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The Asterisk War Volume 1 – Der Krieg des Sterns

Bereits im Oktober 2015 wurde die Light Novel The Asterisk War als Anime adaptiert. Dieser soll nun auch hierzulande Fans vor den Bildschirm locken, um das virtuelle Spektakel miterleben zu können. Doch kann die Serie sich von der vielfältigen Konkurrenz abheben?

Asterisk War möchte mit einem altbekannten Konzept bestechen, das vor allem in den letzten Jahren mehr und mehr breitgetreten wurde: die Mischung aus Action, Harem und Sci-Fi-Fantasy. Strike the Blood und A Chivalry of a Failed Knight sind nur zwei der vielen Vertreter, die dieser Genre-Mix bisher hervorgebracht hat und die der Serie, die hier behandelt wird, Konkurrenz machen. Dieser Review soll anhand des ersten Volumes aufzeigen, ob es Asterisk War gelingt, diese Komponenten zu einem runden Bild zusammenzufügen.

Bild: A-1 Pictures

Der Kampf der sechs Schulen

Vor einigen Jahren kam es zu Inverta, einem Meteoritenschauer, der die Erde grundlegend veränderte. Neben großer Zerstörung brachte die Katastrophe aber auch eine positive Veränderung mit sich: die Entstehung der Genestella, einer Menschenrasse mit außerordentlichen Fähigkeiten. Zu dieser gehört auch unser Protagonist Ayato. Dieser ist vor Kurzem der Seidoukan-Schule beigetreten, einer der sechs Akademien auf der Insel Asterisk (die, wie ihr Name schon sagt, die Form eines Asterisks [*] hat). Und kaum ist er dort angekommen, stolpert er auch schon mitten in den Wettstreit, der zwischen selbigen ausgetragen wird. Um ihn zu überstehen, muss Ayato beweisen, dass er der Herausforderung gewachsen ist, und zeigen, was in ihm steckt. Dabei begegnet er allerlei bunten Charakteren, die ihm helfen und ihn auf seinem Weg begleiten.

Neue Geschichte, altes Konzept

Egal, welchen Punkt man betrachtet, Asterisk War macht keine Experimente. Eine nicht allzu weit entfernte Zukunft, eine Welt, in der ein Ereignis dazu geführt hat, dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt, die an eine Mischung aus Fantasy und Sci-Fi gemahnen, eine künstliche Akademien-Insel und Turniere unter Schülern. All das sind Dinge, die es vorher bereits unzählige Male gab. Das muss aber nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein. Es ist durchaus möglich, aus bereits vorhandenen Mitteln ein äußerst spannendes Werk zu schaffen, wenn die Komponenten verfeinert und richtig eingesetzt werden.

Leider gelingt das Asterisk War nicht besser, als allen anderen, und so reiht es sich still in die Masse ein. Dass es nichts Neues gibt, wäre gar nicht mal so tragisch gewesen, wenn es in den letzten Jahren nicht solch einen enormen Schub an Serien gegeben hätte, die sich im selben Metier bewegen. Zeitgleich mit Asterisk War erschien beispielsweise das erfolgreichere A Chivalry of a Failed Knight, das denselben Prinzipien folgte und dafür sorgte, dass erstere Serie von einigen gar nicht registriert wurde.

Bild: A-1 Pictures

Auch in puncto Charaktere macht der Anime nichts Neues. Es sind alle Klischees bedient, von der klassischen Tsundere über die Loli bis hin zur Onee-san ist fast jeder Typ vertreten. Hier gibt es zwar keinerlei Innovation, dafür ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zwar wird jedem der Charaktere, die sich dem Harem anschließen, eine Hintergrundstory spendiert, doch auch diese bieten nicht allzu viel, was man nicht schon von anderen Serien kennen würde. Trotzdem wird den Charakteren dadurch immerhin etwas mehr Tiefe verliehen, sodass sie nicht bloßes Beiwerk sind.

Die Action ist solide und die Kämpfe sind gut animiert, hier gibt es nichts zu meckern. Die unterschiedlichen Fähigkeiten sind hübsch anzusehen und machen das Ganze etwas abwechslungsreicher. Man merkt, dass Manabu Ono, der Regisseur von Irregular at Magic High School, der Serie seinen Stempel aufgedrückt hat und das kommt der Action zugute.

Etwas, das einigen störend auffallen könnte, sind die kitschigen Klischee-Situationen, die in nahezu jedem Harem-Anime scheinbar zum Pflichtprogramm gehören. Bereits zu Beginn platzt der Protagonist zufällig in das Zimmer eines Mädchens, das sich zufällig gerade ankleidet und auch die typische „Zu Boden werfen und aus Versehen an die Brust fassen“-Szene ist zur Genüge vertreten. An Fanservice lässt es die Serie nicht mangeln, jedoch übertreibt sie es auch nicht übermäßig. Verglichen mit anderen Harem-Vertretern, wie High School DxD und Testament of Sister New Devil, ist Asterisk War relativ zurückhaltend, trotzdem ist für diejenigen, die sich Ecchi wünschen, auch etwas geboten.

Bild: A-1 Pictures

Technisch ist alles im grünen Bereich und die Synchronisation kann sich hören lassen

An Animation und Sound kann man nicht viel aussetzen, beide erlauben sich keine größeren Schnitzer und sind schön anzusehen oder zu -hören. Sie sind zwar nicht herausragend, enttäuschen aber nicht die durchschnittlichen Erwartungen. Die deutschen Untertitel sind gut lesbar und es waren keine Fehler in der Rechtschreibung oder Übersetzung bemerkbar.

Die deutsche Synchronisation wurde anständig umgesetzt, die meisten Stimmen passen zu den Charakteren. Lediglich der Protagonist scheint etwas langsam zu reden, aber daran gewöhnt man sich relativ schnell. Man sollte hier keine Wunder erwarten, dennoch hat man hier gute Arbeit geleistet. Es gibt einige Stellen, an denen es an emotionaler Tiefe fehlt, und die Fanservice-Szenen sind ziemlich peinlich, aber das liegt eher daran, dass die Scham größer ist, wenn diese Dinge in der eigenen Sprache passieren. Über diese Dinge kann man jedoch großzügig hinwegsehen, das Gesamtbild passt.

Das klang ja gar nicht mal so gut, aber …

Es gibt aus intersubjektiver Sicht tatsächlich einiges zu bemängeln, aber all diese Dinge sind für Fans letzten Endes bedeutungslos. Wenn man sich Asterisk War kauft und weiß, worauf man sich einlässt, nämlich einfach einen ganz normalen Sci-Fi-Action-Harem-Anime, und nicht die Neuerfindung des Rades erwartet, wird man nicht enttäuscht. Auch wenn man alles davon bereits irgendwo gesehen hat, als Fan des Genres möchte man ja vielleicht gar nichts anderes als die alten Dinge, die man mag, mit neuen Charakteren und einer neuen Geschichte. Geht man mit dieser Einstellung an die Serie heran, ermöglicht sie es einem durchaus, Spaß an ihr zu haben und bietet gute Unterhaltung. Und das ist das Wichtigste. Hat man etwas für dieses Setting übrig, kann man beherzt zugreifen.

Info

Bild: Amazon

Asterisk War
Original Name: 学戦都市アスタリスク
Transkription: Gakusen Toshi Asutarisuku
Studio: A-1 Pictures
Deutscher Publisher: peppermint anime GmbH
Regisseur: Manabu Ono
Drehbuch: Yuu Miyazaki
Musik: Rasmus Faber/Flying Dog Inc.
Erschienen am: 3. Oktober 2015 (Japan), 23. Februar 2018 (Deutschland, Amazon)
Synchronisation: Hamburger Synchron GmbH
Dialogregie: Robert Katulla
Länge: 12 Episoden (Volume 1: 6 Episoden)
Freigegeben ab: 12
Genre: Action, Harem, Fantasy
Sprachen: Deutsch, Japanisch mit dt. Untertitel
Medium: Disk
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