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Home Popkultur Anime Gintama Volume 2 (Blu-ray) - Von Höschen, Fundoshis und Männern in Kleidchen
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Gintama Volume 2 (Blu-ray) – Von Höschen, Fundoshis und Männern in Kleidchen

Am 19. Juni erschien beim Publisher KSM Anime die zweite Box des beliebten Shōnen-Anime Gintama mit den Episoden 14 bis 24.

Gintama spielt in einer alternativen Welt zum Ende der Edo-Periode im 19. Jahrhundert. Außerirdische, die sich Amanto nennen, haben in Japan die Macht ergriffen und das Tragen von Schwertern verboten. So kam es zum Niedergang der Samurai. Doch Gintoki Sakata fühlt sich weiterhin den Idealen der Samurai verpflichtet und trägt ein (Holz-)Schwert. Weil er sein altes Leben nicht mehr fortsetzen kann bzw. will, beginnt Gintoki ein neues Leben als „jack of all trades“, wobei er für Geld fast alle Aufträge annimmt. Seiner selbst gegründeten „Alles-Agentur“ (Yorozuya) schließen sich der junge Shinpachi Shimura, das Amanto-Mädchen Kagura und ihr pelziger Begleiter Sadaharu an. Gemeinsam stellen sie die Stadt Edo mehr auf den Kopf, als sie Aufträge erfüllen können.

Verrückt gesellt sich zu noch verrückter

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

In dieser Box erwarten euch elf weitere Stand-Alone-Episoden, die jeweils ihre einzelnen Geschichten erzählen. Der dünne rote Faden, der uns zur Doppelfolge am Anfang der Serie führt, ist nach wie vor erkennbar. Das zeigt sich vor allem an den Auftritten der beiden Figuren Elizabeth und Ayame Sarutobi bzw. Sa-chan, die aus besagter Doppelfolge noch fehlten. Zeitlich haben wir den Ausgangspunkt also noch nicht ganz erreicht.

Neben den unzähligen Gags, den lächerlichen Situationen und den bizarren Abenteuern der Alles-Agentur befassen sich die Episoden außerdem mit der Entwicklung der Charaktere und deren Beziehungen untereinander. Beispielsweise haben die Shinsengumi immer öfter mit Gintoki und seiner Crew zutun, während Hasegawa sich ungewollt ein neues Image als sogenannter „Madao“ aufbaut. Einige neue Gesichter wie Tatsuma Sakamoto gesellen sich ebenfalls dazu und machen die Story um ein vielfaches verrückter.

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Interessant ist zu beobachten, wie durchgehend stilistische Mittel wie Sarkasmus, Ironie, Satire, Übertreibungen usw. in die Handlung und die Dialoge eingebaut werden. Somit häufen sich versteckte Anspielungen und Doppeldeutigkeiten, bei denen das Heraushören allein schon ein Erlebnis ist. Die Serie und die Charaktere nehmen sich selbst nie besonders ernst, obwohl es oft auch mal ernster bzw. tragischer werden kann. Im Endefffekt ist Gintama eben hauptsächlich auf Comedy und Lacher gepolt. Japanische TV-, Kultur- und Anime- bzw. Manga-Anspielungen sind weiterhin stark vertreten und selbst der Titel der eigenen Serie bleibt dabei nicht verschont.

Hier und da machen sich Entwicklungen bei einigen Charakteren bemerkbar, wie z.B. Hasegawas besagte Wandlung zum „Madao“ oder Catherines Rückkehr und Einsicht. Aufgrund des Stand-Alone-Schemas ist eine übergreifende Entwicklung allerdings eher schwierig. Vor allem bei den drei Hauptfiguren ist bisher nichts Auffälliges dazugekommen. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, da der Anime, zumindest vorerst, gar nicht darauf ausgelegt ist.

Fratzen, Grimassen und ein neues Ending

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

An der Animation hat sich im Vergleich zur ersten Box nichts verändert. Das ist aber keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass man sich am Ende der Box erst bei Episode 24 befindet. Großartige Veränderungen kann man somit nur auf lange Zeit gesehen erwarten.

Die Bewegungen sind nach wie vor zufriedenstellend für damalige Verhältnisse, aber keine allzu große Besonderheit. Die Comedy-Einlagen beeinträchtigt dies allerdings in keiner Weise. Am stärksten überzeugt weiterhin das Charakterdesign, vor allem wenn es um Mimik geht. Die bizarren und lustigen Grimassen sind schon eine Klasse für sich und ein wichtiges Merkmal von Gintama.

Abgesehen vom neuen Ending-Theme gibt es auch beim Sound keine Änderungen. Der neue Song ist zwar nichts Atemberaubendes, aber im Zusammenspiel mit der tanzenden Elizabeth recht nett anzuhören bzw. -sehen.

Gintama
© Hideaki Sorachi / Shueisha • TV-Tokyo • Dentsu • Sunrise

Die Synchronisation hält sich auf einem gleichbleibenden Niveau, das weder zu hoch noch zu niedrig ist. Im Prinzip ist die deutsche Vertonung mit fähigen und vor allem passenden Sprechern umgesetzt und kann die Fans, die gerne auf Deutsch schauen oder es mal probieren möchten zufriedenstellen. Wer allerdings den Originalton bevorzugt, wird sich erst einmal etwas länger eingewöhnen müssen.

Zu den bisher bekannten Rollen kommen u.a. Oliver Böttcher (Izumo/Yashamaru aus Naruto) als Shinsuke Takasugi und Robert Kotulla (Gaara aus Naruto) als Tatsuma Sakamoto hinzu. Wer genau hinhört wird schnell bemerken, dass diese beiden nicht die einzigen Naruto-Sprecher in diesem Anime sind. Immerhin kennt man Gintoki Sakata und Kotarou Katsura ebenfalls als neuen Shikamaru und Itachi. Sofern man stimmtechnisch mit der Synchronisation von Naruto zufrieden war, dürfte es bei Gintama folglich auch nicht allzu schwer werden.

Wie bereits bei der ersten Box bereits auffiel, gibt es auch hier weiterhin einige Wackler bei der Aussprache von japanischen Begriffen und Namen. So wird beispielsweise aus Shinsuke Takasugi mal schnell „Shinsuuke TaKAtsugi“. Diese kleinen Makel werden durch einen anderen Pluspunkt wiedergutgemacht, nämlich der Übersetzung sämtlicher (relevanter) Schriften und Randbemerkungen, wie man sie z.B. unmittelbar nach dem Opening lesen kann. Außerdem werden durchgehend Fachbegriffe und Anspielungen durch Randnotizen erklärt, was ein sehr großer Vorteil für das Verständnis ist.

Das zweite Volume ist mit einer zusätzlichen Papphülle erhältlich und enthält je zwei Blu-ray-Disks und Postkarten. Auf der Disk kann man sich wie gewohnt Trailer und eine Bildergalerie anschauen.

Info

Gintama
Gintama / © KSM Anime

Gintama
Original Name: 銀魂
Transkription: Gintama
Studio: Sunrise
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Shinji Takamatsu (Folge 1–105), Yoichi Fujita (Folge 100–201)
Drehbuch: Akatsuki Yamatoya
Musik: Audio Highs
Erschienen am: 4. April 2006 (Japan), 22. März 2017 (Deutschland – Animax on Demand)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg
Dialogregie: Kerstin Draeger
Länge: 201 Episoden (1. TV-Anime-Adaption; Folge 14-24 in Box 2)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Shōnen, Action, Comedy
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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