Akane Ogura setzt ihren Manga Becoming a Girl one Day mit Another fort. Dabei springt sie mit der Handlung zehn Jahre in die Zukunft. Zwar trifft man in Another Miyoshi und Mamiya wieder, trotzdem kreiert die Mangaka eine neue Story mit einzigartigen Figuren. Auch die Probleme sind durchaus ähnlich, trotzdem treten ganz neue Aspekte in den Mittelpunkt.

Worum geht es?

Rinichi Sagara ist ein ganz normaler Schüler, bis er eines Tages in der Schule zusammenbricht und als Mädchen wieder aufwacht. Er hat eine sogenannte Metamorphose durchgemacht und sich von einem Jungen in ein Mädchen verwandelt. Das passt ihm gar nicht, schließlich ist er gerade seinem Schwarm, der hübschen Aya Kurokawa, näher gekommen.

Generell tut sich Sagara mit seinem neuen Geschlecht schwer, denn er fühlt sich eigentlich weiterhin als Junge. Kompliziert wird die Sache als sein Mitschüler Yu Narumi bemerkt, dass Sagara jetzt ein Mädchen ist. Das soll nämlich niemand in der Schule wissen. Anstatt mit seinem Wissen zu seinen Mitschülern zu rennen, beginnt Narumi Sagara dabei zu helfen, sein Geheimnis zu wahren. Auf einmal beginnt er/sie auch auf Narumi mit Herzklopfen zu reagieren. Jetzt ist das Gefühlschaos bei Sagara perfekt…

Die Story

In der Welt von Becoming A Girl one Day ist es üblich, dass zwischen Männern und Frauen ein konstantes Gleichgewicht besteht. Wenn die Zahl der weiblichen Mitglieder der Gesellschaft abnimmt, setzt bei einige Jungen die Metamorphose ein und sie verwandeln sich in Mädchen. Mamiya aus der ursprünglichen Geschichte war bereits recht alt, um diese Verwandlung durchzumachen. Sagara ist einige Jahre jünger, gehört trotzdem noch zu den älteren Wandlern. Dies erschwert es dem Jungen, sich in seiner neuen Geschlechterrolle zu Recht zu finden.

Sagara hat von klein auf damit zu kämpfen, dass er sehr weiblich weiche Gesichtszüge hat und muss sich dementsprechend als Junge immer wieder beweisen. Jetzt ist er plötzlich wirklich ein Mädchen und kommt damit überhaupt nicht klar. Was Akane Ogura bei Mamiya an Probleme mit dem Geschlechterwandel ausgelassen hat, wirft sie nun bei Sagara als Frage auf: Wie reagiert ein Junge, der plötzlich als Mädchen leben soll, obwohl er dies gar nicht möchte?

Gleichzeitig wird noch eine Dreiecks-Beziehung in die Geschichte eingebaut. Denn Sagara findet sich plötzlich zwischen allen Stühlen wieder. Als Junge war er in Kurokawa verliebt. Narumi ist im Gegenzug für Sagara erst einmal nur ein Störenfried, da auch er in Kurokawa verliebt ist. Dieser muss nun entscheiden, zu wem er sich mehr hingezogen fühlt.

Die Charaktere

Die Hauptfigur in Becoming a Girl one Day Another ist Sagara, sodass der Manga vorrangig aus seiner Sicht erzählt wird. Trotzdem gelingt es Akane Ogura recht gut, die Gedankengänge der anderen Charaktere mit einfließen zu lassen. So ist es möglich, zu allen eine Beziehung aufzubauen. Sagara muss sich in einer völlig neuen Situation zu Recht finden und hat damit selbstverständlich so seine Schwierigkeiten.

Sagara ist ein sehr kämpferischer Charakter, der sich gern mit anderen misst. Als Junge war dies für ihn kein Problem. Um sich zu beweisen, war er ständig in Prügeleien verwickelt. Als Mädchen hat er natürlich eine andere Konstitution, die es ihm schwer macht, an seine alten Verhaltensweisen festzuhalten. Was soll Sagara jetzt machen? Ist er weiterhin innerlich ein Junge, der mit Kurokawa eine Beziehung eingehen kann, oder wird er zum Mädchen, das sich mehr zu Narumi hingezogen fühlt?

Diese Frage lässt die Mangaka im ersten Band Becoming a Girl one Day Another noch offen, sodass man als Leser mit Spannung darauf wartet, wie sich Sagara wohl entscheiden wird. In Becoming a Girl one Day war es sehr schnell klar, dass die beiden Protagonisten letztlich zusammen kommen werden, denn dort sorgte Mamiyas Verwandlung dafür, dass die beiden sich zueinander bekennen konnten. Another bietet durch die Dreier-Konstellation ungleich mehr Möglichkeiten, wie die Charaktere zusammen finden. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob das Geschlecht über die Gefühle entscheidet, oder eher das Herz.

Zeichnung

Becoming a Girl one Day entstand genauso wie Another im Jahr 2013. Dies sorgt dafür, dass sich beiden Geschichten nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch sehr ähnlich sehen. Grafisch kommen die Figuren erneut in einem einfachen Design daher. Auf Schattierungen wird erneut meistens verzichtet. Besonders auffällig ist das einfache Design bei den Silhouetten. Die Gesichter wirken ein wenig zu gerade. Das einzige, was hervor sticht ist die Nase, ansonsten bilden die Gesichter in der Regel eine gerade Fläche.

Diese einfache Darstellungsweise – auch bezogen auf den Hintergrund – kann durchaus als persönlicher Stil der Mangaka angesehen werden. Ein wenig mehr drumherum wäre an manchen Stellen dennoch schön gewesen. Wer Becoming a Girl one Day kennt, der wird sich auch mit Another anfreunden können, denn beide Serien unterscheiden sich grafisch nicht.

Aufmachung

Becoming a Girl one Day Another erscheint in Deutschland im gängigen Taschenbuchformat. Das Cover wirkt auf den ersten Blick ein wenig verwirrend. Je länger man der Geschichte folgt, desto verständlicher wird es. Insgesamt finde ich es sehr gut gewählt. Denn es stellt das Hauptproblem Sagaras aus der Handlung wunderbar dar. Besonders interessant für die Leser dürften die sogenannten „Spalten“ sein, in denen die Zeichnerin verschiedene Hintergrundinfos und Gedanken zur Story und deren Entwicklung mitteilt.

Außer den ersten drei Kapiteln der namens gebenden Handlung enthält Becoming a Girl one Day Another noch verschiedene Bonus-Geschichten. Becoming a Girl one Day Another (umgedreht) ist ein Gedankenspiel der Zeichnerin, was passiert, wenn sich bestimmte Figuren anders entwickelt hätten, als dies in der Hauptstory der Fall ist. Becoming a Girl one Day extra kehrt dann zu den Figuren der ursprünglichen Geschichte zurück und zeigt eine weitere Episode aus dem Leben von Miyoshi und Mamiya. Wie die Mangaka vorher bereits bemerkt, ist dieses für Leser, die Becoming a Girl one Day nicht kennen, allerdings nur schwer zu verstehen.

Becoming a Girl one Day
Kanojo ni Naru Hi: Another© 2013 Akane Ogura

Info

Becoming a Girl one Day Another
Original Name: Original Name: 彼女になる日 別の
Transkription: Kanojo ni Naru Hi: Another
Von: Akane Ogura
Verlag: Carlsen Manga!
Verfügbar: 3 +
Preis: 5,99 €
Genre: Schule, Slice of Live, Romance
Empfehlung: ab 12 Jahren
ISBN: 978-3551771247

Becoming a Girl one Day Another, Band 1 – Das Verwirrspiel der Geschlechter geht weiter
Fazit
Mit Becoming a Girl one Day Another setzt Akane Ogura ihre Idee des Körperwechsels mit anderen Figuren erneut um. Fragen und Probleme, die bei der ersten Handlung noch nicht aufgeworfen wurden, setzt die Zeichnerin jetzt um. Generell ist die Idee schon sehr spannend und auch die aufgeworfenen Probleme können den Leser fesseln, allerdings hapert es etwas an der zeichnerischen Umsetzung. Mir persönlich sind die Zeichnung ein wenig zu einfach, um auf dem breiten Markt an guten Mangaka, die es aktuell gibt, aufzufallen. Dadurch geht leider etwas vom Charme der Geschichte verloren. Dies ist allerdings Geschmackssache. Wer sich für eine außergewöhnliche Handlung begeistern kann und über zeichnerische Defizite hinweg sehen kann, der ist bei Becoming a Girl one Day Another richtig aufgehoben.
Story90
Charaktere86.5
Zeichnung75
Aufmachung80.5
Iliana
Seit frühester Kindheit Manga und Anime Liebhaberin, die einmal im Dunstkreis gelandet, diesen nie wieder verlassen hat. Und damit bis heute mehr als Glücklich ist. Weder Genre noch Medienmäßig festgelegt, also vielseitig interessiert und immer für eine neue, gute Story zu begeistern. Eine ziemlich große Naschkatze, auch wenn sie es sich schon gefühlte 1000 Mal abgewöhnten wollte. :)

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