, hat Yuki Kajura sich hier erneut selbst übertroffen und eine saubere Arbeit geleistet. Auch die Musik trägt einen großen Teil dazu bei, den Zuschauer mit fröhlich gestimmten Klängen immer und immer wieder zu täuschen oder ihn mit epischen und kräftigen Tönen zu fesseln. Auch der restliche Sound sowie Opening und Ending Theme sind gut gewählt und eingsetzt, was auch für die Schlusssequenz nach dem Ending und der vorhin angesprochenen Transformationsszene gilt.

Die Synchronisation

Universum Anime hat mithilfe der EuroSync GmbH, Berlin erneut eine mehr als solide deutsche Vertonung abgeliefert, wie man es auch sonst von ihnen gewohnt ist.
Auch die Sprecherinnen (und wenige Sprecher), die ausnahmslos aus der Serie übernommen wurden, leisten hier hervorragende Arbeit, was bei einigen Stellen, wie dem Kuchen-Lied, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sehr einfach war.

Das Lied wurde nun, wie sicher aufgefallen sein dürfte, mehrmals angesprochen und es sollte auch erwähnt sein, dass es eine wichtige Rolle spielt und eine Übersetzung hätte den Sinn total verfehlen können – was hier erfreulicherweise nicht der Fall war. Deshalb – und weil der Cast die Rollen überzeugend spielt – ist die Synchronisation in meinen Augen sehr gelungen.

Bei einer Figur wirkt die Sprecherin leider etwas fehlbesetzt, nämlich bei Nagisa. Maria Hönig ist zwar eine tolle Sprecherin und spielt ihre Rolle sehr gut, jedoch ist ihre Stimmlage etwas zu tief für das junge Freudenbündel Nagisa. Trotz der tiefen Stimme wird die Rolle aber gut gespielt.

RolleSprecher
Madoka KanameLydia Morgenstern
Homura AkemiKaya Marie Möller
Kyouko SakuraIlona Brokowski
Sayaka MikiEsra Vural
Mami TomoeJulia Meynen
KyubeyRubina Nath
Nagisa Momoe / BebeMaria Hönig
Kyousuke KamijouChristian Zeiger
Hitomi ShizukiJosephine Schmidt
Junko KanameKatrin Zimmermann

Extras

(wird nicht bewertet)
Der Special Edition der DVD und Blu-ray Box wird zusätzlich ein 44-seitiges Booklet beigelegt. Des Weiteren enthält diese Edition auch das textlose Opening und Ending Theme sowie den deutschen und japanischen Film Trailer.

Fazit

Wem die Serie bereits gefallen hat und wer unbedingt mehr von den Magical Girls sehen möchte, dem wird dieser Film wärmstens empfohlen. Allerdings sollte man ebenso gewarnt sein, da der Film es wirklich in sich hat und bei einigen sogar die Meinung über Madoka Magica komplett verändern kann. Neueinsteiger hingegen sollten sich aber vorher unbedingt die Serie anschauen, da es sich hierbei um eine Fortsetzung handelt und man sonst nichts verstehen würde.
Ob einem der Film nun gefälltoder nicht, eins steht fest: Man sieht daraufhin auch die Serie mit ganz anderen Augen.

Info

Madoka Magica – Der Film: Rebellion / © Universum Anime

Puella Magi Madoka Magica – Der Film: Rebellion
Original Name: 劇場版 魔法少女まどか☆マギカ[新編]叛逆の物語
Transkription: Gekijouban Mahou Shoujo Madoka Magica (Shinpen): Hangyaku no Monogatari
Studio: Shaft
Deutscher Publisher: Universum Anime
Regisseur: Yukihiro Miyamoto
Drehbuch: Gen Urobuchi
Musik: Yuki Kajura
Erschienen am: Oktober 2013 in Japan, 8. Januar 2016 in Deutschland
Synchronisation: EuroSync GmbH, Berlin
Dialogregie: Ulrike Lau
Länge: 115 Minuten
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Dark Fantasy, Magical Girl, Drama, Action, Psychological
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: DVD / Blu-ray

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