Café Liebe – Sei doch mein Schwesterherz

Anfang des Monats spendierte Tokyopop den Girls-Love-Fans neues Lesefutter. Café Liebe ist dabei die erste richtige Reihe von der Zeichnerin Miman, die süße Mädchen und deutsche Kultur mag. Wie süß die Mädels in Band 1 wirklich sind, erfahrt ihr hier.

Die Schülerin Hime ist überall beliebt und verzaubert die Menschen. Das liegt vor allem an ihrem hübschen Aussehen und ihr überfreundliches Verhalten. Dass das alles nur gespielt ist und Hime nur einen reichen Mann anlocken will, weiß keiner. Als sie eines Tages von ihrer goldenen Zukunft träumt, stößt sie mit einer Mitschülerin zusammen, die sich die Hand bricht. Als Ausgleich soll Hime ihren Job übernehmen, solange sie nicht arbeiten kann.

Kurzerhand findet sich Hime im Themencafé Café Liebe wieder. Die Mädchen spielen die Schülerinnen eines deutschen Mädcheninternats nach, die in dem Lokal Teilzeit arbeiten. Zu Beginn wirkt das ganze Konzept auf Hime merkwürdig und sie findet sich trotz ihrer freundlichen Kollegen nur schlecht ein. Hime versucht jedoch ihr Bestes und spielt brav ihre Rolle. Doch in ihrem Eifer übertreibt sie etwas und schon nimmt das Unglück seinen Lauf, denn nicht jeder scheint Hime zu mögen.

Deutsch und grantig

Die Idee mit dem deutschen Café ist äußerst interessant und bringt etwas frischen Wind in das Genre. Zusätzlich sorgt es für ein leichtes Schmunzeln, wenn die Charaktere mit deutschen Wörtern kämpfen. Obwohl sich die Handlung größtenteils im Café Liebe abspielt, geht es im ersten Band noch nicht viel um die Liebe. Denn wie Hime selbst ist in dem Lokal ebenfalls alles nur Schein. Die Mädchen spielen ihre Rolle, sind freundlich zueinander und sorgen natürlich ebenfalls für etwas harmlosen Fanservice. Zwischen allen besteht eine Art Hierarchie und es gibt kleinere Handlungsstränge unter den gespielten Rollen.

Auf dem ersten Blick sieht alles eher wie eine gute Freundschaft aus. Zum eigentlich Konflikt und Mittelpunkt der Handlung kommt es zwischen Hime und Ayanokoji. Denn durch einen Fehler von Hime muss Ayanokoji die große Schwester spielen. Jedoch kann sie ihre neue Kollegin überhaupt nicht ausstehen und lässt sie das bei jeder Gelegenheit spüren, vor allem, wenn Hime Fehler macht. Wieso die Beziehung der beiden so krisselig ist, deutet das Ende an, das sich mit einem fiesen Cliffhanger präsentiert. Die kleinen Geheimnisse und Verbindungen untereinander machen neugierig und definitiv Lust auf den zweiten Band.

Jeder hat sein eigenes Geheimnis

Ayanokoji besitzt nämlich ebenfalls ein Geheimnis. Hime selbst muss ihre niedliche Rolle im Café und in der Schule spielen. Zusätzlich darf sie niemandem von ihrem Job erzählen. Miman stellt sie dabei jedoch weiterhin relativ kalt dar, obwohl sie mit der Situation kämpft. Für sie stehen ihr Ruf und Image an erster Stelle und um beides aufrechtzuerhalten, ist sie dazu bereit, alles zu tun. Jeder soll sie mögen, koste es, was es wolle. Die Nebencharaktere warten ebenfalls mit einer interessanten Persönlichkeit auf.

So verbirgt Kanoko, Himes Schulfreundin, gleichermaßen was und entwickelt sich deutlich im ersten Band. Das Personal von Café Liebe verfügt ebenfalls über seine eigenen Persönlichkeiten, die jedoch ein wenig neben den starken Hauptcharakteren verblassen. Im nächsten Band könnte sich das jedoch noch ändern.

An dem Charakterdesign gibt es hingegen wenig zu rütteln. Passend zu den Persönlichkeiten hat Miman allen das passende Aussehen verpasst. Leser sehen so sofort, dass Hime die Niedliche ist, Ayanokoji mehr in Richtung Tsundere geht und Kanoko schüchtern durchs Leben geht. Die Nebencharaktere besitzen ebenfalls ein durchdachtes Aussehen, sodass sie sich deutlich unterscheiden und nicht im Hintergrund verschwinden.

Blumen der Liebe

Hintergründe sind das richtige Stichwort. Bei ihnen gibt sich Miman viel Mühe, obwohl sie wenig Details aufweisen. Viel mehr spielt die Künstlerin mit Blumen und Effekten, die in gespielten Dialogen im Café öfter auftauchen. Sie grenzt so deutlich das Geschehen ab und erschafft auf clevere Art und Weise zwei Ebenen. In der Gesamtheit punktet Miman mit einem sauberen und einfachen Zeichenstil mit feinen Linien.

Mit vielen Extras und Details hält sie sich nicht auf. Sie arbeitet jedoch großflächig mit Rasterfolien, die überwiegend bei der Kleidung zum Einsatz kommen. Am Ende des Bandes gibt es zusätzlich ein kurzes Nachwort, in dem die Zeichnerin etwas über die Entstehung der Reihe redet. Als weiteres Extra dürfen sich Käufer bei der ersten Auflage über eine ShoCo Card freuen.

Fazit

Miman schafft es tatsächlich, mit ihrer ersten Reihe ein wenig zu überraschen. Statt einer kitschigen Liebesromanze unter Schülerinnen geht es im ersten Band der Reihe etwas anders zu. Die Charaktere sind nicht das, was sie auf dem ersten Blick zu sein scheinen und versprechen interessante Entwicklungen. Das Setting im deutschen Café ist süß und erfrischend zugleich. Das Gesamtpaket mit einem hervorragenden Zeichenstil macht Lust auf mehr. Girls-Love-Fans sollten jedenfalls unbedingt einen Blick riskieren.

Info

Name Café Liebe
Original Name: Watashi no Yuri wa Oshigoto desu!
Transkription: 私の百合はお仕事です!
Von: Miman
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: 11. Oktober 2018
Preis: € 6,95
Genre: Girls Love, Romance
Empfehlung: 15+
ISBN: 978-3-8420-4612-2

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