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Popkultur Manga Gelesen: Wolf Girl & Black Prince, Band 6

Gelesen: Wolf Girl & Black Prince, Band 6

Im Februar 2016 publizierte Kazé den sechsten Band zu Ayuko Hattas Wolf Girl & Black Prince. Zuletzt brachte ein “Kuss” zwischen Kyoya und Ayumi die Protagonistin Erika ins Taumeln. Das Missverständnis klärte sich auf, doch neue emotionale Konflikte bahnen sich an …

Worum geht es?

Bisher hat Kyoya Erika recht wenig über seine Familie erzählt. Sie bringt lediglich in Erfahrung, dass diese in Kobe wohnt. Ihre Vermutung, Kyoya hätte eine schlechte Verbindung zu seiner Mutter, weil er diese nicht besuchen möchte, zerreißt der Junge in der Luft.

Doch dann taucht unerwartet Kyoyas 21-jährige Schwester Reika Sata auf. Als diese erfährt, dass Erika und Kyoya ein Paar sind, ist sie überrascht. Reika mag den Worten ihres Bruders auch nicht so recht trauen, dass das etwas Festes sein soll.

Sie beschließt, Erika auf die Probe zu stellen und hält sich vor dem Mädchen mit ihren fiesen Sprüchen gegenüber Kyoya nicht zurück. Doch mit diesem Verhalten ist sie bei Erika an der falschen Adresse …

Die Story

In Band 6 von Wolf Girl & Black Prince erfährt der Leser mehr über Kyoyas Familie. So bringt die Mangaka zunächst seine Schwester Reika ins Spiel. Diese wiederum sorgt dafür, dass Erika Kyoyas Mutter kennenlernt. So reisen die drei nach Kobe. Das Zusammentreffen von Erika, Reika und deren Mutter verläuft dort sehr amüsant. Die Protagonistin erfährt mehr über die etwas verzwickte Beziehung zwischen Kyoya und dessen Mutter, versucht hier auf eine ruhige Art und Weise zwischen den beiden zu vermitteln. Hier zeigen sich in gewisser Weise Erikas Stärken – das Paar ergänzt sich mittlerweile sehr gut. Es ist eben nicht nur Kyoya, der Erika Rückgrat gibt.

Zu guter Letzt folgt nach dem Kobe-Ausflug ein Kapitel, welches sich Kyoyas Freund Takeru widmen, der eine spezielle Bitte an Erika richtet: nämlich im Restaurant seiner Familie auszuhelfen.

Ayuko Hatta versteht sich weiterhin gut darin, ihren Figuren Persönlichkeit einzuhauchen, wenngleich die kleinen Missgeschicke, die es für Erika und Kyoya zwischendurch zu bewältigen gilt, doch sehr vorhersehbar ablaufen – schon fast etwas kalkül. Um mal ein Beispiel zu nennen: So floppt in Kobe das Thema auf, wie wichtig Erika doch Kyoyas Geschenk sei (ein Anhänger), welchen sie keineswegs verlieren darf. Wenig später tut das Mädchen genau dies auf einem Festival, die Not ist groß und letztendlich endet die Situation in Knistermomenten zwischen dem Paar. Für mich wirken solche Ereignisse eben doch zu sehr konstruiert.

Dennoch bin ich positiv davon angetan, dass Kyoyas und Erikas Beziehung inzwischen gefestigt wirkt. Die zwei ergänzen sich gut und die Mangaka legt ihnen keine Steine in dem Weg, stattdessen sind es die Marotten der beiden und das Drumherum, was im Geschehen für ein bisschen alltäglichen Trubel sorgt, den es zu bewältigen gilt. Hier bringt Ayuko Hatta auch die Emotionen authentisch rüber – ob es nun Erika ist, die ihr Bestes geben möchte, um Kyoyas Mutter zu gefallen, oder Kyoya, der sich mitten in einem Frauengespräch wie der Hahn im Korb fühlt, während Erika seiner Mutter ihre Liebesgeschichte auftischt.

Die Charaktere

Erika und Kyoya bleiben sich selbst treu. Auf die zwei ging ich in den Rezensionen der vorangegangenen Bände schon ein.

Mit Reika kommt erstmals Kyoyas selbstbewusste Schwester ins Spiel, die gerne über alle möglichen Dinge urteilt (Personen, Essen etc.), und es genau wie Kyoya hasst, vom anderen Geschlecht ausgenutzt zu werden. Reika testet im Geschehen zunächst Erika und stellt voller Freude fest, dass sich das Mädchen nicht alles von Kyoya gefallen lässt.

Da Erika bei ihr punkten konnte, kommt es schließlich zum Familientreffen in Kobe. Mega sympathisch tritt dort erstmals Kyoyas Mutter in Erscheinung – eine eigentlich völlig normale Frau mit unterhaltsamen Marotten, auf die ich an dieser Stelle natürlich nicht näher eingehen werde.

Zeichnung

Am Zeichenstil – auf dem ich bereits im Artikel zu Band 1 eingegangen bin – der Mangaka hat sich nichts verändert. Dieser ist nach wie vor shojotypisch, wenngleich ihr Charakterdesign Wiedererkennungswert besitzt. Auch hält sich die Mangaka nicht stur an ein Charakterdesign, so verpasste Hatta der Protagonistin im vorangegangenen Band eine neue Frisur, was ich erfrischend finde. Ab und an treten proportionale Fehler bei der allgemeinen Gestaltung der Figuren auf, die für mich jedoch nicht ins Gewicht fallen.

Aufmachung

Wolf Girl & Black Prince Band 6 kommt im normalen Taschenbuchformat und inkludiert Kapitel 19 bis 22 sowie eine sechsseitige Extrageschichte.

Fazit

Die Handlung von Wolf Girl & Black Prince mag in gewissen Aspekten voraussehbar sein – so greift die Mangaka auf altbekannte Problematiken zurück, um Knistermomente zwischen Erika und Kyoya zu provozieren. Derartige Szenen hätte das Werk eigentlich nicht nötig, denn das Paar weiß auch ohne diese zu unterhalten. Im sechsten Band stellt Ayuko Hatta mit Kyoyas Schwester und Mutter zwei weitere Figuren vor, die den Unterhaltungswert steigern. Das Zusammenspiel der Charaktere verläuft authentisch, sodass der Leser sich mit ihnen identifizieren kann. Auch bin ich positiv davon angetan, dass die Mangaka dem gegensätzlichen Pärchen (Erika und Kyoya) nicht vorsätzlich Steine in dem Weg legt, sich ihre Beziehung stattdessen weiter festigt. Wer also Shojo-Geschichten mit attraktiven Protagonisten mag, der ist bei Wolf Girl & Black Prince gut aufgehoben.

Info
Wolf Girl & Black Prince
Original Name: オオカミ少女と黒王子
Transkription: Ookami Shojo to Kuro Ohji
Von: Ayuko Hatta
Verlag: Kazé
Verfügbar: 14+ Bände
Preis: 6,95 €
Genre: Romantik
Empfehlung: 12+
ISBN: 978-2889216628

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