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Heavy Object Volume 2 (Blu-ray) – Das unfreiwillige Abenteuer von Qwenthur & Havia geht weiter

Am 23. Oktober 2017 kam das zweite Volume der Anime-Adaption von Kazuma Kamachi und Ryō Nagis Light Novel Heavy Object auf den Markt. In Deutschland wird der Anime von KSM Anime herausgebracht. Volume 1 war 4 Monate zuvor am 19. Juni erschienen.

Bei Heavy Object ist der Name Programm. Der Anime spielt in einer Zukunft, in der die Vereinten Nationen nicht mehr existieren und Waffengewalt zu der üblichen Methode geworden ist, um Konflikte zu lösen. Zwischen den einzelnen Ländern bestehen verschiedene Allianzen, aus denen sich schließlich 4 Weltmächte herauskristallisierten.
Die Kriege werden in dieser Welt mit sogenannten Objects geführt – gigantische Panzer mit einem riesigen Waffenarsenal und unvergleichlicher Zerstörungskraft. Da Menschen und gewöhnliche Waffen kaum etwas gegen sie ausrichten können, kämpfen Gegner in der Regel ausschließlich mit ihren Objects gegeneinander. Aus diesem Grund bestimmt die Anzahl der Objects effektiv die Macht eines Landes beziehungsweise einer Allianz.

Heavy Object
Bild: 2009 KAZUMA KAMACHI/ASCII MEDIA WORKS | J.C.Staff, Heavy Object Production Committee

Eine ungewöhnliche Truppe wird zu einem eingespielten Team

Der Austauschstudent Qwenthur Barbotage ist dem Militär der Weltmacht Legitimate Kingdom beigetreten, um direkt vor Ort die Funktionsweisen und Taktiken von Heavy Objects zu studieren. Er trifft auf Havia Winchell, der in der Armee dient, um Anerkennung als Adliger zu sammeln. Die beiden stehen unter dem Kommando von Frolaytia Capistrano und sind eigentlich nicht besonders scharf auf das Schlachtfeld. Doch als die Object-Pilotin der Gruppe, Milinda Brantini (von allen nur Prinzessin genannt), einen Kampf verliert und gefangen genommen wird, beschließen die beiden sie zu retten. Nachdem es ihnen als Erste gelungen ist das feindliche Object ohne die Hilfe eines eigenen Panzers zu zerstören, werden sie mit Offizier Capistrano und der Prinzessin auf verschiedenste Missionen geschickt, um feindliche Objects auszuschalten.

Krieg ohne Opfer?

Die Grundidee von Heavy Object bleibt interessant: Kriege, die von Maschinen ausgefochten werden, bei denen der Kampf meist nur bis zur Zerstörung eines Objects geht, was in der Regel die Kapitulation des Verlierers bedeutet. So entsteht nicht nur bei Qwenthur und Havia der Gedanke, dass moderne Kriege ohne Blutvergießen verlaufen und so ihren Schrecken verlieren. Doch ob das wirklich wahr ist?

Heavy Object
Bild: 2009 KAZUMA KAMACHI/ASCII MEDIA WORKS | J.C.Staff, Heavy Object Production Committee

Die Zeit rennt, wer bleibt auf der Strecke?

Auch im zweiten Volume bleibt es bei einer Abfolge von Aufträgen, denen sich die Gruppe um Qwenthur stellen muss. Leider erstrecken sich die einzelnen Missionen wie bisher über nur wenige Episoden, sodass man oftmals nur oberflächliche Hintergrundinformationen erhält. Die schnelle Bewältigung eines Auftrags dämpft an einigen Stellen die Spannung der Kämpfe, da diese oft vorbei sind, bevor sie wirklich begonnen haben. Aus diesem Grund erfährt der Zuschauer auch wenig Details über die Welt von Heavy Object oder die genaue Funktionsweise der Panzer. Hier hätten einige zusätzliche Folgen pro Mission sicher nicht geschadet.

Die Persönlichkeiten der Charaktere bleiben klassisch und nicht allzu komplex. Der Zuschauer erhält jedoch ein paar Einblicke in den Hintergrund einiger Figuren, wodurch sie an Tiefe und Glaubwürdigkeit gewinnen.

Heavy Object
Bild: 2009 KAZUMA KAMACHI/ASCII MEDIA WORKS | J.C.Staff, Heavy Object Production Committee

Große Kanonen und “große Kanonen” – Ein Problem?

Grundsätzlich ist das Maß an Fanservice Geschmacksache. Wer das erste Volume gesehen hat, weiß: In Heavy Object kommen die Fanservice-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Titten-Kommentaren und anderen vulgären Bemerkungen spart der Anime nicht an Panty-Shots und Brüsten in Großaufnahme. Dass das Ganze ein sehr unrealistisches Bild von angemessenem Verhalten gegenüber weiblichen Kolleginnen und Vorgesetzten zeichnet, ist wohl jedem klar. Über die Notwendigkeit solcher Szenen kann man sich sicher streiten. Was aber unabhängig von Vorliebe für oder Abneigung gegen Fanservice auffällt, ist, dass die zahlreichen sexuellen Inhalte die Ernsthaftigkeit des eigentlichen Themas – des Kriegs – schwächen. Sie nehmen dem Anime dadurch in Kombination mit der stellenweisen Oberflächlichkeit eine Tiefe, die das Setting eigentlich bietet. Ob der Serie dadurch etwas fehlt oder ob sie so erst den nötigen Unterhaltungswert erhält, liegt wieder im Auge des Betrachters.

Animation, Sound und Synchronisation unverändert

Im Hinblick auf Animation, Sound und Synchronisation sind keine Unterschiede zum ersten Volume zu erkennen. Animation und Sound sind weiterhin keine Offenbarungen. Hier wurde an einigen Stellen an Details und Qualität gespart, doch das wird unter anderem durch schönes Charakterdesign wieder ausgeglichen. Der Gesamteindruck ist also vollkommen in Ordnung. Die Synchronisation bleibt eine wirklich gute Leistung. Die Charaktere haben passende und individuelle Stimmen, die Sprecher bringen das Gesagte glaubwürdig rüber.

Fazit

Heavy Object ist ein Anime, der stark von den Vorlieben des Zuschauers abhängig ist. Wer das Wort “Titten” nicht ertragen kann und auf der Suche nach einem herausragenden Anime mit komplexen Charakteren, tiefgründiger Story und bewegender Message ist, der wird an Heavy Object wenig Freude finden. Doch Liebhabern von Fanservice und leichter Unterhaltung mit ernsteren Elementen kann man den Anime nur empfehlen. Heavy Object bietet einen wirklich interessanten Ansatz, viel Action, unterhaltsame Charaktere und eben auch einiges an Fanservice. Auch wenn sie durch den sexuellen Aspekt und die hohe Story-Geschwindigkeit stark abgeschwächt werden, kann man zudem einige ernste Aussagen erkennen, die zum Nachdenken anregen können.

Dem Anime fehlt allerdings (zumindest in den bisherigen 12 Folgen) ein größerer Zusammenhang hinter den einzelnen Missionen. Aspekte wie Politik, Funktionsweise und Bedienung der Objects, gesellschaftliche Strukturen – Dinge, die eigentlich wichtig für ein tieferes Verständnis wären – werden nur angeschnitten. Heavy Object ist dementsprechend nicht das epische Sci-Fi Drama, das die Grundidee ermöglicht, sondern eine unterhaltsame Action-Serie für zwischendurch.

Extras: Das zweite Volume enthält wie gewohnt Trailer, ein Booklet und eine Bildergalerie.

Info

Heavy Object
Bild: KSM Anime

Heavy Object
Original Name: ヘヴィーオブジェクト
Transkription: Hevī Obujekuto
Studio: J.C. Staff
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Takashi Watanabe
Drehbuch: Hiroyuki Yoshino
Musik: Maiko Iuchi, Keiji Inai
Erschienen am: 23. Oktober 2017 (Amazon)
Synchronisation: G&G Studios, Kaarst
Dialogregie: Jörn Friese
Länge: 24 Episoden (Vol. 2: Episode 7 bis 12)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Action, Mecha
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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