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Nagi no Asukara Volume 2: Wir und Die?!

Im Frühjahr 2018 holte KSM Anime mit Nagi no Asukara einen Anime zu uns, der den Zuschauer innerhalb kürzester Zeit zu verzaubern weiß. Wer sich einmal auf die Geschichte einlässt, kann nur schwer wieder aus ihr auftauchen.

Die Fischmenschen-Kinder Hikari, Manaka, Chisaki und Kaname haben sich mittlerweile in ihrer Klasse eingelebt und dort neue Freunde gefunden. Sie gehören dazu und ihre Herkunft spielt eigentlich keine Rolle mehr. Alle Schüler arbeiten mit Feuereifer daran, wieder die Schiffsparade stattfinden zu lassen. Dazu brauchen sie allerdings die Hilfe der Erwachsenen und da fangen die Probleme an. Denn während die Kinder keinen Unterschied mehr zwischen Land- und Meeresmenschen machen, kommen die Erwachsenen nicht über alte Ressentiments hinweg.

Gleichzeitig haben die Jugendlichen mit ihren eigenen Gefühlen zu kämpfen. Beziehungen verschieben sich und Wahrheiten, die lange im Dunkeln lagen, kommen ans Licht. Als das Gefühlskarussell gerade so richtig Fahrt aufnimmt, erfahren Hikari und Manaka etwas, das ihre persönlichen Probleme erst einmal in den Hintergrund treten lässt…

So nah und doch so fern

Nagi no Asukara
Bild: Project-118/Nagi-Asu Production Committee

Nachdem das erste Volume Nagi no Asukara bereits einiges an emotionalen Momenten lieferte, geht die Geschichte nicht minder dramatisch weiter. Gerade wenn man denkt, jetzt entwickelt sich alles zum Guten, kommt der Anime mit einer neuen unvorhergesehenen Entwicklung um die Ecke. Während sich die Schüler vorher zusammenraufen mussten, sind es diesmal die Erwachsenen, die lernen müssen, über ihren eigenen Schatten zu springen. Leider sind die meisten nun einmal Fische oder Schweine, die sich in der Regel nicht als besonders springfreudig erweisen.

Auch die Beziehungen der Kinder zu ihren Eltern wird im Laufe der Zeit auf eine harte Probe gestellt. Vor allem Hakari und Akari, die Kinder des Dorfpriesters, haben es mit ihrem alten Herrn nicht leicht. Die Situation eskaliert so weit, dass die beiden sich entschließen, dem Meer für immer den Rücken zu kehren und an Land zu leben. Akaris Beziehung zu einem Landmenschen und die Probleme, die sich aus dieser ergeben, stellen einen Großteil des Handlungsrahmens des zweiten Volumes dar.

Vor allem der Aufbau dieser neuen Familie sorgt für einen Mehrbedarf an Taschentüchern. Die Gefühle der Charaktere und deren Zusammenspiel werden auf so einfühlsame Weise dargestellt, dass man als Zuschauer selbst mit den Tränen kämpft. Auch bei den anderen Protagonisten geht es emotional hoch her, sodass diese von der Rahmenhandlung nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Die so entstandene Mischung hält das Spannungslevel auf einem konstant hohen Niveau, sodass man die weitere Entwicklung kaum abwarten kann.

Nagi no Asukara
Bild: Project-118/Nagi-Asu Production Committee

Dass bereits in der Mitte von Nagi no Asukara der Weltuntergang bevorsteht, mag ein wenig früh erscheinen, die Serien lassen sich damit ja eigentlich bis zum Ende Zeit. Aber irgendwie passt es in der vorliegenden Situation. Die Gefühlswelt der Figuren steht sowieso schon Kopf, warum nicht gleich noch eine Schippe drauflegen? Eigentlich hätte die Geschichte diese Übertreibung nicht nötig, sie sorgt allerdings dafür, dass sich die Charaktere selbst hinterfragen und so mancher verbohrte Dickkopf findet doch noch seinen inneren Stabhochspringer.

Die Gefühlswelt Heranwachsender gleicht einem tiefen Ozean, in dem sich derjenige selbst kaum zurechtfindet. Wenn dann noch Einflüsse von außen kommen, ist das Chaos perfekt. In dieser Situation stecken auch Hikari, Manaka, Chisaki, Kaname und Tsugumo. Jeder der fünf ist in jemanden verschossen, der sein Herz bereits an einen anderen verloren hat. Durch das bevorstehende Ende der Landwelt treten die versteckten Gefühle immer mehr in den Vordergrund und sorgen für jede Menge zusätzlichen Wirbel.

Ganz verschieden gleich

Unterlegt wird dieser dramatische Liebesreigen durch wunderschöne Bilder, die den Zuschauer weiter in den Bann ziehen. Die Welten über und unter Wasser sind sich zwar sehr ähnlich, besitzen aber trotzdem ein sehr eigenes Design. Vor allem, wenn die Unterwasserstadt unter einer dicken Schicht Meeresschnee verschwindet, sieht sie einer ländlichen Winterlandschaft so ähnlich, dass man kaum glauben mag, dass alles unter Wasser geschieht.

Nagi no Asukara
Bild: Project-118/Nagi-Asu Production Committee

Ähnlich eindrucksvoll sind auch die Figuren wieder in Szene gesetzt. Auch wenn die großen Augen von Manaka fast ein wenig zu überdimensional wirken, unterstreichen sie doch passend ihren Charakter. Die individuelle Gestaltung der Figuren sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert, selbst wenn sie bezüglich ihrer Eigenschaften alle dem einen oder anderen gängigen Klischee entsprechen. Das ist aber nicht so schlimm. Das Zusammenspiel von Handlung und Gestaltung geben Nagi no Asukara eine Tiefe, die zu begeistern weiß.

Der deutsche Sprechercast leistet weiterhin hervorragende Arbeit und haucht den Figuren gekonnt Leben ein. Selbst wenn Timo Kinzel als Tsugumo manchmal ein wenig zu erwachsen klingt, passt das doch irgendwie zu seinem Charakter, wodurch man sich schnell daran gewöhnt. Die Nebenfiguren wurden ebenfalls äußerst passend besetzt und vor allem Leonie Landa kann sich als Miuna leise in die Herzen der Zuschauer schleichen.

Der blaue Ozean zum Mitnehmen

Den Schuber, in dem KSM das zweite Volumen Nagi no Asukara veröffentlicht, fällt durch seine Minimierung auf das Wesentliche auf. Das Meer in seiner Einfachheit wirkt für sich und macht gleichzeitig klar, welche Seite im Anime den Ton angibt. Selbst wenn die glitzernde Oberfläche über die Dramen hinwegtäuscht, die das Volumen ankündigt.

Die weitere Ausstattung des Nagi no Asukara Volume 2 erweist sich als weniger aufsehenerregend und umfasst eine Postkarte sowie das Opening und Ending, wobei die beiden Lieder wirklich toll zur Serie passen. Vor allem Nagi Yanagis „Aqua Terrarium“ lässt jede Folge, egal wie emotional sie war, sehr schön ausklingen.

Insgesamt macht das zweite Volume damit weiterhin, was Teil eins versprochen hat. Die Geschichte bleibt auf einem emotionalen Level, was es schwer macht, wegzuschauen. Man möchte einfach wissen, wie die Geschichte weitergeht. Welche Paare finden letzten Endes zusammen? Oder reißt der Kälteschlaf der Fischmenschen die Gruppe endgültig auseinander? Alles Fragen, die auf eine Antwort in Volume drei warten.

Wer auf Action und dramatische Kämpfe steht, ist hier an der völlig falschen Adresse. Die zwischenmenschlichen Beziehungen bilden die Grundlage für die Geschichte, die durch eine äußerst ansprechende visuelle Gestaltung untermauert wird. Lässt man sich einmal von Nagi no Asukara in die Tiefen saugen, fällt es schwer, wieder daraus aufzutauchen.

Nagi no Asukara
Bild: Project-118/Nagi-Asu Production Committee

Info
Nagi no Asukara
Original Name: 凪のあすから
Transkription: Nagi no Asukara
Studio: P.A. Works
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Toshiya Shinohara
Drehbuch: Mari Okada
Musik: DEPAPEPE, Saigenji, Shunsuke Kawata, Yoshiaki Dewa, Zentaro Watanabe
Erschienen am: 19. April 2018
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg
Dialogregie: Kerstin Draeger
Länge: 118 Minuten (Folge 7 bis 11)
Freigegeben ab: 6 Jahren
Genre: Drama, Slice of Live, Fantasy, Romance
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray, DVD

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