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Volume 1 erschien am 26. April 2019.

Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online (Vol. 1, Blu-ray) – ein gelungener Ableger?

Wir durften dank peppermint anime einen Blick in das erste Volume des SAO-Ablegers werfen. Mit dieser Review möchten wir euch nahelegen, ob es sich auch für Nicht-SAO-Fans lohnt!

Sword Art Online – ein Massenphänomen

Der Ur-Autor Reki Kawahara konnte es sich wahrscheinlich 2002 gar nicht vorstellen, dass sein Werk Sword Art Online 10 Jahre später so ein Erfolg wird. Kein Wunder, denn die „professionelle“ Umsetzung der Light Novel erschien erst 2009 durch ASCII Media Works. Kawahara veröffentlichte die eigentliche Webnovel zwischen 2002 und 2008 unter einem Pseudonym auf seiner eigenen Webseite.

2012 erschien dann die erste Staffel, die die Thematik „trapped in another game world“ nach vielen Versuchen (.hack-Franchise) salonfähig machte.

7 Jahre später ist der Begriff des Isekai in der Anime-Szene ein permanenter Begriff. Viele Autoren, Firmen und Studios versuchten auf diesen Zug aufzuspringen und sind maßgeblich entweder gescheitert oder man konnte nur kurzfristige Erfolge erzielen. Entscheidend waren die Versuche, ein ähnliches Feeling wie SAO in den ersten 12 Folgen zu erschaffen, was aber oftmals scheiterte. Seitdem Sword Art Online 2012 das erste Mal über den japanischen TV flimmerte und von A-1 Pictures produziert wurde, gab es über 20 verschiedene Anime, die etwas Ähnliches versuchten.

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Doch niemand konnte Sword Art Online das Wasser reichen. Bis jetzt erschienen in der Hauptserie 21 Light-Novel-Bände in Japan sowie mehrere Manga-Adaptionen oder Titel, die im gleichen Universum spielen.

Keiichi Sigsawa – ein Mann seines Faches

Kein Wunder, dass man also Wort halten wollte, so viel Sword Art Online für die Fans produzieren zu wollen, wie es die Quellmaterialien (sei es Hauptreihe oder Ableger) zulassen. So wurde Keiichi Sigsawa gefragt, ob er denn nicht eine Geschichte in der Welt von Gun Gale Online, dem Spiel der zweiten Staffel Sword Art Online II, schreiben könne.

Sigsawa… – wer? Nun, Sigsawa ist der Novel-Autor von Kino’s Journey – einer Light Novel Reihe, die kürzlich eine erneute Anime-Adaption bekam. Was viele vielleicht nicht wissen: Er ist ein selbsternannter Waffennarr, der es liebt zu reisen. Vielleicht gerade deshalb beschloss man sich, ihn zu fragen ob er eine Geschichte über einen Shooter-VRMMO schreiben möchte. Genau das tat er dann. Seitdem sind 7 Light-Novel-Bände erschienen und 2018 eine 12-teilige Anime-Adaption.

Die Story ist ein Spiegel aktueller Gaming-Trends

Die Geschichte erzählt von Karen Kohiruimaki, einer College-Studentin, die wegen ihrer Körpergröße unsicher ist und schlecht mit Menschen in der realen Welt umgehen kann. Also fängt sie an Gun Gale Online zu spielen. Ihr Avatar heißt LLENN und ist nur 150 Zentimeter groß und ganz in rosa gekleidet. Im Spiel trifft sie auf Pitohui, die sie überredet, am “Squad Jam” teilzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Battle-Royale-Variante des Bullet of Bullets Turniers.

Obwohl sich Sigsawa 2014 wahrscheinlich an der Battle Royale-Novel von 1999 orientierte, konnte er nicht ahnen, dass 2012 im Westen eine Mod zur Militärsimulation ARMA III namens DayZ erschien. Diese Mod vermischte Zombie-Survival mit dem klassischen ARMA III-Gameplay. Und dazu wiederum erschien eine Battle Royale-Mod, aus der später das Phänomen PlayerUnknown’s Battlegrounds 2017 hervorkam, was ein absoluter Hit wurde, auch in Japan. Bestärkt wurde das Battle Royale-Prinzip noch durch Fortnite, was das Prinzip noch verfeinerte.

Sigsawas Werk, Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online, weist viele Parallelen zu den oben genannten Spielen auf. So werden in SAO-Alternative mehrere Spielmodi angeboten, die entweder „competitive“ (Player vs. Player) oder „casual“ (Player vs. Environment) sind. Im Gegensatz zur Hauptreihe ist die Protagonistin eine junge Studentin namens Karen Kohiruimaki, die ziemliche Komplexe wegen ihrer Größe von 1,81 Metern hat. Gerade deshalb sucht sie gemeinsam mit ihrer Freundin das passende Spiel für sie, um dagegen anzukämpfen. Nach dem 37. Versuch landet sie schließlich bei Gun Gale Online, dem Spiel aus der zweiten Staffel von Sword Art Online.

SWORD ART ONLINE ALTERNATIVE “GUN GALE ONLINE”
Bild: WAKANIM

Handlung spielt drei Jahre nach dem Sword Art Online-Vorfall

Im Ableger ist es das Jahr 2025, drei Jahre nach dem Sword Art Online-Vorfall. Zeitlich geschehen steigt LLENN – so der Nickname von Karen in Gun Gale Online – ein, als der Mainantagonist Death Gun im Ur-Sword Art Online II den ersten Mord begeht.

Man erlebt dabei, wie LLENN in der ersten Episode bereits im tiefsten Battle-Royale-Gefecht namens Squad Jam ist. Erst im Laufe der nächsten Folgen erfährt man, wie es zu diesem Gefecht kommt, wer M oder die geheimnisvolle Pitohui ist.

Es gelingt dabei, einen Spagat zwischen den Ingame-Kampf-Sequenzen sowie den ruhigeren Real-Life-Momenten zu schaffen. Dadurch gelingt es, mehr Sympathie für Karen aka LLENN zu erschaffen und zu erklären, weshalb sie so im Spiel handelt. Weitere Charaktere werden in den ersten fünf Episoden lediglich angedeutet bzw. bleiben blass.

Wenn man die Spielwelt in Kawaharas Gun Gale Online mit der von Sigsawa vergleicht, erkennt man die „Waffenliebe“ vom Kino’s Journey-Autor. Der Anime lässt sich viel Zeit hinsichtlich den Waffenerklärungen und deren Eigenschaften. Auch im Kampf wurde dabei sehr stark geachtet – ohne dabei den Unterhaltungsfaktor der Kämpfe links liegen zu lassen.

Trotzdem kann es passieren, dass man des Öfteren abgelenkt wird. Gerade das Erklären der Spielregeln wird in den fünf Episoden häufig wiederholt, damit es auch der letzte kapiert. Im Gegensatz zum GGO-Kapitel um Death Gun in Kawaharas SAO II wird hier ein eindeutig interessanteres Erlebnis geschaffen, was den Unterhaltungsfaktor gerade für Gaming-Fans um einiges steigert. Auch normale SAO-Fans kommen hier auf ihre Kosten, obwohl der Fokus von Alternative anders gehandhabt wird, trotz des gleichen Universums.

Sympathische, Pink tragende Heldin

Karen aka LLENN ist eine 1,81 Meter große Studentin im ersten Semester, die auf Grund ihrer Größe Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein hat. Diese Grundzüge erkennt man bereits in den ersten Episoden, allerdings werden diese immer aufgelockerter, je mehr Karen ingame mit den anderen Charakteren der Serie, sprich mit M und Pitohui, in Kontakt gerät. Karen nutzt ihren Avatar LLENN in vollen Zügen aus. LLENN ist eine kleine Loli mit pinker Tarnuniform sowie pinker Bewaffnung (belgische FN P90 mit 50 Schuss). Pitohui lernt man ebenfalls schnell kennen, die sich durch Tattoos im Gesicht auszeichnet und es hasst, wenn sie formell angesprochen wird (was in Japan bei Fremden üblich ist). Pitohui ist geheimnisvoll gehalten, man erfährt sehr wenig aus ihrem echten Leben. Ihre Hauptwaffe variiert gerne mal. So sieht man sie eine russische AK-74 tragen, aber auch viele weitere.

M ist ebenfalls der geheimnisvolle Typ, der trotz Größe im Spiel als klassischer Scharfschütze gilt. Er nutzt als Hauptwaffe das amerikanische M14 EBR, ein halbautomatisches Scharfschützengewehr des Kalibers 7.62.

Weitere Charaktere, wie etwa Karens Freundin oder die Gegner werden erst spät oder gar nicht in den 5 Episoden vorgestellt. Gerade bei den Gegnern ist es nicht schlimm, da es sich ja um praktisch fremde Personen handelt, denen man im Online-Game begegnet.

SWORD ART ONLINE ALTERNATIVE “GUN GALE ONLINE”

Optisch ungewohnte Produktion

Normalerweise wurden sämtliche Anime-Produktionen des Sword Art Online-Franchises vom Animestudio A-1 Pictures produziert. Diese waren unter anderem für Titel wie Blue Exorcist oder Shinsekai Yori zuständig. Durch die (wahrscheinliche) Auslastung des Studios wurde das Studio 3hz beauftragt, die 12 Episoden zu produzieren. Das 2013 gegründete Studio 3hz war neben den Videospiel-Openings zu The Legend of Heroes: Trails in the Sky III und Ys VIII auch für Anime-Produktionen wie etwa Princess Principal oder Flip Flappers zuständig.

Während die Light Novel ebenfalls von einem anderen Illustrator gezeichnet wurde, erscheint GGO-Alternative auch vom Directing her anders produziert worden zu sein. Die Kämpfe bieten weniger Dynamik, sind aber trotzdem spaßig anzuschauen. Auch die Farbpaletten variieren stark. In der Hub-Welt von GGO ist es wie in der Hauptserie weiterhin sehr düster gehalten, so ist die Spielwelt optisch klar trennbar und man erkennt den angedeuteten Tag/Nachtwechsel im Spiel klar und deutlich. Hin und wieder kommen schwach gezeichnete Charaktermodelle zum Vorschein, diese sind jedoch kein großes Dilemma.

Als Highlight kann man die Ego-Perspektive nennen. Diese versetzt den Zuschauer von der „Zuschauerperspektive“ in die der einzelnen Charaktere, vorzugsweise in den wuchtig inszenierten Kämpfen. Hier ist auch das Wissen des Autors von Vorteil, da diese sehr realistisch umgesetzt wurden. Erwartet man allerdings eine Produktion wie etwa in Sword Art Online, wird man enttäuscht. So ist zum Beispiel das Opening weitaus pragmatischer designt – ohne dabei den Fokus der Waffen zu verlieren. Das Ending hingegen besteht nur aus (farbfrohen) Standbildern, die LLENN und Karen gemeinsam zeigen.

SWORD ART ONLINE ALTERNATIVE “GUN GALE ONLINE”
Bild: WAKANIM

Musikalischer Anime-Standard, Opening ein Ohrwurm

Im Gegensatz zu Sword Art Online, das sich mit Yuki Kajiura eine berühmte Komponistin angeln konnte, wurde für das GGO-Alternative der Künstler Starting Trancer eingesetzt. Dementsprechend klingt der Soundtrack ebenfalls anders und ist weitaus elektronischer angehaucht. Gerade deshalb passt es umso mehr zur Serie, die auch weitaus actionreicher und weniger dynamischer ist. Ansonsten bleibt die Musik relativ unspektakuär, mit einer Ausnahme:

Das Opening ist ein wahrer Ohrwurm! Gesungen wird es von Eir Aoi. Die Sängerin dürfte vielen Animefans ein Begriff sein, so sang sie unter anderem das Opening zu Sword Art Online II und Kill la Kill. Das Lied RYUUSEI mag zwar klassischer Poprock sein, jedoch ist beim Refrain ein klarer Wiedererkennungswert merkbar, so kräftig wie er besungen wird.

Deutsche Synchronisation ein Auf und Ab

Die deutsche Synchronisation kann man solide nennen. In einem Anime, bei dem unter anderem englische Begriffe verwendet werden, ist es wichtig, diese auch so zu belassen. Das hat Violetmedia aus München zum Glück auch beachtet. Leider wurde in einem Fall das Wort Agility, das für die Geschicklichkeit/Beweglichkeit steht, in der Aussprache etwas verhunzt. So hört man eindeutig Agilli raus. In diesem Fall wurde es zwar von einem nicht näher beleuchteten Charakter gesagt, jedoch fällt es in diesem Kontext leider negativ auf.

Ansonsten wurden passende Synchronsprecher ausgewählt. Mit Tobias Brecklinghaus als M, den man unter anderem als Fafnir von Kobayashi’s Dragon Maid kennt und Katharina Iacobescu (Schwester Joy, Pokémon-Franchise) konnte man sehr gute deutsche Counterparts finden. Lediglich mit Lisa Dzyadyk (Glitter Gelb aus Glitter Force) kann man auf Anhieb nicht warm werden. Bei ihr ist das Problem, dass sie im Endeffekt zwei Charaktere sprechen musste – einmal Karen und dann das virtuelle Ego LLENN. Während sie als Karen eine grundsolide Aufgabe erfüllt, ist LLENN das Problem. LLENN ist irgendwie viel zu fiepsig gesprochen. Das überrascht bei den ersten zwei Folgen, bessert sich zum Glück aber um einiges.

Extras? Nicht vorhanden

Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online lief bei WAKANIM im Simulcast und wurde dementsprechend von peppermint anime lizenziert. Der UVP für die 6 Episoden liegt bei 34,99 Euro (Blu-ray). Es sind zwar 6 Episoden gelistet, doch die sechste Episode ist ein Recap der vergangenen 5 Episoden. Ansonsten gibt es ein clean Opening und Ending. Das war es aber auch schon. Zwar ist der Preis für diese Menge an Episoden angemessen, allerdings kann man nur hoffen, dass in der zweiten Volume ein kleineres Extra dabei ist. Ideen gäbe es reichlich, wie etwa LLENNs Schlüsselanhänger.

Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online
Cool designt, bietet das erste Volume keinerlei Extras.

Das Fazit – wie schlägt sich nun der Ableger?

Was kann man nun über den Alternative-Ableger sagen? Während viele die Ur-Serie (teilweise zu recht) kritisieren, kam GGO-Alternative sehr gut im Simulcast bei den Fans an. Und hier sollte man weiterführen. Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online bringt erfrischenden Wind hinsichtlich dem Storywriting hervor, da auf bekannte Fehler gut eingegangen wird und diese beseitigt werden. So bleibt es bei einer gelungenen ersten Volume, in der Charaktere eingeführt werden und es bereits actionreich und taktisch zur Sache geht.

Natürlich werden die Leute, die SAO generell nicht mögen, auch sehr skeptisch an diesen Ableger herangehen. Doch sollten diese Leute dem Titel wirklich eine Chance geben. Gerade für Fans des Military-Settings kann das Ganze sehr unterhaltsam sein, da viel auf Details (wie eben die der Waffen) geachtet wird.

Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online

Gun Gale Online Cover Vol 1
Bild: peppermint anime

Original Name: ソードアート・オンライン オルタナティブ ガンゲイル・オンライン
Transkription: Sōdo Āto Onrain Orutanatibu Gangeiru Onrain
Studio: 3hz
Deutscher Publisher: peppermint anime
Regisseur: Masayuki Sakoi
Drehbuch: Yōsuke Kuroda
Musik: Starving Trancer
Erschienen am: 08. April 2018 (Japan), 26. April 2019 (Deutschland)
Synchronisation: Violetmedia GmbH, München
Dialogregie:
Länge: 12 Episoden (Vol. 1: Ep. 1-5.5)
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Action, Scifi, Ganbatte
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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Unsere Meinung

Story
7
Animation
7
Sound
7
Unterhaltungsfaktor
9

Fazit

Gelungener Ableger des berühmten Sword-Art-Online-Franchises. Gerade für Gaming-Fans ein toller Titel, da man viele Elemente, die man von anderen Videospielen kennt, hier wiederfindet.

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