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The Anonymous Noise Volume 1 (Blu-ray) – Lass deinen Gesang für dich sprechen

Am 17. August erschien beim Publisher nipponart das erste Volume von The Anonymous Noise. Die ersten vier Episoden des Anime nahmen wir uns einmal genauer unter die Lupe.

The Anonymous Noise erzählt die Geschichte von Nino Arisugawa, die für ihr Leben gerne lauthals singt. Mithilife ihres Gesangs glaubt sie ganz fest daran, eines Tages ihre beiden Kindheitsfreunde Yuzu und Momo wiederzusehen. Schließlich beginnt für sie endlich die High School und direkt an ihrem ersten Tag macht sie eine schicksalshafte Begegnung…

Die platonische Dreiecksbeziehung

The Anonymous Noise
Bild: Ryoko Fukuyama, HAKUSENSHA | Brain’s Base, The Anonymous Noise Production Committee

Direkt in der ersten Episode zieht Nino unbewusst die Aufmerksamkeit der Schulband und der gesamten Schülerschaft auf sich. Nachdem sie völlig unerwartet Yuzu wiedertrifft, geht dieser ihr vorerst ständig aus dem Weg. Erst als die Band in der Klemme steckt, da ihre Sängerin nicht erscheint, soll Nino für sie einspringen, wodurch alte Gefühle in Yuzu erneut geweckt werden. Obwohl er ebenfalls einen ganz besonderen Platz in Ninos Herz besitzt, schlägt dieses allerdings für einen ganz anderen, nämlich Momo. So kommt es zu einer durchsichtigen Dreiecksbeziehung, obwohl Momo noch gar nicht im Spiel ist und sich die beiden jungen Männer bisher noch nicht einmal kennen.

Bereits ab der zweiten Episode wird der Zuschauer mit zahlreichen Flashbacks und Hintergrundgeschichten versorgt, sodass man ohne weiteres Hin-und-Her direkt in die Materie einsteigt. Der Anime kommt immer wieder schnell zur Sache und kann sogar für so manche Überraschungen sorgen, während andere Wendungen teilweise vorhersehbar sind. Nichtsdestotrotz ist für gute Unterhaltung durch eine gelungene Drama-Schulromanze mit Bezug auf Musik gesorgt.

The Anonymous Noise
Bild: Ryoko Fukuyama, HAKUSENSHA | Brain’s Base, The Anonymous Noise Production Committee

„Wir verstecken unsere wahren Gefühle.“

Der Fokus der ersten vier Episoden liegt verstärkt auf der Beziehung zwischen Nino und Yuzu, die oftmals stark angespannt wirkt. Grund dafür ist Yuzus zwanghafter Versuch, seine Gefühle zu verdrängen, da er weiß, dass Nino seine Liebe bisher nicht erwidert hat bzw. es immer noch nicht tut. Dennoch entschließt er sich, sie für sich zu gewinnen. Dabei hegt er den innigen Wunsch, dass sich Ninos Liebe nie erfüllt, während er ihr nach außen hin sogar Mut zuspricht. Dieser psychologische Zwiespalt, gepaart mit einer sympathischen Persönlichkeit, macht Yuzu zu einem sehr interessanten Charakter.

Protagonistin Nino hingegen ist da ganz anders und merkt dabei nicht einmal, was ihr Kindheitsfreund und Komponist Yuzu für sie empfindet, obwohl er seine Stücke nur für sie schreibt bzw. gerade erst durch sie schreiben kann. Abgesehen von ihrer markanten Stimme und dem kräftigen Gesang ist ihr auffälligstes Merkmal ihr Mundschutz. Diesen trägt sie allerdings nicht etwa, weil sie krank ist oder eine Krankheit vermeiden will, sondern er dient viel mehr als Symbol. Aufgrund bestimmter Ereignisse aus ihrer Vergangenheit trägt sie ihn quasi als Blockade bzw. Sperre, um ihre “Schreie”, wie sie sie nennt, zu unterdrücken. Denn setzt sie ihn erst einmal ab und kommt mit Musik in Kontakt, kann sie fast nichts mehr bremsen. Genau wie Yuzu ist auch Nino ein interessanter Charakter mit genügend Entwicklungspotenzial, das hoffentlich noch genutzt wird.

The Anonymous Noise
Bild: Ryoko Fukuyama, HAKUSENSHA | Brain’s Base, The Anonymous Noise Production Committee

Über Momo, der zwar schon öfter zu sehen war, aber eher mysteriös gehandelt wird, lässt sich noch nicht allzu viel sagen. Jedoch wirkt er sich auch ohne sein aktives Mitwirken stark auf die Handlung aus, aber aus spoilertechnischen Gründen möchten wir hier nicht zu viel verraten. Wir können allerdings festhalten, dass alle drei auf ihre Weise sympathisch und nachvollziehbar sind und dass The Anonymous Noise auch nur ohne einen von ihnen nicht funktionieren würde.

Die Gewichtung der Performance

Das Design richtet sich wie der Manga nach dem Shōjo-Stil und fängt die emotionalen Aspekte erfolgreich ein. Besonders interessant wird es jedoch bei der Animation, die während der musikalischen Einlagen ins Auge sticht. Die Performance der Figuren sowie die Lichteffekte sind überaus authentisch inszeniert und besitzen eine gewisse Dynamik, die für eine noch lebendigere Wirkung sorgt. Außerdem lockern gelegentliche Slapstick-Einlagen die Handlung im gewohnten comichaften Stil auf.

Was natürlich nicht fehlen darf, ist die Musik selbst. Die kraftvollen Alternative-Rock-Stücke werden nämlich allesamt von den Cast-Mitgliedern selbst performt und wurden unter anderem von NARASAKI komponiert, der dies bereits zum Beipiel für BABYMETAL tat. Die Lieder beschränken sich dabei nicht nur auf Opening und Ending-Theme, sondern auch auf diverse Insert-Songs. Der restliche Soundtrack ist ebenso gut umgesetzt und untermalt die Szenen stets auf eine passende Art und Weise. Dieser gerät im Vergleich zu den Stücken mit Vocals allerdings stark in den Hintergrund, was nicht unbedingt negativ ist.

The Anonymous Noise
Bild: Ryoko Fukuyama, HAKUSENSHA | Brain’s Base, The Anonymous Noise Production Committee

Der deutsche Cast ist zwar nicht mit den bekanntesten Namen geschmückt, leistet aber dennoch sehr überzeugende und gelungene Arbeit. Laura Jenni, die bereits als Mitsuha in Your Name. oder Ann aus Violet Evergarden hervorragende Leistungen erbrachte, leistet Gleiches bei The Anonymous Noise als Nino ein weiteres Mal. Felix Strüven alias Yuzu kennt man unter anderem als Kyle, ebenfalls in Violet Evergarden, oder Daruma aus One Piece. Momo hingegen bekommt seine Stimme von Karim El Kammouchi verliehen, der bereits Yuuichirou in Seraph of the End und Jirou in Death Parade vertonte. Auch er war in Violet Evergarden vertreten, nämlich als Claudia Hodgins.

Ein weiterer Pluspunkt für die deutsche Umsetzung ist, dass für die jüngeren Versionen von Momo und Yuzu weibliche Sprecherinnen gecastet wurden, was sich positiv auf die Illusion auswirkt. Viel wichtiger ist jedoch der Gesang. In bestimmten Szenen wurde dieser nämlich ebenfalls synchronisiert und hört sich dabei ziemlich toll an. Dies betrifft aber nicht die Insert-Songs.

Extras: Dem ersten Volume von The Anonymous Noise liegen ein Booklet mit Artworks, ein Wendecover und ein Sticker bei.

Fazit: The Anonymous Noise ist ein gelungenes und spannendes Liebesdrama im Schulsetting mit musikalischen Elementen. Die Charaktere können die Zuschauer mit ihren facettenreichen Persönlichkeiten für sich gewinnen bzw. sie von sich überzeugen, sodass man nur gespannt abwarten kann, wie es im nächsten Volume mit der Dreiecksbeziehung weitergeht. Besonders wird der Anime vor allem sowohl durch die optische als auch akustische Performance der Musikstücke unterstützt.

Für genauere Details über die erste Episode verweisen wir auf unseren First View.

Info

The Anonymous Noise
Bild: nipponart

The Anonymous Noise
Original Name: 覆面系ノイズ
Transkription: Fukumenkei Noizu
Studio: Brain’s Base
Deutscher Publisher: nipponart
Regisseur: Hideya Takahashi
Drehbuch: Deko Akao
Musik: Sadesper Record, NARASAKI / Watchman
Erschienen am: 11. April 2017 (Japan), 17. August 2018 (Deutschland)
Synchronisation: Stutt i/O Synchron Stuttgart
Dialogregie: Katharina von Daake
Länge: 12 Episoden (4 Folgen pro Vol.)
Freigegeben ab: FSK 12
Genre: Romance, Drama, Music, School, Slice of Life
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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