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Tokyo Marble Chocolate – Zwei Ansichten, ein Problem

Zwei verschiedene Ansichten, ein Problem.

Mit Tokyo Marble Chocolate bekamen wir bereits 2009 durch den damaligen Publisher AV Visionen in den Genuss der Winterromanze. 2016 erschien eine Neuauflage mit neuem Design bei Kazé Deutschland. Schauen wir doch einmal, wie sich die Romanze gehalten hat!

Tokyo Marble Chocolate ist eine zweiteilige OVA, produziert von Production I.G. und BMG Japan. Sowohl I.G. als auch die japanische Ausgabe der Bertelsmann Music Group feierten zum damaligen Zeitpunkt (2007) das 20-jährige Bestehen.

Unter der Regie von Naoyoshi Shiotani (Ghost in the Shell: Stand Alone Complex, Psycho-Pass) hat die Mangaka Fumiko Tanikawa die Charakterdesigns beigesteuert. Tokyo Marble Chocolate ist ein Originalwerk, sprich, es basiert auf keinem Manga oder Roman.

Eine einfache Geschichte aus zwei Blickwinkeln

Die Geschichte handelt von Chizuru und Yuudai. Er liebt sie, sie liebt ihn, doch keiner von beiden kann es dem anderen sagen. Denn sie sind sich zu unsicher und haben Angst davor, verletzt zu werden. Dadurch entfernen sich die beiden immer weiter voneinander und während Chizuru glaubt, dass es keinen Sinn hat, kämpft Yuudai verzweifelt gegen ihre „Feigheit“ an.

Da es sich, wie schon erwähnt, um eine zweiteilige OVA handelt, die pro Episode 25 Minuten geht, kann man hier natürlich keine tiefgreifende Romanze erwarten. Der Twist von Tokyo Marble Chocolate ist es, dass es sich bei beiden Episoden um eine Perspektive handelt. Während es also in der ersten Episode um ihre Missverständnisse geht, greift die zweite Episode seine Perspektive an.

Diese Aufsplittung ist allerdings hier auch das größte Problem: Kennt man eine Perspektive, ist die andere trotz diverser Ideen sehr belanglos und echt langweilig. Die OVA versucht zwar, einem zu zeigen, wie schnell Missverständnisse in einer Beziehung geschehen können, allerdings reifen die Charaktere nicht an diesen. Diese Probleme sind dann extrem unglaubwürdig, weil niemand so naiv sein kann. Das nächste Problem ist diese Naivität. Dadurch erzeugt man keinerlei Sympathie.

Protagonisten, mit denen man einfach nicht warm wird

Keine Frage, natürlich interpretiert jeder Mensch einen animierten Charakter anders. Die Charaktere in Tokyo Marble Chocolate sind allerdings trotz des eigentlich erwachsen wirkenden Alters zu naiv, was viele Sympathiepunkte kostet. Während das in der Episode von Chizuru noch ganz amüsant ist, merkt man dieses Problem gerade bei Yuudais Episode extrem.

Niedliche Optik

Fumiko Tanikawas Artdesign sticht in der OVA stark hervor und zaubert uns markante Charakterdesigns sowie schöne Hintergründe. Wie so oft kann man Production I.G. hinsichtlich des Budgets, was Anime-Produktionen angeht, nichts vormachen. Natürlich sind gerade die Charakterdesigns sehr gewöhnungsbedürftig, würde die OVA dadurch etwas „Besonderes“ verlieren. Denn dadurch hebt sich der Anime nicht merklich von anderen Romanzen hervor.

Was die deutsche Synchronisation angeht: Mit Kaya Marie Möller, die Chizuru spielt, haben wir jemanden, den vor allem Animefans durch die Rolle der Homura aus Puella Magi Madoka Magica kennen dürften. Till Völger, die deutsche Stimme von Yuudai, kennt man als Kaito von AjinDemi-Human.

Die Stimmen sind soweit passend gewählt und man kann diesbezüglich nichts bemängeln. Lediglich die Lippensynchronität ist bei einigen Stellen nicht gut gelungen. Dadurch wirken eigentlich flüssige Szenen extrem abgehackt, was dem Schaufluss allerdings keinen Abbruch tut.

Auch bei der Musik macht der Anime nicht viel falsch. Takeshi Yanagawa komponierte die Musik dazu und hat hier durchgehend passende Stücke gewählt. Zwar sticht die Musik nicht hervor, ist aber auch nicht komplett vergessbar.

Was hat man nun von der OVA?

Der Anime gehört zu den Titeln, die man „kann man schauen, muss man aber nicht“ nennen kann. Man macht hier grundsätzlich nicht viel falsch, allerdings auch nicht alles richtig. Dadurch passiert es, dass man am Ende sagt: „Joa – und nun?“ Was man der Romanze allerdings zu Gute halten kann, ist, dass auf Fanservice verzichtet wird, was auch zum Stil nicht gepasst hätte. Man bleibt hier also sehr nüchtern. Für Romance-Fans, die schon alles gesehen haben, wird man hier keinerlei Überraschungen vorfinden. Doch ist die Idee eine erfrischende. Und bei einem UVP-Preis von 20 Euro kann man auch hier nichts falsch machen.

Als Extra gibt es lediglich ein mehrseitiges Booklet.

Info

Tokyo Marble ChocolateTokyo Marble Chocolate Cover
Original Name: Tokyo Marble Chocolate
Studio: Production I.G.
Deutscher Publisher: Kazé Deutschland
Regisseur: Naoyoshi Shiotani
Drehbuch: Production I.G.
Musik: Takeshi Yanagawa
Erschienen am: 27. Mai 2016
Synchronisation: TV+Synchron GmbH, Berlin
Dialogregie: Bernhard Völger
Länge: 2
Freigegeben ab: 0 Jahren
Genre: Romanze

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