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Serial Experiments Lain – Anime mit hohem Anspruch

Nipponart veröffentlichte vor Kurzem Serial Experiments Lain als Komplettedition. Dieser Anime ist ein Klassiker, aber ein eher schwieriger, den man auf keinen Fall als „einfachen“ Anime abstempeln sollte.

Eine E-Mail von einer Toten

Eigentlich fängt die Geschichte ganz normal an. Lain ist 13 Jahre alt und wohnt mit einem computerbegeistert Vater, einer emotionslosen Mutter und ihrer Schwester zusammen.

Doch als sich eine Mitschülerin das Leben nimmt, ändert sich ihre Welt schlagartig. Hier beginnt dann langsam die sehr wilde Fahrt der Geschichte, denn einen lienearen Plot, wie man ihn eigentlich erwarten würde, gibt es nicht.

Die Handlung wird sehr verwirrend erzählt, viele Handlungsstränge werden nicht fortgeführt oder einfach unterbrochen. Es wirkt, als wollten die Macher von Serial Experiments Lain den Zuschauer herausfordern, seine eigenen Schlüsse aus dem Erzählten zu ziehen. Das wiederum ist ein interessanter Ansatz, allerdings gibt es einige sehr verwirrende Handlungsstränge, die das Ganze etwas schwierig machen.

Serial Experiment Lain 1
© 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC

Außerdem kommt noch hinzu, dass in den Episoden immer wieder Bezug auf Theorien genommen wird. Ein Beispiel ist die Episode 9: Dort gibt es zum Beispiel einige Verweise auf Majestic 12. Außerdem wird auf einige sozialkritische Themen eingegangen.

Bildgewaltig oder armes Bild?

Der Anime hat ein paar Jahre auf den Kasten, das merkt man hier und da auch. Allerdings ist nicht nur die Erzählweise etwas Besonderes, sondern auch die Animation. Der avantgardistische Zeichenstil sorgt zusätzlich für Verwirrung, so dass es insgesamt etwas schwer fällt, der Geschichte zu folgen.

Aber genau das ist charakteristisch für Serial Experiments Lain. Denn trotz der manchmal etwas spartanisch wirkenden Animation, sind die Einblendungen jedes Mal sehr gut gemacht. Allerdings sind die Texteinblendungen auf hellem Hintergrund etwas zu viel des Guten. Eine Besonderheit gibt es zusätzlich: In der ersten Episode sind Bilder enthalten, die komplett per Hand gezeichnet wurden.

Serial Experiment Lain 5
© 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC

Und sie sprachen

Eine Reise in die Vergangenheit: Wie war die Synchronisation zu jener Zeit, als der Anime in Deutschland auf den Markt gekommen ist? Antwort: Nicht sonderlich gut, jedenfalls hier nicht. Die Computerstimme, die einem direkt am Anfang der Serie unterkommt, ist schlichtweg grausam. Viel zu überspitzt gesprochen. Im Vergleich zu anderen Serien aus dem gleichen Jahr kann man insgesamt sagen, dass die Synchronisation nicht sehr gut geraten ist. Allerdings macht Manja Doering als Lain einen wirklich guten Job.

Serial Experiment Lain 3
© 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC

Nachdenken, nicht einfach nur anschauen

Serial Experiments Lain ist erst einmal eins: kompliziert! Der Geschichte kann man nicht leicht folgen, dafür gibt es zu viele Elemente, Abbrüche in der Erzählstruktur und offen gelassen Erzählstränge. Dazu kommt die Animation, die mehr an Kunst als an „Zeichentrick“ erinnert. Das alles kommt einem schon vor wie ein Experiment, allerdings wie ein gelungenes. Denn auch, wenn ich den Anime als eher ungeeignet für den durchschnittlichen Anime-Fan beschreibe, fesselt die Geschichte und bietet viel mehr als manch anderer Anime. Auch nach dem zweiten oder dritten Anschauen findet man immer wieder etwas, das einem vorher so nicht aufgefallen ist.

Sehr positiv muss man übrigens den Sound erwähnen, das fängt schon im DVD Menü an.

Ich für meinen Teil kann den Anime jedem empfehlen, der etwas anderes sucht, als das, was der Massenmarkt hergibt.

Info

Serial Experiments Lain
Serial Experiments Lain / Bild: Nipponart

Serial Experiments Lain
Original Name: シリアルエクスペリメンツレイン
Transkription: Shiriaru Ekusuperimentsu Rein
Studio: Triangle Staff / Pioneer LDC
Deutscher Publisher: Nipponart
Regisseur: Ryūtarō Nakamura
Drehbuch: Chiaki J. Konaka
Musik: Reichi Nakaido
Erschienen am: 1998 Japan, 13. Oktober 2017 (Komplettbox)
Synchronisation:
Dialogregie:
Länge: 13 Episoden
Freigegeben ab: FKS 12
Genre: Cyberpunk, Psychological
Sprachen: Deutsch / Japanisch mit Untertiteln
Medium: Disc

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