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Parasyte -the maxim- Volume 1 (Blu-ray) – Das Monster in mir

Am 1. Juni veröffentlichte der Publisher KAZÉ das erste Volume von Parasyte -the maxim-, das die ersten sechs Episoden des Anime umfasst. Diese schauten wir uns natürlich einmal näher für euch an.

Parasyte -the maxim- beginnt damit, dass die Erde von wurmartigen, außerirdischen Parasiten heimgesucht wird. Diese Parasiten suchen sich instinktiv einen Wirtskörper und fressen sich bis zum Gehirn durch, um so die Kontrolle über den Körper zu erlangen.

Mitten in der Nacht bleibt auch der 17-jährige Shinichi Izumi nicht davon verschont, jedoch gelingt es ihm, den Parasiten, den er fortan Migi nennt, ungewollt in seiner rechten Hand festzusetzen. So übernimmt Migi ledigilich die Kontrolle über diese Hand, kann sie dafür aber nach wie vor nach Belieben verformen und steuern. Von nun an sind die beiden zur Koexistenz gezwungen und müssen sich gegen Migis Artgenossen behaupten. Für Shinichi ist dies allerdings erst der Beginn eines endlos erscheinenden Alptraums…

Verschieden wie Tag und Nacht

Die komplett unterschiedlichen und immer miteinander in Konflikt geratenden Charakterzüge von Migi und Shinichi gehören zu den herausragendsten Eigenschaften der Serie. Sie können die Gedankengänge des jeweils anderen ganz und gar nicht nachvollziehen und stehen somit ständig vor moralischen Meinungsverschiedenheiten. Shinichi verkörpert dabei – wie nicht anders zu erwarten war – den menschlichen, mitfühlenden Part, während Migi einzig und allein auf Überleben und Eigenvorteil aus ist. Um zu überleben und die anderen von Parasiten besessenen Lebewesen zu bekämpfen, müssen sie ihre Differenzen zwangsläufig vertagen. Hinzu kommt, dass nur Migi den Feind rechtzeitig wahrnehmen kann, während sein Leben von Shinichis abhängig ist.

Parasyte
Bild: Hitoshi Iwaaki, KODANSHA | MADHOUSE INC | VAP・NTV・4cast

Charakterlich gesehen entwickelt sich Shinichi in der kurzen Zeit gewaltig weiter. Aus dem leicht unsicheren und schwachen Jungen wird allein in diesen sechs Episoden ein viel selbstbewussterer und willensstarker Mann, der seine Mitmenschen und vor allem seine Liebsten um jeden Preis beschützen will. Nichtsdestotrotz muss er einen Schicksalsschlag nach dem anderen hinnehmen und einem steinigen Weg trotzen, weshalb er hin und wieder rückfällig wird. Gelegentlich kommt es außerdem vor, dass ihn eine gewisse animalische, rücksichtslose Macht überkommt und er in diesen Momenten quasi nicht wiederzuerkennen ist. Seine Entwicklung legt also einen überaus starken Einstieg hin und lässt auf viel mehr hoffen.

Migi hingegen entwickelt sich vorerst nur in seiner Sprache und seinen weltlichen Kenntnissen, versucht aber immer wieder Shinichis Handeln nachzuvollziehen. Die anderen Figuren erfüllen alle ihre entsprechenden Funktionen in ihren Rollen und geben der Handlung ihren letzten Feinschliff. Die bisher erschienenen Parasiten teilen sich dabei in zwei Lager: die rücksichtslosen und blutrünstigen, die nur aufs ziellose Morden getrimmt sind und jene, die das Leben ihres Wirts übernehmen, taktisch vorgehen und ihre Beute jagen, ohne groß aufzufallen. Vor allem Letztere stellen sich im Laufe der Episoden als besonders gefährlich heraus.

Parasyte
Bild: Hitoshi Iwaaki, KODANSHA | MADHOUSE INC | VAP・NTV・4cast

Ein zeitloser Wahnsinnstitel

Obwohl es sage und schreibe 24 Jahre dauerte, bis Hitoshi Iwaakis Manga Parasyte endlich eine Anime-Adaption erhielt, steht die Serie anderen Titeln in nichts nach. Der Erfolg und die Beliebtheit bei den Zuschauern ist also nicht allzu verwunderlich und zu guter Letzt können schließlich auch die deutschen Fans den Anime in ihre Regale stellen (sofern man Importe nicht mitzählt).

Wer Parasyte -the maxim- noch nicht gesehen hat, sich aber darauf freut, hat allen Grund dazu, denn der Anime hält, was er bzw. die Fangemeinde verspricht. Hierbei handelt es sich um eine spannende und gelungene Mischung aus Action, Drama, Horror und weiteren Genres, die mit zahlreichen, oftmals unerwarteten Wendungen bestückt ist. Der Zuschauer wird mit häufigen Cliffhangern zum Weiterschauen geradezu gezwungen. Dies ist in diesem Fall überhaupt kein negativer Punkt, denn die dadurch entstehenden Erwartungen werden nicht enttäuscht.

Parasyte
Bild: Hitoshi Iwaaki, KODANSHA | MADHOUSE INC | VAP・NTV・4cast

Die Serie widmet sich neben den bereits angesprochenen moralischen Konflikten ebenso zahlreichen anderen Themen wie Verantwortung oder Koexistenzen, was für eine ordentliche Abwechslung sorgt. Nichtsdestotrotz sollte gesagt sein, dass Parasyte nichts für jedermann ist, vor allem wenn man kein Fan von blutigen Kämpfen oder parasitären Lebewesen ist. Hin und wieder wird es nämlich auch gerne einmal unappetitlich. Sollten dies keine Hinderungsgründe sein, wird der Anime jedem Action-Drama-Fan herzlich empfohlen.

Immer noch frisch

Trotz dessen, dass Parasyte -the maxim- bereits im Oktober 2014 erschien und somit fast 4 Jahre hinter sich hat, steht der Anime den aktuellen Titeln optisch in nichts nach. Die Animationen sind, vor allem während der Kampfsequenzen, prima und flüssig umgesetzt und werden durch einen authentischen Zeichenstil zusätzlich unterstützt. Einen weiteren Pluspunkt verdient sich Studio Madhouse mit der Darstellung der Mimik, die Stimmung, Atmosphäre und Gefühlslage der Charaktere erfolgreich vermittelt.

Mit der Komposition des Soundtracks fügte Ken Arai der Serie ein für Anime eher ungewöhnliches Detail hinzu, nämllich die Dubstep-Musik. Bei vielen Fans dürften dabei die Fragezeichen aus dem Kopf schießen, doch wir können euch beruhigen, denn es passt tatsächlich wie die Faust aufs Auge. Natürlich setzt diese Stilrichtung nur während der Action-Szenen ein, um für die nötige Spannung zu sorgen. Eher ruhigere Szenarien werden mit entsprecheenderen Stücken hinterlegt, sodass immer die angemessenste musikalische Untermalung vorliegt. Opening und Ending-Theme unterscheiden sich bei Parasyte wie Tag und Nacht. Wem die Band Fear, and Loathing in Las Vegas ein Begriff ist, der weiß bereits, was ihn hier erwartet – nämlich ein geladener und kräftiger Hardcore-Electro-Song mit Einsatz von Autotune. Das Opening trägt dabei den Titel “Let Me Hear”. Das Ending “It’s the Right Time” hingegen wird von Daichi Miura beigesteuert und bleibt der ruhigen Schiene treu.

Parasyte
Bild: Hitoshi Iwaaki, KODANSHA | MADHOUSE INC | VAP・NTV・4cast

Der deutsche Cast ist durch Sprecherinnen und Sprecher wie Julia Kaufmann, Mareile Moeller, Tim Knauer, Charlotte Uhlig, René Dawn-Claude und Wolfgang Wagner wieder bunt durchgemischt und gelungen umgesetzt. Besonders interessant wird es aber bei Julian Tennstedt (Max Alors aus Fairy Tail, Hayato Ikejiri aus Haikyu!!) als Stimme von Shinichi und vor allem Cathlen Gawlich (Fräulein Dori aus Shin-chan, Nekane Springfield aus Magister Negi Magi, Marucho Marukura aus Bakugan) in der Rolle von Migi. Letztere hat eine besonders schwere Aufgabe zu erfüllen, denn Migis monotone und gleichgültige Sprechweise wiederzugeben und an Originalsprecherin Aya Hirano heranzukommen ist kein leichtes Spiel. Dennoch bringen beide ihre jeweilige Rolle überzeugend zur Geltung, was natürlich auch für den Rest des Casts gilt. Man kann sich bereits auf die weiteren Volumes freuen, da uns neben einer spannenden Geschichte noch so einige begabte Synchronsprecherinnen und -sprecher erwarten.

Extras: Neben einem Sammelschuber enthält die limitierte Edition des ersten Volumes von Parasyte -the maxim- zusätzlich ein Brillenputztuch und eine Leseprobe zu Firepunch. Auf der Disk ist die Clean Version des Openings enthalten.

Fazit: Generell wird Parasyte -the maxim- jedem ans Herz gelegt, der etwas mit Action, Drama, Horror und teilweise Sci-Fi anfangen kann. Allerdings geht es oftmals ganz schön brutal zu, weshalb Nicht-Splatter-Fans gewarnt sein sollten. Nichtsdestotrotz liefern Studio Madhouse und Publisher KAZÉ einen zeitlosen Spitzentitel, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Info

Parasyte -the maxim-
Bild: KAZÉ

Parasyte -the maxim-
Original Name: 寄生獣 セイの格率
Transkription: Kiseijū: Sei no Kakuritsu
Studio: Madhouse
Deutscher Publisher: KAZÉ
Regisseur: Kenichi Shimizu
Drehbuch: Shōji Yonemura
Musik: Ken Arai
Erschienen am: 9. Oktober 2014 (Japan), 1. Juni 2018 (Deutschland)
Synchronisation: Oxygen Sound Studios, Berlin
Dialogregie: René Dawn-Claude
Länge: 24 Episoden (Vol. 1: Ep. 1-6)
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Action, Drama, Horror, Psychological, Sci-Fi
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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