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Liebe auf Japanisch – das Buch, das euch japanische Geheimnisse verrät

Liebe auf Japanisch – Von ewigen Singles, Love Hotels und dünnen Wänden – das neue Buch von Kerstin und Andreas Fels verspricht alles über die Liebe in Japan zu erklären, was immer man wissen wollte, aber zu schüchtern zu fragen war.

Nach dem erfolgreichen „Fettnäpfchenführer Japan“ hat das Paar einen weiteren Aspekt der japanischen Kultur unter die Lupe genommen. Nämlich das Thema, was fast jeden Japanfan interessiert – auch wenn es etwas Röte in die Wangen bringt.

Ein Sachbuch, Roman oder eine tolle Mischung?

Das Buch besteht aus Erzählungen über das Leben von fiktiven Charakteren. Diese versuchen auf verschiedene Weise Liebe und Zufriedenheit im modernen Japan zu finden. Die Autoren sind dabei nicht nur bei dem auf dem Cover angekündigten Paar “Kenji und Yukiko” geblieben, sondern haben auch ihre Freunde und Kollegen integriert. Damit erschaffen die Autoren eine gute Vielfalt von allen möglichen Situationen. Man findet in dem Buch nicht nur Singles, die sich in speziellen Cafés für Geld bekuscheln lassen, sondern auch Menschen, die schon einen Partner gefunden haben und versuchen, andere Probleme zu überwinden.

Für Leser, die sich vielleicht nicht gleich so viele japanische Namen merken können, gibt es, wie in einem Theaterstück auch, ein Charakterverzeichnis am Anfang des Buches.

Allerdings geht es im Buch nicht nur um Liebe, sondern auch um viele verschiedene Aspekte des Lebens in Japan. Mit dabei sind auch momentan heißdiskutierten Themen, wie Probleme der Frauen in moderner Gesellschaft, Kindererziehung, Altersvorsoge usw.

Kerstin und Andreas Fels haben es auch geschafft, aktuelle Vorfälle geschickt in die Dialoge ihrer Charaktere zu integrieren. Man hat das Gefühl, es selber gehört zu haben. Wie z.B. das Gespräch über den Skandal bei der Medizinuniversität in Tokyo.

Die meisten Kapitel bearbeiten die einzelnen Themen sehr gründlich und liefern auch viele zusätzliche Informationen. So, dass ein Leser, der sich noch nicht so gut mit Japan auskennt, auch etwas über die Geschichte und Kunst Japans erfährt.

Dennoch enthalten manche Kapitel zu viele Informationen, die wenig mit dem Thema “Liebe”, und nicht wirklich mit dem Thema des Kapitels an sich zu tun haben.

Was wurde ausgelassen?

Zum Beispiel das Kapitel über homosexuelle Menschen zeigt nur in ein paar Sätzen Probleme der modernen LGBTQ-Japaner auf und übergeht sehr schnell in die Geschichte der homosexuellen Männer in Japan. Der Geschichtsexkurs kann zwar auch sehr amüsant sein, aber hat wenig mit der Situation im Hier und Jetzt zu tun. Außerdem ist es nicht verständlich, wieso mittendrin plötzlich die “5 besten Samurai-Filme” aufgelistet werden. Es würde besser passen Filme, die beide Themen “Samurai” und “Homosexuelle” behandeln, wie z. B. “Tabu” (1999) zu erwähnen.

Auch in dem Kapitel über internationale Beziehungen findet man plötzlich eine ziemlich lange Erzählung über das japanische Bier.

Zwei weitere Kapitel, die ein ähnliches Problem haben, sind über Roboter und Pornografie. Die Autoren nennen nur ein paar bekannte Robotermodelle, erwähnen aber nicht, welche Rolle sie in der japanischen Gesellschaft spielen. Außer der üblichen Frage „Wieso mögen Japaner die Roboter denn so gerne?“.

Und da konnte man doch etwas mehr erzählen. Zum Beispiel der im Buch erwähnte Roboter Pepero wurde erst neulich von einem Japaner gehackt, so dass auf dem integrierten Monitor Frauenbrüste erscheinen und Pepero stöhnt, sobald man den Touchscreen berührt. Dieser Vorfall hat auch eine neue Diskussion bei vielen Wissenschaftlern der Robotechnik, Soziologen und Antropologen geöffnet. Es wurde sogar darüber diskutiert, ob die japanische Regierung ein neues Gesetz veranlassen sollte, das sexuellen Missbrauch von Robotern verbietet.

Noch weniger erfährt man in dem Kapitel über Pornografie. Die Autoren beschreiben die Geschichte des Buchdruckes in Japan. Es ist ein guter Start für die Einführung in die japanische Printpornografie, aber es fehlt der Bezug zu unserer Zeit. Dann später erfahren wir noch über die alte erotische Gravure der Edo-Zeit und damit endet das Kapitel.

Dabei gibt es viele verschiedene Punkte, mit denen man den Leser vertraut machen konnte: von der Industrie der Gravure-Idols, die noch als “Erotika” gelten, bis zur japanischen Pornofilmindustrie, die ja jedes Jahr doppelt so viel Geld macht, wie die Amerikanische.

Fazit

Trotz der zuvor erwähnten Schwächen bietet Liebe auf Japanisch eine interessante Einführung in verschiedene kulturelle Aspekte der Beziehungen in Japan. Die Leser werden sich bestimmt nicht langweilen, während sie von Kapitel zu Kapitel den Alltag verschiedener Charaktere folgen. Und vieleicht wird das Buch sie auch inspirieren, selber etwas mehr zu recherchieren oder sogar eine Japanreise zu machen, um es zu erleben.

Info
Liebe auf Japanisch, Buch
Liebe auf Japanisch
Von: Kerstin & Andreas Fels
Verlag: CONBOOK
Verfügbar: Einzelband
Preis: 9,95 EUR
Genre: Reise, Japan
ISBN:978-3-95889-200-2
Bei Amazon kaufen: https://amzn.to/2ZmxZ9P

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