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The Place Promised In Our Early Days – SciFi trifft Makoto Shinkai

The Place Promised In Our Early Days erschien als Re-Release am 15. September 2017 bei Kazé auf DVD und Blu-ray. Das gefühlvolle Science-Fiction-Drama ist ein typischer Film von Makoto Shinkai.

The Place Promised In Our Early Days, oder im Original Kumo no mukou, Yakusoku no basho (Jenseits der Wolken, der Ort unseres Versprechens) erschien bereits im Jahr 2004 in Japan auf DVD. Es ist der erste kommerzielle Film von Makoto Shinkai, der unter anderem auch 5 Centimeters per Second und your name. geschaffen hat. Für The Place Promised In Our Early Days schrieb er das Drehbuch und führte auch Regie. Der Film hat eine Länge von 91 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben.

Parallelwelten

The Place Promised In Our Early Days spielt in einer fiktiven Parallelwelt, in der Japan nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Siegermächten aufgeteilt wurde. Der Hauptteil Japans gehört zur US-japanischen Armee, die Insel Hokkaido hingegen fiel an die Union. Die Freunde Hiroki, Takuya und Sayuri fühlen sich von einem riesigen Turm, der auf Hokkaido (im Film Ezo genannt) jenseits der Grenze steht, magisch angezogen. Daher geben sie sich ein Versprechen: Mit einem selbstgebauten Flugzeug wollen sie über die Grenze fliegen, um das Geheimnis des Turms zu lüften. Doch dann verschwindet Sayuri spurlos. Drei Jahre später steht das geteilte Japan kurz vor einem Krieg – und Hiroki findet Sayuri wieder, die seit ihrem Verschwinden im Koma liegt. Ergriffen von dem Wunsch, das Versprechen von einst doch noch zu erfüllen, schmiedet er mit Takuya einen waghalsigen Plan.

The Place Promised In Our Early Days
Bild: Makoto Shinkai

Sehnsucht und Vorhersehbarkeit

Eines der prominentesten Themen in The Place Promised In Our Early Days ist wohl die Sehnsucht. Die Sehnsucht der drei Freunde nach dem unerreichbar erscheinenden Turm, die Sehnsucht der beiden Jungen nach Sayuri, die Sehnsucht nach dem, was hinter den Wolken liegen mag. Auch nach dem Verschwinden Sayuris bleibt sie treibende Kraft in den Leben der Protagonisten.

Makoto Shinkais Werke sind immer voller Poesie, feiner Beobachtungen und Liebe zum Detail, seine Plots durchdrungen von vagen Gefühlen und unausgesprochenen Worten. Auch die Protagonisten in The Place Promised In Our Early Days sind gefangen in einer vagen Aufbruchsstimmung, auf einen unwirklich scheinenden Ort hinstrebend – der Turm der jenseits der Grenze im Feindesland schlank und weiß bis in den Weltraum empor zu ragen scheint. Ebenso unsicher und spannungsgeladen ist das Setting der Story. Die japanische Nation ist gespalten in Union und US-Territorium, die Beziehungen zwischen den Ländern scheint alles andere als harmonisch. Zu allem Überfluss wurde von der Union die Existenz von Parallelwelten bewiesen. Parallelwelten sind „Träume des Universums“, alternative Realitäten, die zudem genutzt werden können, um die bekannte Welt umzuschreiben.

The Place Promised In Our Early Days
Bild: Makoto Shinkai

Vom spannungsgeladenen Setting abgesehen verläuft der Plot an sich allerdings sehr geradlinig und hält – bis auf den Zeitsprung – wenig überraschende Wendungen bereit. Das Ende der Story ist zudem etwas vorhersehbar, besonders wenn man mit Makoto Shinkais Erzählstil vertraut ist.

Himmel, der Himmel!

Makoto Shinkai ist bekannt für seine malerischen und detailreichen Himmel, die oft die halbe Leinwand füllen. Auch The Place Promised In Our Early Days hat einige davon zu bieten. Lichteffekte und Beleuchtung sind meisterhaft umgesetzt, sei es durch einfallendes Sonnenlicht oder durch in den Chromteilen eines Zuges reflektierten künstlichen Lichtes – der Einsatz beweist eine feine Beobachtungsgabe und ein hervorragendes Verständnis von Lichtstimmungen. Auch die Animationen sind durchweg flüssig umgesetzt.

The Place Promised In Our Early Days
Bild: Makoto Shinkai

Lass die Natur sprechen!

The Place Promised In Our Early Days ist kein Film mit bombastischem Soundtrack, Musik wird sparsam aber effektvoll eingesetzt. Sonst ist der Film sehr ruhig und bedient sich einer natürlichen Geräuschkulisse, wie beispielsweise das Zirpen der Zikaden oder das Rauschen des Regens. Oft sind auch diese Sounds sehr pointiert eingesetzt, zum Beispiel das Platschen eines Schuhs in einer Regenpfütze, das Sayuri aus einem Traum weckt. Die japanische Synchronisation ist sehr gelungen, doch auch die deutsche Umsetzung kann sich hören lassen. In den Hauptrollen zu hören sind Tim Knauer als Hiroki, Tobias Schmidt als Takuya und Mia Diekow als Sayuri, die mit ihren ruhigen Stimmen zur melancholischen Atmosphäre des Films beitragen.

Fazit

The Place Promised In Our Early Days ist ein handwerklich sehr gut gemachter Film mit detailreichen Landschaftsszenen und einem etwas vorhersehbaren Plot, der dennoch zu unterhalten und ganz sicher zu verzaubern weiß. Fans von Makoto Shinkai werden nicht enttäuscht.

Info
The Place Promised In Our Early Days
Original Name: 雲のむこう、約束の場所
Transkription: Kumo no Mukō, Yakusoku no Basho
Studio: CoMix Wave Inc.
Deutscher Publisher: Kazé
Regisseur: Makoto Shinkai
Drehbuch: Makoto Shinkai
Musik: Tenmon
Erschienen am: 15. September 2017 (Deutschland), 20 November 2004 (Japan)
Synchronisation: DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg
Dialogregie: Michael Bartel
Länge: 91 Minuten
Freigegeben ab: FSK 6
Genre: Drama, Romance, Science Fiction
Sprachen: Deutsch, Japanisch mit deutschen Untertiteln
Medium: Blu-ray, DVD
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2 Kommentare

  1. Also, ich weiß ja nicht ob ihr euch damit ausgiebig beschäftigt habt, aber Kazé hat den Film in Deutschland nur re-released, oder handelt es sich um eine komplett neue und neu synchronisierte Fassung?
    Ich habe hier eine deutsche DVD von 2009 mit dem Film.
    Intro Edition Asien, präsentiert von Rapid Eye Movies, Vertrieb AL!VE

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