Am 10. November veröffentlichte Tiberius Film neben der Serie The Next Generation Patlabor auch den Film The Next Generation Patlabor: Tokyo War. Die Serie hat uns begeistert. Ob der Film es auch geschafft hat, erfahrt ihr nun.

Worum geht es?
Tokyo, gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Durch den explodierenden Fortschritt der Robotertechnologie wurden die allumfassend einsatzfähigen humanoiden Labors ständig weiterentwickelt. Es sind gigantische Roboter, die zu militärischen und zivilen Zwecken zum Wohl der Bevölkerung eingesetzt werden können. Der Staat rief das ehrgeizige Babylon-Projekt ins Leben. Hierfür wurde der Großteil aller Labors des Landes in der Hauptstadt versammelt. Chaotische Zustände, in denen die Labors mehr und mehr außer Kontrolle gerieten. Die daraus resultierende große Labor-Kriminalität bekämpfte die Polizei durch ihre Sicherheitsabteilung Patlabor, eine Labor-Patrouilleneinheit.

Viele Jahre später, im Jahr 2013, ist das Babylon-Projekt abgeschlossen. Während einer langen und harten Rezession sind die Labors ausgemustert oder entsorgt. Auch die Roboter, die im Dienst der Polizei tätig sind, sind veraltet und werden zum Großteil außer Dienst gestellt. Die erste Abteilung für Spezialvehikel ist aufgelöst. Die dritte Generation der SV2, der zweiten Abteilung für Spezialvehikel, die als technisch unfähig gilt, existiert allein aus dem Grund, das Wissen um die Bedienung der Labors weiterhin zu erhalten. Auch der alte Labor AV-98er INGRAM – seiner Zeit mit der neuesten Technologie ausgerüstet – parkt die meiste Zeit nutzlos im Labor Dock und scheint in der alten Zeit festzustecken. Durch die mangelnden Wartungsmaßnahmen geht er schon bei der kleinsten Bewegung kaputt. Eines Tages bekommt das Team den Befehl, den Labor INGRAM bei einem Fest der Generalinspektion voll funktionsfähig zu präsentieren, sonst droht der SV2 die sofortige Auflösung. Wird die SV2 es schaffen, den INGRAM rechtzeitig wieder instand zu setzen? Und wird er die nach einer langen Zeit des Friedens plötzlich auftauchenden Feinde bezwingen können?

Die Story
Anders als noch in der Serie, ist der Film ernst gehalten und spricht sehr oft die alte Division an. Daraus ergibt sich allerdings das Problem, dass man ohne die Erklärungen in der Serie, einige Dialoge im Film nur schwer versteht.  Auch bei einigen anderen Dialogen verhält es sich so, es fehlen manchmal einfach Zusammenhänge, weil sie entweder nur angeschnitten oder erst gar nicht erklärt werden. Trotzdem überrascht die Story über die Art und Weise, wie sie erzählt wird. Denn das ist insgesamt gut und spannend geraten.

Die Charaktere und Schauspieler
Bei den Charakteren ändert sich nicht sehr viel, wer die Serie schon gesehen hat erkennt sie direkt wieder. Wer sie noch nicht gesehen hat, lernt Keiji Gotoda von einer interessanten Seite kennen. Da der Film deutlich ernster gehalten ist, sieht man auch vom restlichen Cast eine andere Seite. Das ist sehr gut gemacht und wird passend erzählt. Denn auch hier merkt man, dass der Cast durchaus gut gewählt worden ist und das gerade Toshio Kakei ein sehr guter Schauspieler ist. Bei den Nebenrollen verhält sich das allerdings etwas anders. Gerade die Vorgesetzten sollen wohl den typischen japanischen Vorgesetzten verkörpern, sehen aber eher aus, wie kleine cholerische Hampelmännchen, die man nicht so wirklich ernst nehmen möchte. Die weibliche Hauptrolle wiederum ist eine Mischung aus „ernst nehmen“ und „wie jetzt?“. Auf der einen Seite wird die Rolle gut gespielt, auf der anderen Seite ist der Charakter einfach etwas zu oberflächlich gehalten. Gerade bei diesem Charakter hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.

Die Umsetzung
Der Film ist leider keine filmische Glanzleistung, da hat mir die Serie um längen besser gefallen. Es gibt zwar durchaus einige Dinge, die sehr gut gemacht wurden, wie beispielsweise der Hubschrauber. Aber da der Film doch ganz anders ist, als man es erwarten würde, stellt sich recht schnell Ernüchterung ein. Auch wer auf Mecha-Action hofft, wird ein wenig enttäuscht, die Hintergründe und politische Verstrickungen werden im Film hervorgehoben. Leider verheddert sich der Film ab und zu mal und ist auch manchmal etwas langatmig. Man muss es mögen, denn man findet übliche J-Movie Elemente, die manchmal nicht einfach zu verstehen sind für Hollywood Fans.

Die Synchronisation
Auch bei dem Film muss man ganz klar sagen, dass Tiberius Film wirklich ein sehr gutes Händchen bewiesen hat. Die Stimmen passen zu den jeweiligen Charakteren und die Synchronsprecher haben sehr gute Arbeit geleitet. In jeder Situation passt die Aussprache und auch die Betonung. Wer das japanische Original kennt, merkt recht schnell wie stark man sich daran gehalten hat. Daher ist die Synchronisation wirklich sehr gelungen.

Info
The Next Generation Patlabor
Originaltitel: THE NEXT GENERATION – パトレイバー –
Format:
Film
Produktion:
Shochiku
Deutscher Publisher:
Tiberius Film
Regie:
Mamoru Oshi
Drehbuch:
Kei Yamamura
Musik:
Kenji Kawai
Länge:
100 Minuten
Genre:
Drama, Action
Japanische Veröffentlichung:
1. Mai 2015
Deutsche Veröffentlichung:
10. November 2016
Freigegeben ab:
FSK 12
Sprache:
Deutsch, Japanisch mit deutschem Untertitel
Medium:
DVD / Blu-Ray

The Next Generation Patlabor: Tokyo War
Fazit
Tja der Film ist so eine Sache, auf der einen Seite wird die Story wirklich gut erzählt, hat aber auch einige Schwächen. Manche Zusammenhänge werden nicht erklärt und sind oftmals schwer zu verstehen und die Story verheddert sich ab und zu etwas. Auch wer auf Mecha-Action hofft, wird enttäuscht. Wer allerdings Patlabor von einer anderen Seite mit allen politischen Verstrickungen usw. kennen lernen möchte, für den ist der Film genau das richtige.
Story77
Charaktere79.5
Synchronisation92
Umsetzung72.5
Micha
Ein alter Hase im Geschäft. Seit Akira 1991 in die deutschen Kinos kam, ein brennender Anime-Fan, der noch die gute alte Zeit miterlebt hat als Carlsen Manga in Farbe und bunt auf den Markt brachte. Ghost in the Shell Fan der ersten Stunde, der mittlerweile Slice of Life Anime bevorzugt.

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