Gefangen im Krieg zwischen Dämonen und Engeln leben die Menschen seit langer Zeit nur noch im Ausnahmezustand. Als dann auch noch Götter in die Kämpfe eingreifen, eskaliert die Situation endgültig und das Schicksal nimmt seinen unerwarteten Lauf. Atlus entführt den Spieler in Shin Megami Tensei IV: Apocalypse in eine postapokalyptische Welt, in der jede Entscheidung zählt.

Die Story

Normalerweise existieren die Spiele der Shin Megami Tensei-Reihe immer in voneinander getrennten Universen und sind lediglich durch ihre Thematik lose miteinander verbandelt. Mit diesem Ableger verhält es sich anders: Er ist eng mit dem Vorgänger Shin Megami Tensei IV verbunden und erzählt die dort schwer zu erspielende neutralen Route derselben Handlung weiter. Im postapokalyptischen Tokyo, das seit Jahren weder den Himmel noch die Sonne gesehen hat, kämpft die „Hunter Association“ für den Fortbestand der Menschheit gegen Dämonen und Engel.

„Break free from the shackles of humanity and become… more.“

Zu ihrem Glück ist mit Flynn endlich jemand aufgetaucht, der es schaffen kann, die Menschheit von der ständigen Bedrohung zu befreien. Während Flynn also den Kampf gegen Luzifers und Merkabahs Armeen vorbereitet, taucht plötzlich mit den „Divine Powers“ eine dritte Fraktion auf und zerschlägt alle Hoffnung. Flynn wird entführt und für die eigenen Zwecke instrumentalisiert, während Nanashis Schicksal sich langsam entfaltet.

Die Charaktere
Nanashi – Der Protagonist aus Shin Megami Tensei IV: Apocalypse. © Atlus

Nanashi, dessen Name in etwa so viel wie „namenlos“ bedeutet, ist der stille Protagonist des Spiels. Sein Charakter wird – ganz in der Tradition der Reihe – einzig durch die Entscheidungen des Spielers geformt. Ihm zur Seite stehen allerhand wackere Mitstreiter: darunter die beste Freundin und der Geist eines Samurai. Später schließen sich weitere interessante Persönlichkeiten der Gruppe an. Dazu gehört auch Flynn, der Held aus Shin Megami Tensei IV. Er ist auch in diesem Ableger der Auserwählte, in den die Menschen all ihre Hoffnung setzen. Nanashi hingegen agiert abseits davon, ist eigentlich ein kleines Licht und verfolgt als noch unerfahrener Hunter zunächst einzig das Ziel, Flynn bestmöglich aus der Ferne zu unterstützen und den Menschen um sich herum das Leben etwas leichter zu machen.

Der Kampf gegen die Gottheiten ist für Nanashi nur möglich, weil die Kraft des mysteriösen Gottes Dagda ihn am Leben erhält. Gleich zu Beginn des Spiels haben beide einen Pakt miteinander geschlossen: Dagda hält Nanashi am Leben und dafür agiert der als Dagdas „Godslayer“, ohne sofort zu verstehen, worum es bei diesem mysteriösen Unterfangen wirklich geht.

„Become something that shapes the world.“

Gameplay

Das Kampfsystem bleibt dem Stil der Reihe treu. Nanashi hat als Hunter bzw. Godslayer die Fähigkeit, Dämonen mit Geschenken, Drohungen oder Charme auf seine Seite zu ziehen. So gewinnt man immer wieder Kämpfer für das eigene Team, die mit ganz unterschiedlichen Skillsets aufwarten. Um noch stärkere Dämonen zu bekommen, kann man die neuen Freunde in der „Mido“-App auf dem Hunter-Smartphone miteinander kombinieren. Dadurch wird das eigene Team immer mächtiger. Die Kämpfe selbst funktionieren rundenbasiert. Zusätzliche Züge lassen sich gewinnen, wenn die Schwäche des Gegners erkannt und ausgenutzt wird. Die Elementeigenschaften der Angriffe spielen daher eine zentrale Rolle und es empfiehlt sich, immer ein möglichst großes Spektrum mit dem eigenen Team abzudecken. Während eines Kampfes kann der Spieler bis zu drei Dämonen gleichzeitig nutzen, außerdem hat man immer die Möglichkeit, diese gegen andere aus dem derzeitigen Bestand auszutauschen. So kann man auf jeden Gegner angemessen reagieren. Außerdem kämpft einer der Mitstreiter als „Main Partner“ mit und unterstützt den Spieler nach jeder Runde mit nützlichen Fähigkeiten.

Ansonsten werden das zerstörte Tokyo erkundet, Quests erledigt und Relikte gesammelt. Um die Welt und seine Bewohner möglichst ganzheitlich zu erleben, kann außerdem immer wieder mit verschiedenen Figuren gesprochen werden. Diese kommentieren dann das derzeitige Weltgeschehen oder berichten von vergangenen Ereignissen.

Steuerung

Mit dem Analog-Stick bewegt man sich durch die Welt, B-Knopf oder Schultertasten passen die Sicht an und das Steuerkreuz verändert den Winkel der Kamera. Durch die verschiedenen Menüs navigiert man entweder direkt auf dem Touchpad oder mithilfe von Steuerkreuz und Tasten. Mit X schlägt man außerdem auf der Karte nach Dämonen, um mit etwas Glück nicht nur zuerst am Zug zu sein, sondern auch noch „Smirk“ zu aktivieren.

Grafik

Die Grafik überzeugt durch angenehmen Anime-Stil, in den kurzen filmischen Sequenzen wie auch im eigentlichen Spiel. In Gesprächen sind Figuren und Hintergründe immer sehr reduziert dargestellt, immer wieder werden aber auch sehr detailreiche Zeichnungen der Figuren eingeblendet.

Sound

Der Soundtrack untermalt die düstere Stimmung der in Trümmern liegenden Welt perfekt. Dämonische Begleiter schreien im Kampf, Attacken werden durch passende Geräusche begleitet und auch die Mitstreiter tragen durch ihr Rufen dazu bei, die jede Schlacht atmosphärisch zu gestalten. Shin Megami Tensei IV: Apocalypse ist eindeutig ein Spiel, das man nicht stumm stellen möchte.

Lokalisierung

Auf eine deutsche Lokalisation wurde, wie schon beim Vorgänger, verzichtet. Das Spielt liegt stattdessen komplett in englischer Sprachausgabe vor – das schließt sämtliche Texte und die Synchronisation mit ein. An einer Stelle ist die Übersetzung leider nicht ganz richtig, was schnell dazu führen kann, dass man dort versehentlich Punkte für die dunkle Seite sammelt, obwohl man eigentlich eine gutherzige Antwort gibt. Ziemlich zum Schluss zwingt einen ein weiterer Übersetzungsfehler zum Rätseln: Dort sind die Antworten nicht-lokalisierter Code. Google hat allerdings glücklicherweise an dieser Stelle schnell geholfen. Von diesen wirklich winzig-kleinen Fehlerchen abgesehen, ist die Lokalisierung aber durchweg positiv zu bewerten.

Info

Shin Megami Tensei IV: Apocalypse. © Atlus

Name: Shin Megami Tensei IV: Apocalypse
Original Name: 真・女神転生IV FINAL
Publisher: Atlus, Deep Silver
Entwickler: Atlus
Plattform: Nintendo 3DS
Genre: RPG
USK: ab 12 freigegeben
Release: 02. Dezember 2016
Preis: 39,99 Euro

Shin Megami Tensei IV: Apocalypse
Fazit
In Shin Megami Tensei IV: Apocalypse hat Atlus die kleinen Schwächen im Kampfsystem des Vorgängers eindeutig ausgebessert. Die Story ist so fesselnd, dass man sich schnell darin verliert und gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Das Sammeln und Fusionieren der Dämonen macht eben so viel Spaß, wie das Ausprobieren von Taktiken. Ein wirklich sehr gelungenes Spiel.
Story
Steuerung
Grafik
Sound
Gameplay
Naenia
Leidenschaftliche Gamerin mit abgeschlossenem Literaturstudium, die großen Wert auf fesselnde Geschichten legt und sich eigentlich in allen Bereichen der Populärkultur wohlfühlt.

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