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My Honey Boy, Band 1 – Wer ist hier femininer?!

Am 3. Mai 2018 gab KAZÉ den ersten deutschsprachigen Band von Junko Ikes Romantikkomödie My Honey Boy heraus. In Japan ist die Serie mit ihren acht Volumes noch nicht abgeschlossen. Was die Geschichte parat hält und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr in dieser Review.

Mei ist auf ihrer Schule als starkes, burschikoses Mädchen und als Kendo-Ass bekannt. Sie nimmt widerwillig Hilfe an, sondern bevorzugt es, sich auf eigene Faust durchzubeißen. Ihr Mitschüler Shiro entpuppt sich als das komplette Gegenteil: Er besitzt viele feminine Charaktereigenschaften und ist ein richtiges Weichei. Ausgerechnet er hat ein Auge auf Mei geworfen und macht daraus kein Geheimnis. Und obwohl Mei ihm die kalte Schulter zeigt, lässt der Junge nicht locker. Mit der Zeit lernen beide, inwiefern sich ihre charakterlichen Gegenzüge im Alltag ergänzen …

Junko Ike dreht die Rollenverteilung in My Honey Boy auf dem Kopf. Mit Shiro erhält der Leser einen männlichen Hauptcharakter mit sehr femininen Charakterzügen, während die Protagonistin Mei viele maskuline Eigenarten besitzt. Dennoch stellt man schnell fest, dass der erste Blick täuscht und beide ebenso Merkmale aufweisen, die ihrem Geschlecht entsprechen. Durch dieses Zusammenspiel entstehen reichliche humorvolle Momente. Da Shiro mit seinen Gefühlen gegenüber Mei offen umgeht, erwarten dem Leser auch viele romantische Aktionen. Diese fallen allerdings oftmals sehr klischeehaft aus – angefangen beim zufälligen Sturz auf dem anderen bis hin zum Betrachten eines Feuerwerks.

Witzige Interaktionen und Knistermomente stehen im Mittelpunkt!

my honey boy - artwork 1
MIZUTAMA HONEY BOY © Junko Ike 2014 / HAKUSENSHA., Inc.

Die Story beschränkt sich im Startband auf lustige Interaktionen und kleine Komplikationen ausgelöst durch Mitschüler an der Schule. Konflikte enden meist darin, dass Shiro Mei in irgendeiner Form hilft, wodurch sich das Mädchen in ihrem Stolz gekränkt fühlt. Auch scheint die Geschichte zu jenen zu gehören, in denen eine gewisse Charakterentwicklung erst später eintritt. Zumindest hält Band 1 dahingehend nur wenig parat. Des Weiteren erfährt man sehr wenig über die Hintergründe der Haupt- und Nebenfiguren, weshalb diese für den Anfang kaum Tiefe bekommen. Bleibt abzuwarten, inwiefern sich das in den kommenden Ausgaben ändert.

Stilistisch bewegen sich Junko Ikes Zeichnungen im shojotypischen Bereich, was man jedoch von einem Titel, der in Hakusenshas Shojo-Magazin Lala erscheint, erwartet. Die Mangaka verwendet reichlich Rasterfolie und Romance-Symbolik – wie Bläschen, Blümchen, Sternchen und Funkeln – um die Ereignisse süß-romantisch oder lustig darzustellen. Im Fokus der Zeichnungen sind die Charaktere, die detailliert ausgearbeitet wurden und deren Mimik und Gestik insbesondere die humorvollen Situationen verstärken.

Seit 2014 erscheinen die Einzelkapitel von My Honey Boy unter dem japanischen Originaltitel in Mizutama Honey Boy in Hakusenshas populären Shojo-Magazin LaLa. KAZÉ gibt den ersten Band im gewöhnlichen Taschenbuchformat heraus. Er enthält Kapitel 0 bis 4 und mehrere Bonusseiten mit unter anderem 4-Panel-Geschichten.

Junko Ikes My Honey Boys bietet ein erfrischendes Hauptpärchen bestehend aus einer burschikosen Protagonistin und einer männlichen Hauptfigur mit femininen Charakterzügen. Diese Kombination sorgt in der Handlung für reichlich Humor. Für ausreichend Knistermomente zwischen den beiden ist gleichermaßen gesorgt, wenngleich diese oftmals klischeehaft hervorgerufen werden. Auch entwickeln sich die Charaktere zumindest im Startband kaum und Junko Ike schenkte ihnen wenig Tiefe. Bleibt zu hoffen, dass sich dies in den nächsten Ausgaben ändert. Nichtsdestotrotz entpuppt sich My Honey Boys als unterhaltsam. Wer Romantikkomödien mag, sollte dieser Geschichte eine Chance geben.

Info

My Honey Boy Band 1My Honey Boy, Band 1
Original Name: 水玉ハニーボーイ
Transkription: Mizutama Honey Boy
Von: Junko Ike
Verlag: KAZÉ
Verfügbar: 8+ Bände
Preis: 6,50 EUR
Genre: Shojo, Romance
Empfehlung:
ISBN: 978-2889510719

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