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Tokyo Ghoul OVAs: Jack & Pinto (Blu-ray) – Geschichten aus alten Tagen

Am 13. Oktober veröffentlichte der Publisher KAZÉ die beiden Tokyo Ghoul OVAs „Jack“ und „Pinto“ im Doppelpack. Wir drehen die Zeit ein wenig zurück und erfahren mehr über Kishou Arima und Shuu Tsukiyama.

Der innige Wunsch nach Rache

Die 30-minütige OVA Tokyo Ghoul: Jack erzählt von Taishi Fura, einem jungen Schüler, dem mittlerweile alles egal zu sein scheint, seien es die Schule, seine ehemaligen Freunde oder der Baseball-Sport, den er einst so liebte. Er ist stets ein Einzelgänger und legt sich oft mit seinen Lehrern und Mitschülern an, darunter auch sein schweigsamer Klassenkamerad Kishou Arima. Eines Abends wird er unverhofft Zeuge eines Ghul-Angriffs, den er nur dank Arimas Hilfe überlebt. Um seine schwerverletzte Freundin und seinen toten Freund zu rächen, beschließt er, sich Arima, der sich als verdeckter Ghul-Ermittler herausstellt, anzuschließen. Gemeinsam wollen sie den Ghul „Laterne“ beseitigen, den die CCG schon länger verfolgt.

Es ist immer wieder schön mehr über die Charaktere eines Anime zu erfahren, besonders wenn es so ein mysteriöser Mann wie Kishou Arima ist. Bereits hier gibt er nicht allzu viel von sich preis und lässt lieber Taten statt Worte sprechen. Taishi gegenüber öffnet er sich jedoch ein wenig und man merkt als Zuschauer, dass er nicht bloß der eiskalte „Shinigami“ der CCG ist, als den wir ihn später kennen. Taishi hingegen ist ein etwas hitzköpfiger und leicht reizbarer Energiebolzen, der trotz der schrecklichen Dinge, die er zu Gesicht bekam, keine Angst zeigt und mit vollem Einsatz bei der Sache ist. Obwohl er ihn anfangs nicht besonders leiden zu können schien, freundet er sich recht schnell mit seinem temporären Partner an und gemeinsam mit der schönen Uruka Minami jagen die drei Schüler die Ghule des 13. Bezirks in der Hoffnung, endlich die „Laterne“ ausfindig zu machen.

Tokyo Ghoul: Jack
Tokyo Ghoul: Jack / ©Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee

Trotz der stark begrenzten Zeit geschieht in dieser OVA so einiges, viel Action und ein ordentliches Gemetzel sind somit vorprogrammiert. Der psychologische und dramatische Anteil wird dabei natürlich nicht vernachlässigt und die Charaktere sind an sich alle sehr glaubwürdig und nachvollziehbar. In der Hitze des Gefechts gibt es sogar ein Wiedersehen mit einem weiteren Charakter, den jeder Fan der ersten Staffel nur allzu gut kennen dürfte.

Wenn zwei merkwürdige Individuen sich treffen

In ca. 24 Minuten erzählt die OVA „Pinto“ vom ersten Zusammentreffen des stilvollen Schlemmerghuls Shuu Tsukiyama alias „Der Gourmet“ und dem eigenartigen Menschenmädchen Chie Hori. Das Mädchen erwischt Shuu dabei, wie er gerade über eines seiner Opfer herfällt und hält den grausamen Moment auf einem Foto fest. Anstatt die Augenzeugin zu töten, entwickelt Shuu allerdings ein Interesse an ihr, da sie etwas Besonderes zu sein scheint. Damit nimmt die Geschichte der beiden ihren Lauf, während Shuu versucht, die Gedanken des seltsamen Mädchens, das sich kein bisschen vor ihm zu fürchten scheint, zu verstehen.

Diese kurze Geschichte führt dem Zuschauer erneut vor Augen, dass nicht nur die Ghule, sondern auch die Menschen gleichermaßen grausam und rücksichtslos sein können, woraufhin sich die Frage ergibt, wer nun tatsächlich „böse“ ist bzw. wer dies entscheidet. Neben einigen eher unappetitlichen Momenten gibt es genug, die zum Nach- und Mitdenken anregen können, vor allem wenn es um psychologische und moralische Hintergründe im Bezug auf den negativen Umgang von Menschen miteinander geht. Außerdem zeigt sich Shuu ein weiteres Mal von seiner ruchlosen Seite, die ihn für viele Zuschauer allerdings interessant gestaltet. Dass der junge Feinschmecker einen leichten Sprung in der Schüssel und bizarre Neigungen hat, dürfte für die meisten Zuschauer kein großes Geheimnis sein und genau das stellt er erneut unter Beweis.

Tokyo Ghoul: Pinto
Tokyo Ghoul: Pinto / ©Sui Ishida, Shin Towada/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee

Am interessantesten dürfte in dieser Episode jedoch die kleine Chie sein, denn eine Figur wie sie konnte man in der TV-Serie sonst nirgends sichten. Nicht nur, dass sie keine Furcht vor Ghulen und gewalttätigen, blutrünstigen Taten verspürt, sie scheint außerdem in einer völlig anderen Welt zu leben, aus der sie die hiesige Welt durch ihre Kameralinse beobachtet. Allerdings hat sie die schlechte Angewohnheit beim Gespräch komplett verträumt abzudriften und oftmals gar nicht erst zuzuhören. Ihr dabei zuzusehen, wie sie Shuu mit ihren Eigenarten immer wieder überrascht und manchmal sogar aus der Fassung bringt, ist durchgehend amüsant und für jeden Fan sehenswert.

Die Arbeit macht sich bemerkbar

Da es sich hierbei um zwei separate OVAs anstelle eines TV-Anime handelt, hatte Studio Pierrot auch etwas mehr Zeit für die Produktion und das macht sich auch bemerkbar. Qualitativ sind beide Adaptionen sehr hochwertig produziert und übertreffen die TV-Serie sogar in einigen Bereichen. Bei gewalttätigen Szenen musste man sich wenig zurückhalten, weil OVAs nicht für eine TV-Ausstrahlung gedacht sind. Demnach geht es blutig zur Sache. Bei Pinto kann man zwar nicht mit allzu vielen Action-Sequenzen rechnen, doch Jack reißt dies wieder heraus. Die OVAs haben alles, was beim TV-Anime richtig gemacht wurde und legen dabei noch eine Schippe drauf.

Der Soundtrack untermalt die Handlung und die Atmosphäre wie in der Serie immer zur rechten Zeit äußerst passend. Abgesehen vom Tokyo Ghoul Root A Opening „Munō“ von österreich, das bei Pinto für den Abspann genutzt wird, existieren weder Opening, noch Ending-Themes. Der Sound ist durchgehend klar, deutlich und von der Qualität her nicht zu bemängeln.

Tokyo Ghoul: Pinto
Tokyo Ghoul: Pinto / ©Sui Ishida, Shin Towada/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee

Die Synchronisation ist in beiden Projekten, genau wie in beiden Staffeln der Serie, prima gelungen und besonders Amadeus Strobl (Taishi Fura), Dirk Stollberg (Shuu Tsukiyama) und Fabian Oscar Wien (Kishou Arima) bringen ihre Rollen überzeugend rüber. Auch der restliche Cast leistet gute Arbeit. Über das Dialogbuch kann man sich ebenfalls nicht beschweren. Im Gesamtbild liegt die deutsche Vertonung der OVAs in einem leicht überdurchschnittlichen Bereich.

Extras: Die OVAs sind auf einer Disc im Mediabook erschienen, das zusätzlich ein 16-seitiges Booklet enthält.

Fazit: Die beiden Tokyo Ghoul OVAs Jack und Pinto sind eine willkommene Ergänzung zur Hauptstory, die Einblicke in frühere Erlebnisse von Kishou Arima und Shuu Tsukiyama ermöglichen. Qualitativ stehen die zwei Adaptionen der TV-Serie in nichts nach.

Info

Tokyo Ghoul: Jack/Pinto
Tokyo Ghoul: Jack/Pinto / © KAZÉ

Tokyo Ghoul: Jack
Original Name: 東京喰種 【JACK】
Transkription: Tōkyō Gūru: Jack
Studio: Pierrot
Deutscher Publisher: KAZÉ
Regisseur: Sōichi Shimada
Drehbuch: Chūji Mikasano
Musik: Yutaka Yamada
Erschienen am: 30. September 2015 (Japan), 13. Oktober 2017 (Deutschland)
Synchronisation: VSI Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Frank Preissler
Länge: 30 Min.
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Horror, Drama, Action, Supernatural, Splatter
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

Tokyo Ghoul: Pinto
Original Name: 東京喰種 【PINTO】
Transkription: Tōkyō Gūru: Pinto
Studio: Pierrot
Deutscher Publisher: KAZÉ
Regisseur: Tadahito Matsubayashi
Drehbuch: Sōichi Shimada
Musik: Yutaka Yamada
Erschienen am: 25. Dezember 2015 (Japan), 13. Oktober 2017 (Deutschland)
Synchronisation: VSI Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Frank Preissler
Länge: 24 Min.
Freigegeben ab: FSK 16
Genre: Horror, Drama, Action, Supernatural, Splatter
Sprachen: Deutsch, Japanisch (deutsche Untertitel)
Medium: Blu-ray / DVD

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