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Gesehen: Speed Grapher

Ende März veröffentlichte Nipponart die Gesamtbox zur 24 Episoden starken Anime-Serie Speed Grapher. Sumikai warf einen Blick in die Blu-ray-Ausgabe und schildert, was diese zu bieten hat.

Worum geht es?

Wir befinden uns in Tokyo des 21. Jahrhunderts: Nach einer Wirtschaftskrise wuchs die Spanne zwischen Arm und Reich erheblich. Armut dominiert in der Bevölkerung und im Hintergrund leitet die Tennozu-Familie die Stadt. Das größte Elend befindet sich im Rotlichtbezirk Roppongi, wo wirklich alles aufeinandertrifft: Prostitution, Glücksspiel und Gewalt.

Tatsumi Saiga – ein ehemaliger Kriegsphotograf – macht sich nun als Paparazzo einen Namen und gelangt mittels seiner Recherche in einem Geheimclub Roppongis, in welchem Kagura Tennozu als Göttin verehrt wird. Als Tatsumi diese fotografiert, trachtet man ihm nach seinem Leben. Jedoch verpasst Kagura ihm durch einen Kuss die Euphoriakraft, mittels der das schmutzigste Verlangen der jeweiligen Person real wird. Schließlich ist Tatsumi fortan in der Lage, mit seinem Objektiv Menschen zu töten.

Speed Grapher
© 2005 Gonzo

Seine Begegnung mit Kagura hinterlässt jedoch noch weitere Spuren. Das Mädchen verwickelt ihn in noch mehr Probleme. So macht er sich letztendlich die Tennozu-Familie zum Feind und muss fortan gegen andere Menschen, die eine Euphoriakraft besitzen, antreten …

Die Story

Speed Grapher erzählt eine futuristische, spannende und unterhaltsame Sci-Fi-Geschichte, um einen Reporter und einem Mädchen aus dem Rotlicht-Milleu. Der Zuschauer sollte bei den stellenweise doch recht rohen Gewaltszenen ein hartes Nervenkostüm mitbringen. Auch treten unzensierte sexistische Inhalte sowie Dialoge nicht gerade selten auf – ob es nun eine Dame ist, die einem erregten Herren in den Schritt fasst, oder Frauen, die sich Selbstbefriedigen. Daher ist für mich die Altersfreigabe 16+ etwas fragwürdig.

Im Großen und Ganzen widmet sich das Geschehen jedoch den Charakteren, die nach Antworten suchen, und dem korrupten sowie geldgeilen Umfeld, in dem sie sich bewegen. Dabei setzt die Handlung dann auch mal sozialkritische Zeichen: beispielsweise gegenüber Bestechung und der gleichgeschlechtlichen Ehe, die in Japan verboten ist.

Speed Grapher
© 2005 Gonzo

Die Idee

Prinzipiell besitzt Speed Grapher kein neues Storykonzept: eine zukunftsvisionäre Erzählung, die sich mit der sozialen Über- sowie Unterschicht befasst und Science-Fiction-Elemente inkludiert. Dennoch sorgt das Gesamtpaket für jede Menge Spannung, die den Zuschauer zu fesseln weiß.

Die Charaktere

Der Protagonist der Geschichte ist Tatsumi Saiga, ein reifer und gelassener Mann, der einen Fetisch für seine Fotokamera besitzt. Mitunter ein Grund, warum es ihn für das eine oder andere Techtelmechtel zu der Kriminalbeamtin Hibari zieht, deren Fetisch Schusswaffen sind. Als ehemaliger Kriegsfotograf hat Tatsumi bereits viele Bluttaten live mit ansehen müssen und sie in Fotos eingefangen. Immer auf der Suche nach dem perfekten Schnappschuß, findet er schließlich eines in einem geheimen Club in Roppongi, das jedoch sein Schicksal verändern soll.

Kagura ist wiederum im strengen Haushalt der Tennozu-Familie aufgewachsen und dort quasi wie im Glashaus gefangen. Das Mädchen ist von großer Bedeutung, da sie Auserwählten besondere Kräfte verleihen kann. Damit Kagura willenlos ist, setzt man sie unter Medikamente. Kagura ahnt zunächst nicht, was sie in diesen Zustand in dem Geheimclub treibt. Das Mädchen sehnt sich jedoch nach Freiheit und genau diese schenkt ihr Tatsumi, wenngleich beide dadurch ins Visier der Tennozu-Familie geraten.

speed grapher
© 2005 Gonzo

Weitere wichtige Figuren wären zudem Choji Suitengu, der gnadenlose Geschäftsführer von Ruppongis Geheimclub und die rechte Hand von Kaguras Mutter Shinsen Tennozu, die sehr neidisch auf die unverbrauchte Schönheit ihrer Tochter ist. Zudem bekommen es die Protagonisten mit Chojis üblen Handlangern Tsujido, Niihari und Makabe zu tun.

Die Animation

Für die Animation zeigt sich Gonzo verantwortlich. Diese empfinde ich persönlich als durchschnittlich und von der Farbwahl vielleicht etwas trüb – wobei eine kräftige wohl zum angespannten Feeling nicht gepasst hätte. Das Studio verwendet für die Kulissen Standbilder, sodass das Umfeld nicht gerade lebhaft wirkt.

Das ungewöhnliche Charakterdesign sticht aus dem Movie hervor. Die Augen sehen besonders aus weiter Entfernung merkwürdig schief aus. Des Weiteren besitzen die Haare nur wenig Details. Da fehlt mir die eine oder andere Faser. Optisch sieht es dadurch manchmal so aus, als wären die Haare verfilzt.

Zur Bildqualität eine negative Sache: Die Grafik kommt an einigen wenigen Stellen verpixelt daher. Vergleichbar ist es mit einem fixierten Bild, das man kleiner skaliert, wodurch sich die Bildpixel verschieben.

Der Sound

Der Soundtrack ist insgesamt betrachtet weniger nennenswert. Er unterstreicht lediglich spannende oder emotionale Momente. Selbst der Opening-Theme-Song, welcher eine reine textlose Melodie darstellt, und jener für das Ending wirken blass, wenngleich die jeweilige Intro- sowie Ontrosequenz zum bunten Hingucker wird.

Die Synchronisation

Das münchener Studio Circle of Arts zeigt sich für die deutsche Synchronisation verantwortlich. Oliver Mink – einer der wohl bekanntesten Synchronsprecher hierzulande – ist als Protagonist Tatsumi Saiga zur hören und meistert diese Aufgabe in meinen Augen volltrefflich. Die Stimme von Oliver Mink dürften die meisten besonders von dem US-Schauspieler Mark Wahlberg kennen, dessen Stammsprecher er ist, und dem deutschen Sender ProSieben, der Mink als Station Voice einsetzt.

Speed Grapher
© 2005 Gonzo

Marieke Oeffinger haucht wiederum Kagura Leben ein. Ihre sanfte Stimme passt ebenso zu dem jungen Mädchen. In weiteren mir positiv aufgefallenen Rollen sind Manfred Trilling (Chouji Suitengu), die 2009 verstorbene Veronika Neugebauer (Hibari Ginza) und Bettina Kenter (Shinsen Tennozu) vertreten.

Martina Duncker ist wiederum als Tsujido zu hören. Im Japanischen übernimmt Hiro Yuuki diese Aufgabe – demzufolge ein Mann. Tsujido ist auch männlich, wobei man sagen muss, Martina Duncker leistet hier ebenso einen guten Job, wobei ich ihre Stimme etwas zu feminin finde. Allerdings wäre es auch nicht das erste Mal, dass man Duncker in einem Anime auf einen Mann setzt (z.B. Taiki Kou aus Sailor Moon).

Insgesamt betracht kann ich die deutsche Umsetzung wärmstens empfehlen. Besonders die Besetzung der Hauptfiguren weiß zu überzeugen.

Extras

Ihr bekommt Postkarten und ein Booklet, in dem die jeweiligen Charaktere beschrieben werden, als Gimmick. Als physikalische Extras sind das Textless Opening (was wie bereits erwähnt sowieso ohne Songtext kommt) und Casting Special Teil 1 inkludiert.

Fazit

Speed Grapher bietet dem Zuschauer eine futuristische, sozialkritische, spannende und unterhaltsame Sci-Fi-Geschichte, gespickt mit rohen Gewaltszenen und sexistischen Inhalten sowie Dialogen, weshalb ich zumindest die Altersfreigabe 16+ als fraglich empfinde. An einigen Stellen lässt leider die Bildqualität etwas zu wünschen übrigen. Dagegen überzeugt Speed Grapher mit einer souveränen deutschen Vertonung. Erwachsenen Sci-Fi-Liebhabern ist die Serie wärmstens ans Herz zu legen.

Info
Speed Grapher (Gesamtausgabe)
Original Name: スピードグラファー
Transkription: Speed Grapher
Studio: Gonzo, TAP
Deutscher Publisher: Nipponart
Regisseur: Kunihisa Sugishima
Drehbuch: Shin Yoshida
Musik: Shinkichi Mitsumune
Erschienen am: März 2016
Synchronisation: Circle of Arts, München
Dialogregie: Susanne Sandfoß
Länge: 24 Episoden, 600 Minuten
Freigegeben ab: 16+
Genre: Drama, Mystery, Psychologisch
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Medium: Blu-ray, DVD

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