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No Game No Life Zero (Blu-ray) – Am Anfang war der Krieg

Am 20. September veröffentlichte KSM Anime den Film No Game No Life Zero, den wir uns für euch genauer unter die Lupe genommen haben.

Der Film siedelt sich zeitlich grundsätzlich nach den Geschehnissen des TV-Anime No Game No Life an, springt jedoch direkt weit in der Zeit zurück, während Teto die Geschichte einer längst vergangenen und vergessenen Zeit erzählt…

Es war nicht immer nur ein Spiel

Die Geschichte, von der Teto berichtet, ereignete sich 6.000 Jahre, lange bevor Sora und Shiro die Welt von Disboard betreten hatten. Die Welt, wie die beiden Geschwister und ihre Freunde sie heute kennen, war nicht immer so bunt und die Konflikte wurden auch nicht durch Spiele geregelt. Stattdessen herrschte ein grausamer Krieg zwischen den Rassen, die die Welt, ganz gleich ob Himmel oder Erde, in sich teilte und drohte, die Menschheit bzw. die Imanity vollständig auszulöschen.

Ein junger Mann trotzte allen Widrigkeiten und kämpfte gegen die Vernichtung seiner Spezies an – sein Name war Riku. Nicht selten kam es dabei vor, dass Riku seine eigenen Leute willentlich in den Tod schickte, was ihn allerdings stark belastete. Mit der Unterstützung seiner engsten Vertrauten Corone versuchte er stets das Überleben seiner Mitmenschen zu sichern.

No Game No Life Zero
Bild: 榎宮祐・株式会社KADOKAWA刊/ノーゲーム・ノーライフ ゼロ製作委員会

Eines Tages trifft Riku in einer Ruine die verbannte Ex-Machina, die er daraufhin Shuvi nennt. Sie möchte ihn begleiten und von ihm lernen, was es heißt, ein menschliches Herz zu besitzen. Trotz eines holprigen Starts und zahlreicher Missverständnisse schließt Riku sie jedoch schnell in sein Herz, doch ihre tatsächliche Herkunft oder der Grund für ihr Zusammentreffen bleiben für ihn weiterhin schleierhaft.

Mit Shuvi an seiner Seite beschließt Riku, diesem Krieg ein für allemal Einhalt zu gebieten und den anderen Rassen zu zeigen, dass man die Imanity nicht unterschätzen sollte.

Himmel und Erde

Man muss kein Adlerauge sein, um sofort zu erkennen, dass sich Sora und Riku sowie Shiro und Shuvi in vielerlei Hinsicht ähneln – und das nicht nur äußerlich. Die Vermutung, dass die beiden Geschwister der Gegenwart in irgendeiner Relation zu ihren Doubeln bzw. deren Rollen stehen, liegt daher sehr nahe. Zudem kommen die Anspielungen durch die Namen hinzu, da „Sora“ übersetzt so viel wie „Himmel“ bedeutet und „Riku“ übersetzt für „Erde“ steht. Gleiches gilt für die beiden Mädchen „Shiro“ (übersetzt „weiß“) und „Shuvi“ (abgeleitet von „schwarz“).

No Game No Life Zero
Bild: 榎宮祐・株式会社KADOKAWA刊/ノーゲーム・ノーライフ ゼロ製作委員会

Auch weitere Figuren wie Corone oder Nonna weisen sowohl charakterliche als auch äußerliche Übereinstimmungen mit ihren Nachkommen der Gegenwart auf. Die einzige Person, die tatsächlich zu beiden Zeiten existiert hat, ist in diesem Fall Jibril, die tatsächlich so grausam war, wie sie es in der Serie andeutete.

Eine völlig neue Seite

Obwohl die Charaktere ihren „Nachfahren“ oft ähneln und auch viel Comedy im Film dabei ist, unterscheidet sich die Stimmung grundlegend immens von der des TV-Anime. Da hier nämlich Krieg, Tod und Vernichtung an der Tagesordnung stehen und Konflikte nicht durch Spiele geregelt werden, steht für die Beteiligten weitaus mehr auf dem – wie soll es auch anders sein – Spiel. Die einzige Gemeinsamkeit in dieser Thematik ist die Unterlegenheit der Imanity, da dies sowohl im Film als auch in der Serie vorliegt.

Besagter Stimmungswandel ist allerdings der Grund dafür, weshalb No Game No Life Zero so dermaßen spannend ist und weitaus ernster genommen werden kann, als es die TV-Serie mit dem starken Ecchi-Anteil und den unzähligen Slap-Stick-Einlagen je könnte. Neben der Spannung und einer packenden Story entwickelt der Film zusätzlich eine sehr emotionale Seite, sodass man trotz der kurzen Spieldauer auf Anhieb mit den Figuren mitfühlt. Kurz gesagt, übernimmt No Game No Life Zero diverse Elemente der eigentlichen Serie und setzt sie deutlich effektiver in die Tat um.

Selbst wer bisher kein Fan von No Game No Life war, sollte diesem Film definitiv eine Chance geben.

Von bunt und verrückt zu grau und düster

Im grundlegenden Stil bleibt der Film der Schiene aus der Serie treu, interpretiert das Ganze aber auf eine völlig neue Art und Weise. Studio Madhouse hat es erfolgreich vollbracht, dass die farbenfrohe Pracht von No Game No Life in den entscheidenden Bereichen erhalten bleibt und das Szenario dennoch äußerst ernst und düster wirkt. Die Animation passt sich dementsprechend an und sorgt für eine dynamische und authentische Optik, die vor allem in den actionreicheren Szenen zur Geltung kommt.

No Game No Life Zero
Bild: 榎宮祐・株式会社KADOKAWA刊/ノーゲーム・ノーライフ ゼロ製作委員会

Wie bereits der TV-Anime zuvor, liefert der Film ebenso einige ausgezeichnete und optimale musikalische Untermalungen, die den emotionalen Grad und die Spannung effektiv unterstützen. Erneut steuerte Konomi Suzuki einen mitreißenden Theme-Song bei, der von wohlklingendem Klavierspiel begleitet wird. „There Is a Reason“, so der Name des Endings, beginnt zunächst ruhig und langsam, steigert sich dann im Laufe des Stücks aber immer mehr und besitzt dabei einen durchgehend emotionalen Touch.

Neben bereits bekannten Rollen aus der Serie, an deren Besetzung sich nichts geändert hat, kommen bei No Game No Life Zero sogar Doppelbesetzungen in den Hauptrollen hinzu, die an dieser Stelle aber natürlich beabsichtigt sind. Hierbei handelt es sich nämlich um Björn Schalla (Sora/Riku), Paulina Rümmelein (Shiro/Shuvi) und Winnie Brandes (Corone/Steph). In weiteren Nebenrollen kommen u. a. Tobias Brecklinghaus (Mikoto in K, Kirei in der Fate-Reihe) oder Meri Dogan (Ochako in My Hero Academia, Tsubaki in Shirobako) hinzu, die man ebenfalls aus diversen Anime kennt.

Qualitativ kann sich die deutsche Vertonung durchaus sehen bzw. hören lassen und auch an den Aussprachen der Namen und Begrifflichkeiten (z. B. Aschente/Achete/Aschent, Shuvi/Schwi, Corone/Koron) gibt es nicht großartig etwas auszusetzen. Dass sich hier Mühe gegeben wurde, macht sich bemerkbar und spiegelt sich dementsprechend positiv im Resultat wieder. Dies fällt besonders in der Leistung von Björn Schalla auf, der jede Emotion von Riku hervorragend einfängt und wiedergibt.

Eine kurze Hörprobe:

Extras: Auf der Disc sind wie immer Trailer und eine Bildergalerie enthalten. Die auf 3.500 Stück begrenzte Imanity Limited Edition hingegen enthält zudem eine Schachfigur aus Glas, ein 60-seitiges gebundenes Booklet sowie zwei Mini-Aufsteller von Riku und Shuvi, alles verpackt in einem FuturePak mit Glanzfolie.

Fazit: Vieles, was im TV-Anime kritisiert wurde, macht No Game No Life Zero besser. Der klassische Charme der Serie bleibt erhalten, wird jedoch durch eine neue Herangehensweise in Story und Optik auf eine neue Ebene gehoben, wodurch der Film deutlich ernster genommen werden kann. Spannung und eine fesselnde Geschichte sind geboten und könnten selbst diejenigen überzeugen, die bisher skeptisch gegenüber dem Franchise waren. Einen Blick ist dieser Film auf jeden Fall wert.

Offizieller Trailer von KSM Anime:

Info

No Game No Life Zero
Bild: KSM Anime | 榎宮祐・株式会社KADOKAWA刊/ノーゲーム・ノーライフ ゼロ製作委員会

No Game No Life Zero
Original Name: ノーゲーム・ノーライフ ゼロ
Transkription: Nōgēmu Nōraifu Zero
Studio: Madhouse
Deutscher Publisher: KSM Anime
Regisseur: Atsuko Ishizuka
Drehbuch: Jukki Hanada
Musik: Yoshiaki Fujisawa
Erschienen am: 15. Juli 2017 (Japan), 20. September 2018 (Deutschland)
Synchronisation: G&G Studios, Kaarst
Dialogregie: Jörn Friese, Birte Baumgardt (Berlin)
Länge: 105 Min.
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Drama, Fantasy, Action
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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