Popkultur Manga Gelesen: Does Yuki Go to Hell?

Gelesen: Does Yuki Go to Hell?

Im März 2016 veröffentlichte Carlsen Manga! Hiro Fujiwaras Does Yuki Go to Hell? im deutschsprachigen Raum. Sumikai warf für euch einen Blick in den Startband.

Worum geht es?

Es heißt, alle hundert Jahre werden im Dorf Mutsuji die sechs »Kinder des Schicksals« geboren. So wachsen diese nichts ahnend als Sandkastenfreunde auf, bis plötzlich vier von ihnen verschwinden. Einzig die stets Streit schlichtende Yuki und der vorlaute sowie arrogante Takaya bleiben zurück. Es hieß, ihre vier Freunde kämen nach einem Jahr heim. Yuki ist schon voller Freude, den mürrischen und zurückhaltenden Akira wiederzusehen, mit dem Takaya nicht so ganz grün wird. Dieser erwartet vielmehr die schöne Haruka.

Eines Tages geraten Takaya und Yuki in eine seltsame Situation: Mitschüler erhalten plötzlich eine dämonische Natur und gehen auf Yuki los. Schließlich taucht Akira aus dem Nichts auf, um das Mädchen zu beschützen. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den sechs Kindern des Schicksals?

Die Story

Hiro Fujiwara macht gleich zu Beginn klar, dass sich die Geschichte um das Schicksal von sechs auserwählten Kindern in einem Dorf dreht. Um wen es sich dabei handelt, das bleibt kein großes Geheimnis. Was jedoch zunächst mysteriös wirkt, ist das Verschwinden von vier der Kids. Diese bringt die Mangaka jedoch nach und nach ins Spiel.

Was das Schicksal der sechs Kinder angeht, hier führte Fujiwara fantasievolle Elemente ein: Im Dorf Mutsuji existieren die sogenannten »Wächterfamilien der sechs Reiche« (Hölle, Götter, Menschen, Krieger- sowie Hungergeister und Tiere). Die Sandkastenfreunde Haruka, Manato, Kureha, Akira, Takaya sowie Yuki sind jeweils Nachfahren dieser Familien, und als solche blüht ihnen ein bestimmtes Schicksal. Takaya und Yuki besitzen hier den besonderen Status als Säulen, welche von den anderen vieren beschützt werden müssen. So nebenbei ist es ihre Aufgabe »Abtrünnige« (dunkle Wesen) auf ihren richtigen Pfad zu schicken.

Fujiwara erklärt im Startband natürlich sehr viel zu den fantasievollen Aspekten um die Kinder, jedoch vergisst sie dabei nicht die Charaktere. Deren Marotten sowie Persönlichkeit kommen oft genug zum Vorschein und ihre Interaktionen gestalten sich unterhaltsam. Hier setzt die Mangaka auf freche, jugendliche Dialoge. Auch ist es für die Charaktere nicht so einfach, plötzlich aus dem normalen Alltag gerissen zu werden. Dazu kommen die unerwiderten Gefühle, welche Yuki gegenüber Takaya hegt, der scheinbar nur Augen für Haruka hat.

Die Charaktere

In Band 1 werden die sechs Sandkastenfreunde Manato, Kureha, Akira, Takaya, Yuki und Haruka vorgestellt, wenngleich letztere noch keinen direkten Auftritt erhält, sondern nur aus der Erzählung hervorgeht.

Die Protagonistin Yuki ist der Sonnenschein schlechthin. Sie ist etwas naiv, schüchtern und versucht ständig die durch Takaya provozierten Streitereien in ruhigen Tönen zu schlichten. In dem Jungen ist Yuki seit Jahren hoffnungslos verliebt. Ironischerweise ist Yuki für das Reich der Hölle zuständig. Ihre Mächte erwachen erst zum Ende des ersten Bandes, und soviel sei schon mal verraten: Diese Wesensveränderung weiß definitiv zu überraschen.

Takaya, der Hauptcharakter, ist dagegen ein arroganter und streitsüchtiger Junge (man kann schon fast meinen, ein Kotzbrocken). Für mich wirkte sein Charaktertyp im ersten Band zu übertrieben, was ihn für mich unsympathisch und unauthentisch macht. Auch hier die Ironie: Takaya ist für das Reich der Götter zuständig.

Der ruhige Akira ist es wiederum für jenes der Kriegergötter. Er sowie Takaya sind wie Katze und Maus. Die beiden kriegen sich ständig in der Wolle, was in der Story für etwas Spaß sorgt. Wo Akira insbesondere Yuki beschützen möchte, wünscht er Takaya gar den Tod.

Wichtige Nebencharaktere sind Manato (Reich der Hungergeister). Dieser ist ein großer, gelassener Typ, der Problemen möglichst aus dem Weg gehen möchte. Kureha (Reich der Tiere) ist wiederum ein selbstbewusstes Mädchen, das mit Rat und Tat zur Seite steht. Von Haruka, die für das Reich der Menschen zuständig ist, weiß man bisher, dass sie sehr schön und reif sein soll. Takaya fühlt sich schon von klein auf an zu ihr hingezogen. Mehr Details zu Haruka wird dann womöglich Band 2 offenbaren.

Insgesamt betrachtet findet der Leser in Does Yuki Go to Hell? stereotypische Charaktere vor. Eine derartige Konstellation wird auch in anderen Shojo-Geschichten verwendet. Dennoch wissen die Figuren mit ihren Eigenarten zu unterhalten.

Zeichnung

Hiro Fujiwaras Zeichnungen sind shojotypisch. Gewisse Probleme hat die Mangaka bei den Proportionen des Gesichts, besonders aus der Seitenperspektive. Dennoch versteht sie sich gut darin, Emotionen darzustellen und den Slapstick bildlich in Szene zu setzen.

Aufmachung

Der Band kommt im Taschenbuchformat. Inkludiert sind vier Kapitel zur Hauptgeschichte. Des Weiteren erhält der Käufer zu Beginn zwei Farbseiten, auf denen jeweils eine Illustration aus dem Manga abgebildet ist.

Fazit

Insgesamt betrachtet ist die erste Ausgabe zu Does Yuki Go to Hell? ein gelungener Storyauftakt, der die Figuren und deren Schicksale sowie jeweilige Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Was die Mangaka in den Folgebänden daraus macht, wird sich zeigen. Der Leser bekommt es hier mit einer altbekannten Charakterkonstellation zu tun, die aber dennoch für Unterhaltung sorgt. Mit dem Erwachen von Yukis Kräften erwartet euch zudem ein Cliffhanger, der Lust auf mehr macht – insbesondere auf das künftige Zusammenspiel der Protagonisten.

Info
Does Yuki Go to Hell?
Original Name: ユキは地獄に堕ちるのか
Transkription: Yuki wa jigoku ni ochirunoka
Von: Hiro Fujiwara
Verlag: Carlsen
Verfügbar: bisher 4 Bände
Preis: 6,95 €
Genre: Action, Romance, Shojo
Empfehlung: 10+
ISBN: 978-3551745644

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