Popkultur Anime Gesehen: Summer Wars

Gesehen: Summer Wars

2009 brachte Madhouse Summer Wars (Samā Wōzu) in die japanischen Kinos, 2010 nahm Kazé den Film ins Programm auf.

Summer Wars erntete sehr viele positive Kritiken und war der erste Anime, der auf dem internationalen Filmfestival von Locarno aufgeführt und sogar für einen goldenen Leoparden nominiert wurde. Wir haben uns den Film mal genau angeschaut.

Worum geht es?
Als Kenji vom hübschesten Mädchen der Schule gefragt wird, ob er sie zu ihrer Familie begleitet, geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Doch der Traum wird schon bald zum Albtraum. Natsuki hat ihm verschwiegen, dass ihre Familie riesig ist und er sich vor allen als ihr Verlobter ausgeben soll. Außerdem hat jemand ein riesiges Chaos im Internet verursacht – mit seinem Internet-Zugang! Verkehrsleitsysteme, Behördendaten, die komplette öffentliche Infrastruktur bricht zusammen und bedroht damit auch die reale Welt. Der unschuldige Kenji wird als krimineller verleumdet, und bevor er überhaupt weiß, was los ist, wird er in eine Schlacht um das Schicksal und das Gleichgewicht der Welt gezogen.

Die Story:
Die Geschichte nimmt gemütlich fahr auf, legt dann an Geschwindigkeit zu und wird mal schnell und mal langsam erzählt. Großes Kino könnte man sagen, denn man verliert keine Sekunde das Interesse, die Story zu verfolgen. Die Story wurde dazu mit einiger Komik gespickt, so dass man neben der Spannung auch einiges zu lachen hat.

Die Idee:
Also man nehme eine KI, eine ziemlich verrückte Familie zwischen modern und Tradition und mixt es mit ein wenig Drama und Romance. Fertig ist Summer Wars, könnte man jedenfalls sagen. Der Film bzw. die Macher beschäftigten sich allerdings sehr stark damit, was wohl passieren würde, wenn das Internet so wichtig wäre, dass eine Manipulation sich auf unser direktes Leben auswirken würde. Das ist zwar nur halb gut gelungen, bzw. etwas übertrieben und jeder, der etwas mit IT zu tun hat, dürfte sich bei der Story das eine oder andere mal die Nackenhaare sträuben, aber es ist alles in eine sehr gute Geschichte gepackt worden. Dazu kommt die grandiose Idee, dass diese chaotische aber liebevolle Familie und der Mathematik Nerd mal eben die Welt retten. Durchdacht, gut erzählt und damit perfekt für einen tollen Filmabend.

Die Charaktere:
Kenji ist ein Mathematik-As, schüchtern und ziemlich überfordert mit der ganzen Situation. Das passt so gut, dass man ihn sehr schnell lieb gewinnt, denn man selber würde wohl genauso reagieren in der Situation Natsuki wiederum ist da schon etwas lebhafter und aufgedrehter. Ein ziemlich ungleiches Paar, die sich dazu nicht richtig kennen und sich Stück für Stück während des Films kennenlernen.

Die Nebencharaktere spielen alle samt eine wichtige Rolle im Film, die Familie Jinnouchi:

Die Großmutter und Familienoberhaupt Sakae Jinnouchi, eine sehr rüstige Dame, der keiner so schnell etwas vormachen kann und die irgendwie alle wichtigen Leute in Japan kennt. Und mit fast 90 lässt sie die Führungsriege des Landes immer noch stramm stehen. Dabei ist sie aber auch besorgt und liebevoll.

Tja und der Rest der Familie hat so seine Eigenarten, man merkt recht schnell, wer die Hosen an hat und man findet eine bunte Mischung (von Volltrottel bis viel Herz ist alles dabei), die sehr gut gelungen ist und es wird der Familienzusammenhalt wunderbar gezeigt.

Die Animation:
Hier muss man einfach seinen Hut vor Madhouse ziehen, die Animation ist sehr gelungen und wirklich sehr gut. Schnellere Szenen sind ohne Probleme mitzuverfolgen und die Darstellung von OZ, der Onlinewelt, ist sehr gut gelungen. Hier kann man absolut nichts aussetzen, denn auch 5 Jahre später haben viele Anime diese Qualität noch nicht erreicht.

Der Sound:
Der Sound ist nicht weltbewegend, aber durchaus okay. Er ist eher im Hintergrund und unterstützt die Geschichte sehr gut, wird aber eher zur Nebensache deklariert. Ending und Opener sind ebenfalls gut, aber auch eher Nebensache.

Die Synchronisation:
Die Stimmen wurden sehr gut ausgewählt, jede passt zum Charakter und die Synchronsprecher machen gute Arbeit. Übersetzungsfehler sind mir nicht aufgefallen und stur ins Deutsche wurde auch nicht übersetzt. Hier hat Kazé sehr gute Arbeit abgeliefert.

RolleJapanischer SprecherDeutscher Sprecher
Kenji KoisoRyūnosuke KamikiTobias Diakow
Natsuki ShinoharaNanami SakurabaKatrin Heß
Takashi SakumaTakahiro YokokawaDennis Saemann
Kazuma IkezawaMitsuki TanimuraMilena Karas
Wabisuke JinnouchiAyumu SaitōAndreas Meese
Sakae JinnouchiSumiko FujiMichaela Klarwein
Yuhei JinnouchiRikito ŌtaRieke Werner

Fazit:
Summer Wars bietet eine tolle Story mit guten Charakteren und einer sehr guten Synchronisation. Die Idee hinter dem Film ist gut, auch wenn die Onlinewelt und deren Auswirkungen eher hölzern wirken. Trotzdem bietet Summer Wars das Potential für einen gelungenen Filmabend. Eine Familie rettet die Welt, ein wenig Romance und durchgeknallte Leute, was will man mehr?

Info
Summer Wars
Original Name: サマーウォーズ
Transkription: Samā Wōzu
Studio: Madhouse
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Mamoru Hosoda
Drehbuch: Satoko Okudera
Musik: Akihiko Maruyama
Erschienen am: 2009 Japan, 2010 Deutschland
Länge: 114 Minuten
Freigegeben ab: 12
Genre: Science-Fiction
Sprachen: japanisch mit deutschen Untertitel/Deutsch
Medium: DVD/Blu-Ray

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